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Kommentar: Samsung Galaxy S5 Prime -Variante kommt im Mai, Sinn & Verstand wenig später!

Wieder Samsung, wieder Galaxy S5 in einer aufgebohrten Variante: eine besser ausgestattete Version wird heftig herbeigewünscht, so sehr, dass sich auch etablierte Medien nicht zu schade sind, jeden Mist aufzugreifen. Ach ja, das Galaxy S5 Prime soll spätestens im Mai kommen. Oder ein ganz anderes Smartphone aus der neuen Galaxy F-Reihe.

Was wird bei der Premium Version des Galaxy S5 anders sein? Richtig, all die Dinge sollen enthalten sein, die scheinbar ganz furchtbar arg vermisst werden: 2K-Display-Auflösung, Metallgehäuse, eine schnelle 64bit-CPU. Für mich klingt das wie eine wilde Mischung aus Wunschvorstellungen und halbgaren Infos; wie Pläne, die aus der Versenkung oder aus Schubladen hervorgekramt werden. Klar, die neuen Samsung-Prozessoren sind da, etwa die Exynos 5422. Wie immer, wenn es um Samsung oder Apple geht, sind die Erwartungen so übertrieben hoch, der Sturm der Entrüstung tobt solch einer atemberaubenden Intensität, dass man sich fragt, wie manche Menschen es fertig bringen, sich über eine solch unbedeutende Nebensächlichkeit wie Smartphones so dermaßen aufzuregen, als hinge die Zukunft der halben Menschheit davon ab.

Also nur her mit dem Samsung-Bashing. Jede Webseite, jeder, der einen Twitter-Account anlegen kann, taugt mittlerweile als seriöse Quelle oder zumindest dazu, den eigenen Standpunkt zu untermauern. Da zitiert die renommierte amerikanische phonearena.com ausgerechnet eine kaum bekannte niederländische Webseite (Domain ist älter, Artikel gibt es erst seit Januar). Dem verlinkten Artikel liegt ein stark differenzierendes Twitter-Gespräch zugrunde. Eine großartige, mit allen journalistischen Finessen ausgearbeitete Frage mit einer ebenbürtig präzisen Antwort. Da ist der Artikel drumherum eine Nebensächlichkeit, die man zwischen Tulpenkauf und Coffee Shop-Besuch erledigt:

Galaxy-S5-Prime-twitter

Selbige sowie andere, eiligst herbeizitierten Twitter-Quellen sind ebenso renommiert und zuverlässig. So haben sie zum heutigen Standpunkt eine große und treue Fangemeinde (1 Follower), haben zahlreiche, qualitativ hochwertige Tweets verfasst (1) und sind generell in der Branche bekannt wie ein bunter Hund. Ich bin ob des gebotenen Qualitätsjournalismus ganz still und erstarre in Ehrfurcht.

(1 Zeile respektvolles Schweigen. Zum Nachdenken!)

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Samsung-Bashing ist in und tut niemandem weh!

Ganz ehrlich– was soll der Mist? Samsung zwingt niemanden, sich jedes Jahr ein neues Smartphone zu kaufen. Niemand will, dass ihr alle zwölf Monate 500 oder 600 EURO abstottert, obwohl ihr bereits vor dem Kauf nur am Meckern seid darüber, was die Südkoreaner angeblich alles falsch gemacht haben. Das sie die biedere Version von Apple sind, mit der gleichen restriktiven Politik und nur Schrott und Müll verkaufen.

Das Galaxy S5 hat es diesmal ganz dicke getroffen, weil Samsung zum ersten Mal das S-Modell nicht mit einer CPU-, Display- und Speicherausstattung ins Rennen geschickt hat, die sich deutlich vom Vorgänger oder vom aktuellen Note-Modell unterscheidet. „Nur“ eine Snapdragon 801, „nur“ 2 GB RAM, „nur“ FullHD, „nur“ 200 mAh mehr als das Samsung Galaxy S4. Das Galaxy S5 vielleicht ein wenig anders zu positionieren als frühere Versionen, gesteht man Samsung offenbar nicht ein. Nicht dass die Südkoreaner ein oder zwei Marktanalysten beschäftigt, um herauszufinden, wie man mehr Kundenzufriedenheit generiert. Der Tulpen-Blog von nebenan oder ein Hardcore-Smartphone-Fetischist weiß besser, was die Mehrheit will.

Eine Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln muss auf einem 5,1 Zoll Display mindestens her, unter 4 GB RAM kommen uns nicht in die Tüte, weil bereits das Note 3 3 GB hatte und überhaupt, was sollen die popeligen 16 Megapixel, wenn Sony bereits seit geraumer Zeit mehr als 20 MP in seinen Xperia Z-Modellen verbaut? Dass die volle Auflösung nur im manuellen Modus zur Verfügung steht– drauf geschissen, gemerkt hat es keiner. Dass gute Fotos nicht von der Pixelzahl abhängen, sollte mittlerweile selbst eine am Meeresgrund dahinvegetierende Amöbe mitbekommen haben, tut der Sache aber keinen Abbruch. Motzen macht Spaß, dumm daherreden und irgendetwas einfach nachplappern ist keine große intellektuelle Hürde. Da Da simmer dabei! Dat es prima! VIVA SAMSUNG-BASHING! (Und wenn das neue HTC One kommt, machen wir es genauso!).

Überhaupt macht es sicher großen Spaß, sich unbesehen als Teil einer großen Gruppe zu fühlen: überall scheint es gleichgesinnte Tastatur-Revoluzzer zu geben, die genauso denken wie du und ich und sich (ich hoffe nur im virtuellen Leben) scheinbar auch ein und die selbe Gehirnzelle teilen. Auf in den Kampf gegen das Böse, oder halt zumindest gegen Samsung und alle, die man mit Samsung assoziiert! Zum Beispiel die trotteligen Typen, die mit einem Galaxy S3 bewaffnet ein ganzes U-Bahn-Abteil mit schrottigstem Deutsch-Hip Hop oder Black Music beschallen. Die haben doch immer Samsung-Handys, ohne Ausnahme! Und waren sie nicht auch die zwielichtigen Gestalten, die uns früher immer verprügelten und gemoppt haben?  Jetzt Mobben wir zurück, mit der vereinigten Kraft unserer Nexus 5 (oder heißt es grammatikalisch korrekt „Nexen“?) mit CyanogenMod 11 SuperInstabilAlphaBetaROM können wir den Kampf gewinnen!

Irgendwo muss man sich austoben, Dampf ablassen– verständlich auch. Es wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Dass aber Webseiten, Blogs, Magazine und die seriöse Presse, die ja unbedingt hip sein will (seid ihr nicht und werdet ihr niemals sein, nur Mal so am Rande…) und immer vorne mit dabei ist, diesen pubertären Quatsch aufgreift und Vorschub leistet, ist ein Armutszeugnis. Ob jetzt eine Samsung Galaxy S5 Prime -Variante kommoder nicht, ist fast nebensächlich.