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Der Deutschen liebste Schubladenhandys

Laut einem Eintrag im Base-Blog aus diesem Jahr befinden sich zurzeit ca. 100 Millionen genutzte Mobiltelefone in Umlauf in Deutschland. Das ist keine große Überraschung, wenn man davon ausgeht, dass Handys und Smartphones immer wichtiger für den Alltag eines Jeden und sogar unverzichtbar sind. Dabei kommt es natürlich auch darauf an, in Sachen Aktualität an vorderster Front zu stehen. Neue Versionen der Mobiltelefone kommen fast monatlich auf den Markt und deren sagenhafte Features motivieren die Nutzer, das alte Gerät fast alle 2 Jahre gegen ein neues auszutauschen. Daher kommt es, dass sich statistisch gesehen ca. 83 Mio ungenutzter Funktelefone in deutschen Haushalten befinden, denn meist werden sie in irgendeiner Schublade verstaut und vergessen.

Weltweit werden jährlich ungefähr eine Milliarde Mobilfunkgeräte hergestellt. So ein Telefon besteht zu 56% aus Kunststoff, zu 25% aus Metall und zu 16% aus Keramik und Glas, was erst einmal weniger spannend ist. In Anbetracht der Menge der Handys und Smartphones die bereits entstanden oder im Begriff der Entstehung sind, kann man sich jedoch leicht vorstellen, dass die Rohstoffsituation zu wünschen übrig lässt. Bei der Herstellung werden nämlich auch Stoffe wie Tantal oder Indium verwendet – beides Materialien, die laut Statistiken binnen weniger Jahre bereits erschöpft sein sollen und für die es momentan keine Alternativen gibt. Des weiteren befinden sich im Inneren des Gehäuses auch wertvolle Metalle wie Kupfer, Gold und Silber, aber auch Zinn und Blei. Alles Stoffe, die schon die großen Hersteller von Elektronikkleinstteilen wie Vishay benötigen, deren Bauteile weltweit in fast allen Elektrogeräten zu finden sind.

[sws_blockquote_endquote align=“left“ cite=“Selten bedacht: Mobiltelefon-Recycling“ quotestyle=“style02″]80% der Materialien in Smartphones könnten allerdings wiederverwertet werden. Deshalb ist das Recycling von Mobiltelefonen, bei dem das Materialgemisch getrennt wird, äußerst wichtig. [/sws_blockquote_endquote] Dazu braucht es allerdings die Mithilfe sämtlicher Privatnutzer, die den ersten Schritt machen müssen, um die Geräte in den Recycling-Prozess geben. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen plädierte im Juni 2012 für ein Recyclingsystem, dass die Rücknahme von Mobiltelefonen ermöglicht und damit wichtige Rohstoffquellen sicherstellt. Dabei handelt es sich um einen von den Grünen angeregten Vorschlag, jedes Gerät mit einem Pfand zu belegen, der sich zwischen 30 und 100€ befinden soll. Somit seien die Nutzer motiviert, dass sonst nutzlos gelagerte Handy durch Rückgabe wieder in den Kreislauf der Wiederverwertung zu bringen.
Ob der Handypfand eines Tages durchgesetzt werden kann, wird sich noch zeigen. Jedenfalls legt dies die Vermutung nahe, dass an der Rohstoffknappheit tatsächlich etwas dran sein könnte und dass Deutschland einmal, auch freiwillig und ohne Handypfand, einmal in seine Schubladen schauen könnte. Sonst kann das übernächste iPhone vielleicht doch nicht mehr im Laden erstanden werden, und das wollen wir doch alle nicht.

Geschrieben von Gary Madeo

Gary Madeo

Bloggt seit Jahren mit vielseitigen Interessen, kümmert sich um administrative und redaktionelle Inhalte. Sachlich und nüchtern, oder auch persönlich und polemisch - auf jeden Fall aber immer voll bei der Sache.

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