Anders als erwartet verbesserte Google die Kamera-App von Android 4.4 nur minimal. Zu den Verbesserungen gehört die Photo-Sphere Funktion, welche die Fotos nun schneller rendern und bei der Aufnahme vorbeilaufende Menschen berücksichtigen soll.Für alle, die die Funktion nicht kennen, eine kurze Erklärung: Photospheres sind kugelartige Panoramen, welche am Smartphone oder am PC via Google+ eine 360°-Rundumsicht ermöglichen.

Laut Evan Rapoport, Produktmanager bei Google, konnte man große Fortschritte beim Zusammensetzen des Panoramas erzielen. Die „Optimal View Finding“-Technik soll hierfür ideale Punkte zum Zusammenflicken der einzelnen Fotos finden, um dabei bewegte Objekte oder Personen zu vermeiden. Sichtbare Bildfehler konnten dadurch deutlich reduziert werden. Auch in Innenräumen soll man nun bessere Ergebnisse erreichen.

Das Rendering der Panoramen, was mitunter ziemlich lange dauerte, konnte nun auch beschleunigt werden. Warum man erst jetzt auf Multi-Threading setzt, ist aber irgendwie merkwürdig. Bereits das Galaxy Nexus verfügte über zwei Kerne, das Nexus 4 und 5 nutzen bekanntlich einen Quadcore-Prozessor.

Nexus-Kamera ≠ Android-Kamera

Exkurs: Genauso wie die HDR-Funktion der Kamera, ist Photo Sphere kein Teil von Android als solches, das heißt nur Nexus-Geräte werden diese Funktion nutzen können. Eigentlich müsste also von der Nexus-Kamera die Rede sein, denn im Android Open Source Project findet sich nur eine abgespeckte Version. Das ist ziemlich schade, denn nicht nur Custom ROMs basieren darauf, auch zukünftige Smartphones von Samsung, Sony, LG und Co müssen ohne diese Funktionen klarkommen.

Bedenkt man, dass die Kamera sonst nur rudimentäre Funktionen beherrscht und noch nicht einmal die Basics abdeckt (einstellbarer ISO-Wert, Sättigung, Schärfe, Kontrast, Burstmode…), ist das schon mager, was Google im Jahr 2013 abliefert. Das trifft die Android Community noch viel stärker, als die Smartphone-Hersteller. Denn diese können und werden Millionen in die Entwicklung stecken, die Custom-ROM-Community, welche darüber hinaus oft keinen Zugriff auf spezielle Treiber und Ähnliches hat, wird dadurch Jahre hinterherhinken. Focal, eine alternative Kamera eines CyanogenMod-Entwicklers, ist das beste Beispiel dafür. Egal wie ambitioniert und professionalisert ein Custom-ROM-Team ist, Privatpersonen werden nie etwas Vergleichbares und Fehlerfreies im Bereich Fotografie kreieren können. Dafür fehlt schlichtweg das Geld für Patent-Lizenzen, denn diese sind vermutlich der Grund für das Fehlen der Funktionen im AOSP.

Quelle: Google+ via: Androidpolice