HTC Flyer WiFi (Neue Wertung 2013)

HTC Flyer: Mit einiger Verspätung erscheint nun also auch die 16 GB-Variante des ersten HTC-Android Tablets in Deutschland. Im Vorfeld herrschte eine gespannte Erwartungshaltung, ob den asiatischen Tüftlern mit dem Flyer und seinem kennzeichnenden Stylus-Stift der innovative, große Sprung nach vorn gelungen ist, oder ob es sich bei diesem, lediglich mit Android 2.3.3 auf den Markt geworfenem Produkt um den typischen, ambitionierten, jedoch nicht zu Ende gedachten Ansatz handelt.
Dass HTC mit dem Flyer in jeglicher Hinsicht ein interessantes Produkt auf den Markt geworfen hat, dürfte über alle Lager hinweg auf Zustimmung stoßen. Ob ihnen mit dem HTC Flyer damit der ganz große Wurf gelungen ist, bleibt indes abzuwarten.

HTC Flyer : Ausstattung & technische Daten

„Kein Dual-Core“, so die häufigste Feststellung wenn es um die technischen Details des HTC Flyers geht. Man sollte diese Aussage jedoch mit Vorsicht genießen, denn richtig gehaltvoll ist sie nicht, schließlich verrät sie nicht viel über die Leistungsfähigkeit des 7‘-Tablets. Richtig interessant ist das sicher nur für Technik-Freaks, und die dürfte der Umstand milde stimmen, dass die 1,5 GHz „mono“ unter Haube doch mächtig Dampf erzeugen und mehr als ausreichend sind, um im Alltag alle Aufgaben flott und mit Bravour zu meistern.

HTC Flyer

aber dann doch eine zeitgenössische Ausstattung: 1GB Arbeitsspeicher, über SD-Karte erweiterbare 16 GB Gesamtspeicher, GPS, WiFi ,5 Megapixel Haupt-und 1.3 Megapixel Frontkamera sowie eine Auflösung von 1024×600 Pixeln. Ob letztere denn nun ausreichend für Android 3.0 sind, sollten sowohl Google als HTC schlussendlich klären. Ohnehin überzieht HTC sein erstes Tablet analog zu seiner bislang sehr erfolgreichen Smartphone- Palette mit der proprietären und eigens dafür angepassten Sense-Oberfläche.

Wirklich herausragen kann HTC aber mit seinem Stylus-Stift, den es, anders als in anderen Ländern, sozusagen serienmäßig oben mit dazu packt. Dieses Feature lässt das HTC Flyer aus dem bislang doch noch gut überschaubaren Tabletmarkt hervorheben und dürfte auch über die Zeit hinweg als ein wichtiges Herausstellungsmerkmal taugen. Dies steht und fällt jedoch mit der Software und der Einbindung in den Alltag der User. Hier, so viel kann bereits verraten werden, muss HTC noch einiges abliefern.

Abgerundet wird die Ausstattung des 499 € teuren Android-Tablets durch ein in weiß gehaltenes Netzteil, ein USB-Kabel, Kopfhören und einem ebenfalls weißen Lederetui, in dem das Flyer und der Stift aufbewahrt werden können.

HTC Flyer : Erster Eindruck

„Befreit“ man das HTC Flyer aus seiner schicken Verpackung, so dauert die Ersteinrichtung, wie bei Google und HTC gewohnt, nur wenige Minuten bis man loslegen kann. Flugs ein Konto bei Google einrichten oder mit einem bestehenden Konto anmelden, dürfte die wenigsten überfordern. Jetzt dauert es dann doch einen Augenblick bis die Sense-Oberfläche eingerichtet ist. Hat man bei der Anmeldung keinen weiteren Account eingerichtet, so bleiben die schicken von HTC vorkonfigurierten Widgtes auf den maximal 8 Seiten erst mal „leer“ und man steht vor verschlossener Tür.

Der Startbildschirm mit dem kultigen HTC-Homescreen bietet auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches: unten in der Leiste hat HTC indes je nach ausgewählter „Szene“ (über „Personalisieren“ zu erreichen) jeweils andere Apps platziert.

Da ein Tablet auch bequem waagrecht gehalten werden kann, sollte sich der versierte Smartphonenutzer möglichst rasch an den sagenannten „Landscape“-Modus gewöhnen. Der bietet im Zusammenspiel mit den Sense-Widgtes eine bequeme, optisch auch ansprechende Form der Bedienung. Zunächst einmal machen die HTC-eigenen Widgets mächtig Spass, die Benutzung geht leicht von der Hand und lässt den Blick in das Handbuch zum obsoleten  Relikt aus vergangenen Tagen erscheinen.

Hier, im Anfangsstadium der Benutzung, macht das HTC Flyer einen guten Eindruck, es macht geradezu Spaß all die Widgets, die man üblicherweise auf dem Smartphone nach einer Weile abgeschaltet hat, auf dem wesentlich größeren und hellen 7-Zoll-Super-LCD zu erleben. Wie sicher bekannt sein dürfte,sitzt das HTC Flyer auf einem aufgebohrten Android Gingerbread-Betriebssystem, sprich, es kommt kein Honeycomb zum Einsatz. Man muss auf alle Tabletoptimierungen verzichten, was sowohl Abstriche in der Bedienung als auch in der Optik nach sich zieht. Zwar bleibt der gewisse, überraschende Aha-Effekt aus, weil man ja im Grunde bereits alles aus der Smartphone-Welt kennt, aber nichtsdestotrotz muss man HTC attestieren, ein solides Setup auf die Beine gestellt zu haben. Der routinierte Benutzer muss sich anderweitig umsehen, um auf echte Innovationen zu stoßen und wird beim Stylus-Stift erstmal fündig.

HTC Flyer: Der Stylus-Stift

Wie ist der nun, der Stylus-Stift? Lässt er das Herz der Tablet-Jünger höher schlagen oder versetzt er sie, mangels echter Funktionen, in einen Tiefschlaf? Vorweg, wird das Tablet ohne Stift bedient, verhält es sich wie jedes andere Tablet auch. Berührt man, egal in welchem Modus/Bildschirm, mit dem Stift das Display, so springt der Stylus-Modus an: in erster Linie wird der Bildschirm abfografiert und steht zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung. Das gleiche passiert, in „entschärfter“ Form, wenn man auf die entsprechende Stift-Taste im Rahmen drückt. „Entschärft“, weil hier nicht sofort der Bildschirm eingefroren wird sondern zwei Optionen zugänglich gemacht werden: die erster Option fotografiert den aktuellen Screen, die zweite führt zur Notiz-Funktion.

Die Notizfunktion ist im jetzigen Zustand mit Sicherheit bereits sehr nützlich, sollte von HTC in hoffentlich bald erscheinenden Firmware-Versionen sowohl im Umfang als auch im Detail erweitert werden. Das spezielle, auf Evernote basierende Widget lässt sich produktiv nutzen, erleichert den Alltag beträchlich und lädt zu allerhand Spielereien ein. Das Bedürfnisse schaffende und „unbedingt-haben-wollen“-Gefühl etwa wie bei der Einführung des iPads will sich jedoch nicht so Recht einstellen. HTC sollte es ein Leichtes hier einige Verbesserungen einzubauen, wie etwa:

  • Hinzufügen und Verkettung mehrerer handschriftlicher Notizen
  • Sortierung mittels farbiger Registerkarten
  • Ausschneiden, Kopieren und Einfügen handschriftlicher Notizen
  • direkte Suche in HTC Notes
  • Vorlagen wie etwa To-Do-Liste, Kalendereintrag, Notizblock, Memo etc
  • Frei wählbare Platzierung und Konfigurierung des Stift-Menüs
  • direkte Integration mit OneNote

Eine Handschriftenerkennung wäre mit Sicherheit das KO-Kriterium, jedoch scheint es mehr als fraglich, ob HTC so etwas in der Planung hat, schließlich will ein eventueller Nachfolger auch verkauft werden und bleibt bis auf Weiteres der Traum des Rezensentens. Unverständlich auch, warum in HTC Watch der Stylus nicht funktioniert, im Twitter-Widget dagegen schon.

HTC Flyer : Surfen und die alltägliche Bedienung

Eine Webseite im Standardbrowser ist schnell geladen und wird i.d.R. sauber und vollständig dargestellt, (fast) wie man es von PC oder Laptop gewohnt ist. Entwarnung für alle Datenblatt-Jünger: 1,5 GHz reichen mehr als locker hierfür aus und stellen im Moment die technologische Speerspitze auf Tablets und Smartphones dar. Schneller surft man mit Android sonst nicht. Noch komfortabler, weil um zahlreiche Addons erweiterbar, geht das Surfen mit dem kostenlosen Dolphin HD Browser.

Lächerlich genug zu erwähnen, aber das HTC Flyer macht verdammt oft genau das, was man von ihm verlangt. Systemabstürze sind sehr selten. Während des siebentätigen Testraums kam es zu weniger als eine Handvoll von Systemabstürzen/Browserneustarts oder dergleichen – Werte eines sich im Anfangsstadium bedindlichen Systems, von dem sich einige Konkurrenten eine gehörige Scheibe abschneiden könnten. Sehr gefällig ist das flotte Arbeitstempo, wobei HTC hier mittels seiner Sense-Oberfläche seine Trümpfe ausspielt – egal wie man es sprichwörtlich „drehen und wenden“ will, der Siebenzöller folgt brav den Anweisungen und passt die Darstelllung auf dem kapazitativen Display an. Kein Murren oder Knurren, außer in der ein oder anderen Standard-Android-App.

HTC Flyer : Die lieben Medien

Leider zeigt sich das HTC Flyer bei der Wiedergabe diverser Videos von seiner zickigen Seite. Bei den beiden gängigen Formate Xvid und Matroska quittiert das Flyer seinen Dienst – kein schöner Umstand, dessen man sich jedoch durch Installation des Mobo-Players entledigen kann. Damit schließt man die Lücke, die die HTC-Ingenieure hinterlassen haben. Ansonsten hat das Flyer mit Musik- oder Bilddateien keine Probleme.

Mit HTC Watch und dem eBook-Store versuchen die Taiwaner an anderer Stelle zu Punkten. Beide Dienste befinden sich hier in Deutschland im Aufbau, die Auswahl an Bücher bzw Filmen ist noch recht bescheiden. Zudem sind sowohl Bücher als Videos verhältnismäßig teuer: €3.99 Ausleihgebühr für einen alten Film wie etwa Dreamgilrs werden diesem Dienst kaum zum Durchbruch verhelfen. Der momentan einzig aktuell Film The Social Network kann dagegen, wie viele andere Streifen auch, nur gekauft werden – und das zum stolzen Kurs von €13.99!

HTC Flyer : Fazit & die weiteren Aussichten

Mit seinem Erstlingswerk hat HTC sehr Vieles sehr richtig gemacht und lässt über einige Schwächen und Ungereimtheiten hinwegsehen. Zum stolzen Preis von 499 € für die WiFi-Version bekommt man das wahrscheinlich zur Zeit beste 7-Zoll-Android-Tablet auf dem Markt. Leider scheint HTC sich dessen nicht richtig bewusst zu sein- anders lässt sich nicht erklären, weshalb die Werbetrommel nicht so kräftig gerührt wird, wie es für solch eine Leistung eigentlich angemessen wäre.

Alternativ zum HTC Flyer könnte man auf das vielversprechende Samsung Galaxy Tab 10.1 ausweichen, zwar größer und in Europa teurer, aber ebenfalls sehr stylish und hochwertig und zudem mit Honeycomb 3.1 ausgestattet.

Auch sollte sich HTC seiner Verlautbarung erinnern und der Entwickler-Community durch Entfernung der Bootloader-Verschlüsselung entgegenkommen. Das leicht angestaubte Galaxy Tablet wildert dank sehr niedrigem Preis (knapp 300€ für die Wifi-Variante) und einer ansehlichen Auswahl an alternativen Firmwares und Modifizierungen nämlich genau in den angestammten Gefilden des HTC Flyers.

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