Alcatel OneTouch Idol mini Test – für Groß in klein!

Ein Mini. Schon wieder. Diesmal aber wirklich, ohne Einschränkungen. Wie ist das möglich? Lest unseren Alcatel OneTouch Idol mini Test, warum das 96g Leichtgewicht zu den wenigen waschechten Miniatur-Smartphones des Jahres 2013 gehört.

Idol mini – Vincent will nicht mehr…

Trend erkannt, Gefahr gebannt? Mitnichten. 2013 gab es zwei große Trends: Hin zu „Mehr“ oder „Weniger“. Mehr Displaygröße, mehr Features, mehr Performance oder der „Weniger ist mehr“-Ansatz. In die letztere Kategorie fällt das OneTouch Idol mini wie viele seiner zahlreichen namhaften Konkurrenten, die auch einem großen Publikum bekannt sind. Fernab vom Rampenlicht, jedoch keinesfalls im Abseits, baute die wiederaufgelegte Kult-Marke der 90er eine kleine, aber treue Fangemeinde auf.
Was das Idol mini von vielen anderen Smartphones ähnlichen Couleurs unterscheidet, ist die konsequente Umsetzung der „Mini“-Idee. Es gibt alles eine Nummer kleiner, weniger verschwenderisch und auf den Kern reduziert: Display, Prozessor, Ausstattung und nicht zuletzt der Preis sind im Vergleich zur regulären Ausgabe (hier ist unser Test zum OneTouch Idol sowie Idol Ultra) einer Schrumpfkur unterzogen worden. Das ist bei Samsung und HTC nicht immer der Fall, da der Preis und/auch die Größe (man denke an das nur unwesentliche kleinere HTC One mini) alles andere als Richtung Einsteigermarkt tendiert. Damit ist die Zielgruppe exakt definiert und unsere Aufgabe ist es zu sehen, ob man diesem Anspruch gerecht werden kann.

[divider]TECHNIK[/divider]
  • 1,3 GHZ DualCore Prozessor
  • 512 MB RAM
  • Android 4.2.2
  • 4.3 Zoll IPS Display mit 480 x 854 Pixeln
  • Info-LED (einfarbig)
  • 5MP Hauptkamera mit 720p Videoaufnahme
  • VGA Frontkamera
  • UKW Radio
  • Zwei Micro-SIM-Slots (nur 6012D) oder microSD-Kartenslot (nur 6012X)
  • Akku: 1700mAh
  • Gewicht: 96g
  • Maße: 127.1 x 62 x 7.9mm

[divider]Design, Display und Verarbeitung[/divider]

Nur 96g bringt das Idol mini auf die Waage, so viele wie manch anderer ohne Akku. Dabei beherbergt es noch ein immerhin 4.3 Zoll großes IPS-Panel, das mit 480 x 854 Pixeln auflöst – in etwa vergleichbar mit dem Galaxy S3 mini. Kein HD oder FullHD, auch weil es bei dieser Panelgröße nicht wirklich Sinn macht. Das Display ist in einen sehr dünnen Rahmen eingelassen, der an den seitlichen Rändern nur knapp 3mm beträgt – man könnte hier also ruhigen Gewissens den Begriff „randloses Design“ verwenden. Insgesamt ist die Front sehr puritanisch gehalten: dezidierte physikalische Buttons sucht man vergebens, bedient wird das Idol mini hier mittels dreier Hotkeys bzw. Softbuttons: „Zurück“ „Home“ und „Optionen“. Oben befindet sich das Mikrofon sowie die Front-Kamera-Linse.

Die Preisfrage, bei der ihr nichts gewinnen könnt lautet: Lieber günstig & ansprechend, als billig und hässlich?

Rechts wahlweise als ungewöhnliches Feature: gleich zwei SIM-Kartenschächte passen optional in das Alcatel OneTouch Idol mini, dafür müsst ihr aber auf den Extra-Speicher verzichten. Ihr habt also die Wahl. Tolles Extra, das überhaupt nicht selbstverständlich ist – schon gar nicht in dieser Preisklasse!
Ähnlich aufgeräumt die Rückseite im „brushed metallic“-Look: Kamera, LED, und die beiden Schriftzüge Alcatel und onetouch: fertig, sonst nichts, gut gemacht! Beim Gewicht von 96g könnt ihr es euch denken: hier kommt kein Metall zum Einsatz, sondern Polycarbonat. Die Oberflächenbeschaffenheit würde ich als angenehm glatt, aber noch rutschfest bezeichnen. Allerdings habe ich keine schmierigen Hände und kann das nicht so beurteilen wie das ist, wenn man als Markenzeichen einen feuchten Händedruck hat. Moment, ich geh mich eincremen…
Klar, dass sich das OneTouch Idol mini nicht ganz so hochwertig anfühlt wie ein 600 Euro-Handy, aber billig wirkt es nie, schon allein, weil man ein Auge für Details und ansprechendes Design hat. Möglicherweise wäre das bei einer drögen Optik anders. Die Preisfrage, bei der ihr nichts gewinnen könnt lautet: Lieber günstig & ansprechend, als billig und hässlich? Von daher ist der alcatel’sche Ansatz zu begrüßen, auch wenn er in mancherlei Hinsicht ein wenig wie eine Mogelpackung erscheinen mag. Was aber den hochwertigen Eindruck zusätzlich verstärkt, ist das Unibody-Gehäuse, das man ansonsten nur in wesentlich teureren Gefährten findet.
Bewegen wir uns zu den Rändern bzw. Seitenleisten hin: das Idol mini ist dünn, dünner als etwa das iPhone 5C, und kommt auf 7.9mm. Auf der linken Leiste hat Alcatel die Lautstärkewippe angebracht: sie steht ein wenig hervor, auch optisch, da es aluminiumfarben gehalten ist. Der Druckpunkt ist gut getroffen und eignet sich für den erfühlten Blindflug ohne Einschränkungen. Wie viele andere Hersteller auch, platziert Alcatel den Einschaltknopf auf der oberen Leiste, wo sich noch links der Kopfhörereingang befindet. Die Idee dahinter ist sicher, dass dieser nicht so häufig verwendet wird – schließlich schaltet man das Smartphone nicht ständig ein- und aus. Allerdings kann man so nur sehr verkrampft bzw. überkreuzt ein Bilschrmscreenshot machen: man drückt mit dem Mittelfinger der linken Hand den Powerknopf und mit der rechten die Lautstärkeknopf nach unten.

Display – erstaunlich gut!

Das Display kann dank Black Crystal Touch Panel mit starken Kontrasten und kräftigen Farben punkten. Außerdem ist die Qualität fast komplett unabhängig vom Betrachtungswinkel. Das IPS-Display weist ähnlich wie das reguläre Idol eine erstaunlich gute Qualität auf, die trotz der niedrigeren Auflösung überdurchschnittlich ist – zumal das Display ja um 0,4 Zoll kleiner ausfällt. Einzig die maximale Helligkeit des Bildschirms ist mittelmäßig. Trotzdem: für den Preis bekommt man selten ein Smartphone mit so einem Display!

[divider]OS, Alltag & Performance[/divider]

Für eine ungestörte Smartphone-Nutzung ist eine gutes Zusammenspiel von Hard- und Software unabdingbar. Bei veralteter oder schlecht programmierter Software bringt auch ein Quadcore-CPU nichts. Verpasst man dem Gerät viele aufwändige Software-Extras, vergisst aber für entsprechend viel RAM zu sorgen, wird man sich früher oder später über ein lahmendes System beschweren. Und auch die Zielgruppe muss im Auge behalten werden, schließlich möchten Einsteiger nicht unbedingt erst einmal Tage nach Apps suchen, welche das Gerät um Funktionen erweitern, die längst zum Standard gehören. Ganz schön viel, worauf man als Kunde, aber auch als Hersteller, achten muss. Alcatel findet ähnlich wie bei den großen Brüdern eine optimalen Spagat. Auf Android 4.2.2 basierend wird das OS nicht nur optisch aufgebohrt, sondern um einige zusätzliche sinnvolle Features erweitert.

Das Alcatel OneTouch Idol mini läuft mit einem 1,3 GHz DualCore-Prozessor, welcher für die allermeisten aktuellen Spiele ausreicht, allerdings hängt der nur 512 MB große Speicher nicht nur beim Spielen als Flaschenhals im Nacken. Erstaunlich, dass dieser kleine Arbeitsspeicher mit leichten Einschränkungen die gleichzeitige Nutzung vieler Apps, sowie ein schnelles Hin- und Herspringen zwischen einzelnen Anwendungen ermöglicht. Im direkten Vergleich mit Highend- Smartphones merkt man aber natürlich, dass die Reaktionsgeschwindigkeit des OneTouch Idol minis nicht auf dem gleichen Level ist.

Wer mehr Speicher haben möchte, etwa in Form einer microSD-Karte, greift zur single SIM-Variante, die auch mehr nutzbaren Speicher aufweist: statt 2 GB sind dort 5,6 GB frei. Optional könnt ihr zusätzliche 32 GB per microSD-Karte gewinnen. Persönlich würde ich in jedem Fall zu mehr Speicher greifen.
Eine Quick-Boot-Option ermöglicht das extrem schnelle Hochfahren des OneTouch Idol Minis. Wirklich gelungen sind die zahlreichen Schalter für GPS, Bluetooth, WiFi etc in der Benachrichtigungsleiste, denn hier mangelt es an Nichts. Diese “Quick-Toggles” konnte bislang kein Hersteller optisch so ansprechend umsetzen wie Alcatel.

Ansonsten spendiert Alcatel dem Idol einige nützliche Apps, wie etwa eine Antivir-Software, eine Cloud-Backup-App, Medienfreigabe (DLNA), On- und Offline Radio und so weiter.

[divider]Kamera & Akku[/divider]

Bei der Kamera muss man gegenüber dem OneTouch Idol gewisse Kompromisse eingehen, wobei die Qualität in Ordnung geht und wesentlich besser als etwa beim vielgelobten Motorola Moto G, dass hier seine empfindliche Achilles-Ferse besitzt.
Die Fotos sind bei gutem Licht scharf und detailreich, die Kontraste stimmen und der automatische Weißabgleich sorgt meistens für natürliche Farben. Bei schlechtem Wetter neigt es aber zu einem leichten Lilastich. Wie bei Smartphones üblich, kommt es zu einem deutlichen Qualitätsverlust bei schlechtem Licht. Hier tritt das Rauschen verstärkt auf, die Schärfe lässt teilweise stark nach und auch die Farben sind nicht das, was das menschliche Auge sieht. Für Schnappschüsse taugt die Kamera aber dank der LED auch im Dunkeln. Insgesamt lässt sich die Bildqualität so zusammenfassen: bei gutem Licht hält es mit Handys wie dem Galaxy S3 mini einigermaßen mit, teilweise gelingen hervorragende Fotos. Im Dunkeln eher nicht.
Zum Thema Akku: die 1700 mAh fallen nicht negativ auf, auch wenn sie nicht gerade überdimensioniert klingen. Einen Tag kommt man dadurch locker durch – außer man, ach, ihr könnt es euch denken. Wer keine Wunderdinge bei knapp EUR 170 erwartet, wird sicher nicht enttäuscht sein.

[divider]FAZIT[/divider]

Wie immer brechen wir eine Lanze (manche müssen ja bei Lanz brechen…) für Alcatel: auch diesmal macht man viel richtig und nur wenig falsch: gute Optik, überdurchschnittliches Display und eine intuitive Bedienung zeichnen das OneTouch Idol mini aus. Der Preis ist klein, die Freude dagegen groß, wenn man zur single SIM-Variante greift (6012X): hier ist der Speicher erweiterbar. Bei der 6012D-Variante geht man unserer Meinung nach zu viele Kompromisse ein, um nicht auf eine zweite SIM-Karte zu verzichten.

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