Sonos Vinyl: Denon DJ VL12 Prime Test

Ein Plattenspieler im SONOS-Multiroom

Denon DJ VL 12
Sonos Vinyl: Denon DJ VL12 Prime Test 9
Erscheinungsdatum
2018
Preis
589 Euro
Kaufoptionen

Mit einiger Verzögerung hat das gute Stück bei mir im Haushalt Einzug gehalten und ersetzt einen in die Jahre gekommenen Technics 1200-Nachbau. Wie gut sich der Dreher durch meine Vinyl-Sammlung spielt und wie ich ihn in meine Sonos-System einbinden konnte, verrät dieser Denon DJ VL12 Prime Erfahrungsbericht.

Zwar bereits längere Zeit im Ausland erhältlich und versehentlich bereits rund vor einem Jahr gelistet, kann der Denon DJ VL12 Prime Anfang des Jahres 2018 auch in Deutschland an.
Vinyl ist hier auf dieser Seite wahrlich kein Thema.

Wer sich aber in beiden Welten wohl fühlt und öfters über den Tellerrand blickt, wird die jüngsten Entwicklungen rund um die gute, alte Analogwelt mit Wohlwollen begrüßen.

Wer wie ich mit 7 Inch nicht die Bildschirmdiagonale des nächsten China-Phablets assoziiert, sondern an seine geliebten Singles denkt, wird mir sicher beipflichten. Meinen Blog zum Thema Vinyl und Punk/HC/Indie-Musik könnt ihr hier finden.

Es ist gut, dass Vinyl in den letzten Jahren ein Revival erfahren hat, auch wenn die Preise dafür exorbitant nach oben geschossen sind. Übrigens: meine Entscheidung für Vinyl oder CD traf ich seinerzeit äußerst pragmatisch: eine CD kostete 30 Mark, wofür ich bei den Mailordern meines Vertrauens mitunter gleich zwei LPs bekam. Oder vier 7 Inches.

Bezahlbare Alternative zum SL-1210GR

Sonos Vinyl: Denon DJ VL12 Prime Test 10

So, genug, geschwafelt, kommen wir zum Denon VL12 Prime. Der schickt sich nämlich an, vorne weg die etablierte Konkurrenz wie den Pioneer PLX 1000 als besten Plattenspieler abzulösen, den man sich (gerade noch so) ohne dicken Geldbeutel leisten kann.

Es handelt sich weniger um einen Test, als vielmehr um meinen persönlichen Bericht im Umgang mit dem Denon DJ VL12 Prime. Audiophile Nutzer oder professionelle DJs werden diesem Artikel wenig abgewinnen können und sind mit Testberichten in den einschlägigen Magazinen sicher besser aufgehoben.

Die Neuauflage des legendären 1210ers schlägt nämlich mit 1499 Euro zu Buche. Ohne Tonabnehmer wohlgemerkt. Ihr seht, nicht nur Flaggschiff-Smartphones stellen ein mitunter teures Hobby da.

Neben seinen Eigenschaften, die ihn zum Einsatz unter professionellen Bedingungen in Clubs und Musikveranstaltung befähigen, wird er auch unter vorurteilsfreien HiFi-Freunden seine Anhänger finden.

Etliche Artikel und Videos auf YouTube loben seine klanglichen Eigenschaften, so dass er auch den Weg ins Wohnzimmer finden sollte.

Eindrücke zur Optik, Aufbau und Inbetriebnahme

Das Ding ist schwer und massiv. Filigran ist anders. Wo man sonst in Punkto Technik gerne überall erst einmal den Rotstift ansetzt, ist das bei( DJ-)Plattenspielern genau umgekehrt. Da zählt jedes Kilo! 12,4 sind es insgesamt, ohne Tonabnehmer und Haube.

Den Aufbau habe ich schnell hinter mich gebracht. Mit ein wenig Übung und dem ein oder anderen Video auf YouTube lässt sich der Tonarm einstellen. Hat insgesamt etwa eine halbe Stunde gedauert.

Eine Headshell wird mitgeliefert, Tonabnehmer müsst ihr noch dazu kaufen. Es wäre natürlich naheliegend, ein Ortofon Concorde-System zu verwenden. Da ich aber keine Ambitionen hege, auf dem nächsten Feuerwehrfest oder der nächsten Dorfdisko den großen DJ-Macker raushängen zu lassen, habe ich mein unspektakuläres System (ein Audio Technika AT 120E/II) meines alten Drehers weiterverwendet. Ein entsprechendes Upgrade steht an, allerdings möchte ich noch ein Weilchen damit warten.

Insgesamt liegt der Aufbau auch schon wieder vier Monaten her. Seitdem läuft das Ding durch, ohne Murren und Knurren. Weiter daran herumdoktern musste ich nicht. Das sei für alle erwähnt, die mit Metzger-Fingern gesegnet ein wenig Respekt vor filigraner Technik haben.

Flüchtig betrachtet, bietet es so ziemlich das gleiche Layout wie jeder andere Plattenspieler auf dem Markt, mit der Ergänzung der Tonhöhenregler und einem LED-Ring um den Plattenteller. Es scheint, dass der über 40 Jahre alte Technics-Workflow sehr schwer zu überwinden ist.

Dann, bei genauerer Betrachtung kann man manche Unterschiede erkennen. Die Kabel sowie Ein-und Ausgänge sind seitlich geführt und nicht wie normalerweise üblich, nach hinten raus. Das hat für DJs sicher den ein oder anderen Vorteil, für Heimanwender hätte es sicher ein konventionelles Setup besser gemacht. Traditionell befinden sich die Drehtischfüße in den Ecken des Chassis, beim VL12 Prime sind diese nach Innen versetzt. Die Füße sind massiv und lassen sich versenken.

Features & Anschlussmöglichkeiten

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Der Drehknopf links steuert die Intensität des Drehmoments, der mittlere stellt die Farbe des LED-Rings ein, mit dem rechten Drehknopf steuert ihr die Intensität.Als besonderes Gimmick ist ein LED-Ring vorhanden, der in stufenlos änderbaren Farben den VL12 Prime beleuchten kann. Die LED-Farbe lässt sich durch einen seitlich angebrachten Regler verändern, zudem ist ein Schalter zur Regulierung der LED-Intensität vorhanden. Auf den Pressefotos sieht das extrem futuristisch und ein wenig billig aus. In der Praxis überwiegt aber der positive Eindruck. Die Farben sind längst nicht so knallig, der Effekt einigermaßen dezent. Gefällt mir ganz gut.

Ein weiteres cooles Feature ist das einstellbare Drehmoment des Antriebes. Damit lässt sich die Kraft des Tellers zumindest in zwei Stufen kontrollieren, 5 Kgf/cm und 3,2kgf/cm. Dürfte aber nur für DJs interessant sein.

Es gibt einen langen Pitchfader mit drei Pitchbereichen (+-8, 16 und 50%) sowie einem Reset-Taster, um schnell zum Nullpunkt zurückzukehren. Um die Nadelposition besser abschätzen zu können, gibt es zwei aufsteckbare Targetlights. Der VL-12 kann Vinyl mit 33 oder 45 Umdrehungen pro Minute abspielen. Viele (günstige) Alternativen bieten zudem 78 Umdrehungen an. Die dazugehörigen Umschalttasten sind rechts neben der Start-Stop-Taste angebracht. Die Tonarmbasis ist höhenverstellbar und verfügt über ein skalierbares Antiskating.

Bei der Tonarmhalterung hat sich Denon DJ ein weiteres interessantes Detail einfallen lassen: „Lock or rest“. Anders als üblich kommt kein gewöhnlicher Haken zum Einsatz, sondern so eine Art magnetischer Klick-Mechanismus.

Nicht besonders viel Auswahl gibt es bei den erwähnten Anschlüssen: es gibt einen Phono-Ausgang, mehr nicht. Eine USB-Schnittstelle wird der ein oder andere sicher vermissen. Da es keinen Vorverstärker gibt, fällt diese Schnittstelle weg. Wenn ihr eure Vinylschätzchen digitalisieren möchtet, achtet daher auf eine Pre-Amp mit USB-Schnittstelle. Besser gelöst als beim 1210er: die Cinch-Kabel sind nicht fest, ihr könnt also Kabel in beliebiger Länge verwenden.

Ein wichtiger Hinweis am Rande: es gibt keine Möglichkeit, eine Haube mit Scharnieren anzubringen ohne Modifikationen eurerseits. Ihr könntet zu einem Decksaver greifen, selbst Löcher für die Scharniere bohren oder, so wie ich es gemacht habe: der Deckel vom einem 1210er (es muss nicht das Original sein) drauf legen. Passt von den Abmessungen.

Zwischenfazit: Und wozu der Scheiß, ich hab‘ doch Spotify!

Meine Entscheidung für den Denon DJ VL12 Prime habe ich nicht bereut. Ausgepackt, zusammengebaut und eingestellt habe ich von der ersten Sekunden Musik an gewusst: damit lagst du goldrichtig. Ich werde ihn –hoffentlich– viele Jahre nutzen. Für einen Plattenspieler kann man (heutzutage) eine ganze Menge Geld liegen lassen. Sei es für einen Technics mit Direktantrieb oder für einen „audiophilen“ Plattenspieler mit klassischen Riemenantrieb. Bei ersterem hatte ich keine Lust eine Menge Geld für den Kult-Faktor hinzublättern. Der bringt mir beim Hören nämlich nix.

Bei den zweiten Vertretern, die preislich noch in der Nähe des Denon lagen, hat mir mein Bauchgefühl abgeraten. So war die Auswahl recht begrenzt: der Pioneer PLX-1000, ein Reloop RP7000 oder ein Turn 5 kamen als potentielle Neugeräte in die nähere Auswahl.

Und was heißt das nun für euch, liebe Smartphone-Freunde, die ihr sonst nur Streams konsumiert oder von schlechten Beats aus Teenager-Handys in überfüllten U-Bahnen malträtiert werdet? Ihr braucht ihn nicht. Bleibt weiter bei euren Spotify-Playlisten. Das gute Ding hat nur Nachteile. Wenn ihr ihn einschaltet, passiert erst einmal gar nichts. Außer, dass sich der Plattenteller dreht. Das tut er verdammt gut, zuverlässig präzise mit geringsten Schwankungen.

Der Motor, der den Plattenteller dreht ist einer der mächtigsten auf dem Markt. Er hat mehr Bums als ein Technics 1210. Gleichwohl, Angst müsst ihr um eure Finger nicht haben. Auch lässt sich der Drehmoment reduzieren und pendelt sich auf gewohntes Niveau herunter.

Ich weiß, auf dem Handy geht das ganz anders. Da kommt da gleich Bumm-Bumm und dat Ding rockt im Zusammenspiel mit euren Beats oder AKGs. Und René, lass‘ lieber die Finger davon und hau‘ weiter in die Tastatur.

Ich freue mich dagegen sehr über die zuverlässige Steuerung: Start-und Stop sind wunderbar direkt umgesetzt. Anders als bei Riemenantrieb, dreht sich der Plattenteller nicht erst noch ein bißchen weiter und schwingt zu Ende. Das erfreut natürlich DJs, aber auch Typen wie mich, die gerne schnell einmal ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen wollen und einen bestimmten Song suchen oder eine Passage anhören wollen. Ihr müsst ihn unbedingt auf der Platte haben, solltet ihr daran interessiert sein, als (Neu-)Einsteiger im Sachen Vinyl, Fuß fassen zu wollen.

Das geht mitunter aber auch problemlos mit älteren, wohlgepflegten Plattenspielern. Der VL12 Prime stellt hierbei den derzeitigen Stand der analogen Technik dar, mit der die Ohren eurer Eltern beschallt worden sind.

Denon VL12 PRIME
Denon VL12 PRIME*
von Denon

Isolierende Füße eliminieren unerwünschte Vibrationen
einstellbarer Drehmoment bis zu 5 kg/cm
Vollständig neu entwickelter ergonomischer Plattenteller mit innovativem "Easy Grip/Brake"
Quartzgesteuerter Direktantrieb
S-förmiger Tonarm für akkurate Abtastung
Neu entwickelte Tonarmhalterung mit "Lock or Rest"
Robuste Metall Tonarmbasis und hoch-qualitative Metall Bedienel...

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Zuletzt aktualisiert am 14. December 2018 um 19:08 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Sonos und Vinyl – Was brauche ich denn nun alles?

Hast Du noch irgendwo eine alte Stereoanlage oder einen ollen, nicht-smarten Verstärker mit Phonoeingang und Stereolautsprechern herumfahren? Jetzt ist der Moment gekommen, weshalb du die alte Technik eingemottet, aber nicht auf eBay-Kleinanzeigen verscherbelt hast.
Selbstverständlich könnt ihr (theoretisch) den Denon DJ VL 12 Prime auch über einen AV-Receiver laufen lassen, der über einen Vorverstärker verfügt und euren Sound über 5.1/7.1-Lautsprecher ausgeben lassen.

Das klingt aber beschissen bescheiden, ich rate dringend davon ab. Damit kann man mehr oder weniger gut Filme und Serien akustisch untermalen, zum Musikhören sind viele dieser Home Theatre-Anlagen suboptimal geeignet.

Sollte deine Anlage keinen Phonoeingang besitzen, brauchst Du einen Vorverstärker. Der Plattenspieler (bzw. der Tonabnehmer) hat eine sehr kleine Ausgangsspannung. Dann muß ein Phono-Vorverstärker zwischen Plattenspielern und einen beliebigen Hochpegel-Eingang geschaltet werden.

Ein Phono-Vorverstärker bereitet das Signal so auf, dass an seinem Ausgang der Pegel genauso laut ist wie bei CD-Spielern, Tuner und anderen Geräten. Hier kann man schon eine ganze Menge Geld liegen lassen. Zwischen zu wenig und zu viel besteht ein großer Spielraum. General sollte diese Komponente zum Rest der Anlage passen. Ich habe mich für einen Phono-Vorverstärker von Pro-Ject entschieden. Diese bieten i.Ü. auch eine ganze Menge Plattenspieler an, die über einen eingebauten Vorverstärker verfügen. Die verbaute Elektronik ist aber oftmals sehr bescheidener Qualität.

Vielleicht hast Du die ja neulich bei deinem hippen Bekannten gesehen. Hat auch super zu seiner restlichen Heimeinrichtung gepasst. Für mich kam so ein Dünnbrettdreher nicht in Frage, da ich den Plattenspieler täglich im Einsatz habe und viele Jahre lang seine Dienste verrichten soll.

Das ist eine persönliche Präferenz, da es sich aber um einen persönlichen Ratgeber handelt, kann ich nicht etwas gegen meine Natur empfehlen.

Pro-Ject Phono Box Vorverstärker MC-/MM-Tonabnehmern
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von Pro-Ject
  • Entzerrervorverstärker mit MM / MC Umschaltung
  • DC Netzteil (<1 Watt Standbyverbrauch)
  • Präzise RIAA Entzerrung
  • Ausgangsstufe mit niedriger Impedanz
  • Hartvergoldete RCA-Buchsen

Für alle, die den Plattenspieler in ihr Multiroom/WLAN-Setup einbinden wollen, steht (wahrscheinlich) eine weitere Investition an. Ihr könnt aber auch den Line-In-Eingang einer Play 5 verwenden. Ansonsten greift man zur Sonos Connect oder zur Sonos Connect:AMP, wenn ihr eure bisherigen analogen Lautsprecher mit in das System integrieren möchtet.

Jetzt ist es fast geschafft. Ich empfehle euch zwei Lautsprecher im Stereo-Verbund zu verwenden. Zwei Play:1 reichen vollkommen, wenn ihr die (Alexa-)Sprachsteuerung braucht, dann halt eine Stereopaar mit zwei Sonos One-Exemplaren.

Eine Stufe drüber liegt ihr preislich und klangtechnisch wenn ihr denn zwei Sonos-Buddies noch einen Subwoofer zur Seite stellt. Und wer im Lotto gewonnen hat oder tolerante/taube Nachbarn besitzt, krönt das ganze mit Hilfe von zwei Play:5-Lautsprechern. Dann habt ihr aber auch das Maximum an Klang herausgeholt, was mit Sonos möglich.

Für den Preis bekommt man mit konventioneller Audiotechnik aber sicher ein wenig mehr geboten, muss demgegenüber aber (viele) Kabel verlegen und auf die Vorzüge eines WLAN-basierten Home Sound-Systems verzichten.

Fazit zum Denon DJ VL12 Prime

Kann man ein eigenständiges Produkt entwickeln, indem man eine zum Standard avancierte und seit Jahren etablierte Ikone kopiert?
Der Denon DJ VL12 Prime bietet bei aller Technics 1210-Orientierung ein frisches, innovatives Design und extreme viele solide Eigenschaften, die euch höchstwahrscheinlich noch in vielen Jahren erfreuen werden.
Die stufenlos regulierbare Ringbeleuchtung ist ein nettes und interessantes Feature, dass mir längerer Benutzung sich immer weiter vom „nice-to-have“-Faktor entfernt und dem Plattenspieler das gewisse Etwas verleiht.

Design & Verarbeitung9
Ausstattung & Technik9
Performance10
Preis & Leistung7
sehr gute Verarbeitung
Klang
Ringbeleuchtung
Keine (Vorrichtung) für Staubschutzhaube
8.8
Fazit Huawei P20 Test
Der Denon DJ VL12 Prime bietet bei aller Technics 1210-Orientierung ein frisches, innovatives Design und extrem viele solide Eigenschaften, die euch höchstwahrscheinlich noch in vielen Jahren erfreuen werden.
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