HTC One Test – Das EINE Smartphone

Das überall überragende Wertungen einheimsende HTC One hat es auch zu uns geschafft und wird in diesem Testbericht einer gründlichen Überprüfungen unterzogen. Lest und findet heraus, ob nicht nur die omnipräsente Werbekampagnen der Traditionsherstellers aus Taiwan einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, sondern ob mich auch das HTC One mit seinen inneren Werten überzeugen konnte.

HTC One – nur eine große Werbekampagne?

Blogger sind schon komische Leute: grundsätzlich verstehen sie sich als Speerspitze der Userschaft, die den Herstellern und den restlichen Benutzern einen Schritt voraus ist und in der Regel immer besser weiß, was gut oder schlecht ist. Es scheint auch eine unausgesprochene Regel zu geben, dass man sich antizyklisch verhalten soll. Findet die große Masse iPhones gut, ist es die Pflicht eines jeden aufrichtigen Bloggers, das Haar in der Suppe zu finden. So wurden die Produkte der Firma aus Cupertino regelrecht kaputt-gebasht, so dass es in manchen Zirkeln wieder uncool war, iPhones gut zu finden. Mit Samsung wurde ein Gegenspieler ausfindig gemacht, den es galt hochzupushen – die Galaxy-Modelle wurden schnell zur schlagkräftigen Armee im Kampf gegen den bösen Apfel erklärt. Patentstreitigkeiten und die ein oder andere juristische Spitze der beiden Hersteller taten ihr Übriges. Kein Wunder also, dass für andere Hersteller in diesem dualistisch geprägten Weltbild kaum Platz war. So kam es, dass HTCs Smartphones irgendwie ins Hintertreffen gerieten, die ein oder andere unglückliche strategische Ausrichtung des Hersteller aus Taiwan mag zudem eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben. Samsung wurde zum übermächtigen Platzhirsch am Android-Himmel. Samsung Galaxy wurde zum Synonym für Android, ähnlich wie es der Begriff iPhone für den gesamten Smartphone-Bereich war.

Bildstrecke zum HTC One Test

Ihr erinnert auch an das antizyklische, kritische Bewusstsein der Techblogger? 2013 scheint das Jahr des Samsung-Bashings zu werden. Wie gut, dass HTC mit dem HTC One ein durch und durch durchdachtes Smartphone-Modell abgeliefert hat, dass man in Kampf gegen Samsungs  vierte Plastikbomber-Reinkarnation namens Galaxy S IV unterstützen kann. Es gehört scheinbar zum guten Ton, 2013 HTC über den grünen Klee zu loben und all das zu ignorieren, was nicht ins Weltbild passt. HTC fährt eine aufdringliche Werbekampagne nach der anderen? Kann getrost ignoriert werden? Kein Champions League-Abend, ohne dutzende Hinweise auf ein HTC One-Gewinnspiel? So schlimm war das gar nicht! Dass sich Samsung da fast in sympathischen Understatement übt beim Samsung Galaxy S IV? Passt mir nicht ins Konzept! Ganz wichtig ist: man muss ganz eindeutig Stellung beziehen und sich auf eine der beiden Seiten schlagen! Für graue Zwischentöne ist einfach kein Platz.

HTC One oder Samsung Galaxy S 4? Nein, Danke!

Wenn ihr soweit mit dem Lesen gekommen seid, könnt ihr es euch ein wenig denken: dies ist kein Fanboy-Bericht, kein Teil einer groß angelegten Werbekampagne, die euch das Smarphone schmackhaft macht, während es euch den Appetit auf ein anderes verderben soll. Wenn ihr nach Gründen sucht, warum das HTC One besser als das Samsung Galaxy S4 ist, werden wir euch kaum welche verraten können. Ihr werdet mit dem HTC One oder dem Samsung Galaxy S4 glücklich werden. Und wenn ihr einfach nur ein Smartphone braucht, dann tun es zig andere für weit weniger als die Hälfte. Was ihr bekommt ist ein reiner persönlicher Erfahrungsbericht, ohne viel Schnickschnack, ohne gebetsmühlenartige Wiederholungen.

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Design und Verarbeitung des HTC One

Das HTC One ist tatsächlich ein hübsch anzusehendes Smartphone geworden: es ist groß, indes nicht überdimensioniert, aufs Wesentliche reduziert und mit einem hohen Wiederkennungswert. Das HTC One liegt gut in der Hand, besser etwa als das Sony Xperia Z, welches auch aufgrund der Größe von 5 Zoll ein wenig grenzüberschreitend wirkt. Das HTC One ist sehr schlank geraten, die Ecken und Kanten handschmeicheln abgerundet und es passte  bisher problemlos in jede meiner Hosentaschen.

Das 4,7 Zoll große, FullHD-auflösende Display nimmt fast selbstverständlich viel Platz auf der Vorderseite ein, ganz bis zum Rand reicht es aber nicht. Zudem sind oben und unten zwei markant abgesetzte (auch farblich, zumindest bei der silbernen Variante) Leisten, die für die Lautsprecher gedacht sind. In der oberen befindet sich zudem die Frontkamera (rechts) sowie links zwei Mikrofon-Sensoren. Mit diesen Soundbars oben und unten besitzt das HTC One einen hervorragenden Wiedererkennungswert- ob’s jeden taugt, sei dahingestellt. Mir jedenfalls sagt das Design des HTC One auf jeden Fall sehr zu. Das liegt definitiv auch am Unibody-Gehäuse aus Metall/Alu, dass wirklich hervorragend verarbeitet ist, mich wohlwollend an das gute alte HTC Desire HD erinnert und mir doch zeigt, dass sich HTC in den vergangenen Jahren, was Design und Verarbeitung angeht, deutlich steigern konnte. Der Einsatz von Metall sorgt dafür, dass es nicht nur beim Alu-Finish bleibt wie bei anderen Smartphones- das HTC One ist tatsächlich das, was es von außen vorgibt zu sein. Das heisst aber auch, dass es dementsprechend auch ein wenig mehr wiegt, nämlich 143g. Das ist nicht Besorgnis erregend viel, eher noch erstaunlich wenig in Anbetracht der Außenmaße, aber dann doch etwas mehr als etwa das Samsung Galaxy S4. Und bevor jetzt das dumme Geschwätz kommt, das Samsung billiges Plastik verwendet und ein schweres Handy besser in der Hand liegt: vergisst es bitte! Wäre das HTC One 20g leichter, würde es auf keinen Fall schaden.

Rechts an der Seitenleiste im oberen Bereich befindet sich die Lautstärkeleiste, die kaum absteht und anfangs schwer zu erfühlen ist. Nach einer Weile klappt das aber ganz gut, denn das verwendete Material setzt sich genug von der ansonsten glatten Oberfläche ab. Leider hat HTC wie viele andere Hersteller auf der oberen Seitenleiste nicht nur den Kopfhörereingang platziert, sondern auch den Einschaltknopf. Für mich überhaupt nicht nachvollziehbar, warum das immer noch so viele Hersteller machen: Der Knopf gehört an die Seite, damit er leichter und ohne Verrenkungen erreichbar ist.

Ansonsten bin ich mit dem Design wirklich zu 100 Prozent zufrieden, etwa dass die Lautsprecher nicht auf der Rückseite platziert wurden, finde ich gut gelöst- es bewahrheitet sich einmal wieder der als Spruch von „Form follows function“. Bis auf den Powerbutton…

HTC Sense 5, Blinkfeed, HTC Zoe und der ganze Rest

Ich hatte den Eindruck bekommen, dass HTC Sense im Laufe der Zeit immer mehr in die Jahre gekommen war. Funktionen über Funktionen kamen hinzu und wurden der angegrauten Sense-UI übergestülpt. So sehr die meisten HTC-Smartphones auch mit schnellen Prozessoren ausgestattet waren, umso stärker hatte ich das Gefühl, dass die SENSE-Oberfläche die verbaute Rechenpower ausbremst. Ganz zu schweigen davon, dass ich sie zum Schluss furchtbar hässlich fand und sie von vornherein verhinderte,  mir wieder ein HTC-Smartphone für den rein persönlichen Gebrauch zu kaufen. Zum Testen fand ich schön zu wissen, was die Taiwaner da so fabrizierten, aber die sich irgendwie träge anfühlende Oberfläche in Verbund mit der antiquierten Optik verhinderten geschickt größere Intimität. HTC Sense- das beste Verhüterli seit Erfindung der Birkenstock-Schuhe!

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HTC Sense 5 hat es also nicht wirklich leicht gehabt mich zu überzeugen. Der Versuch ist aber über weite Strecken gelungen und ich freue mich wieder wie ein Kind, wenn ein neues HTC One-Update ausgerollt wird, weil ich gespannt bin ob und was an der Sense-Engine verbessert wurde. Ich werde versuchen euch zu verraten, warum mich HTC Sense 5 umgestimmt hat.

6 wichtige Änderungen beim neuen HTC Sense

1. HTC SENSE Icons: ikonographisch

HTC Sense Icons

Endlich einmal hochaufgelöste Ions, die Aussehen, als wären sie für ein Smartphone im Jahre 2013 designt worden und nicht so, als stammten sie aus der Urzeit von Android. Immerhin haben wir es mit einem FullHD-Display zu tun, und ich finde, dass sollte auch optisch zur Geltung kommen.

2. Reduktion auf das Wesentliche

Reduktion auf das Wesentliche

Die kunterbunte HTC Sense-Oberfläche wurde zugunsten einer aufs Wesentliche reduzierten Optik getauscht, die nüchtern und modern daherkommt. Das mag nicht allen zusagen, den Teich-Nerds sollte sie eigentlich gefallen- aber die mögen das nur, wenn es direkt von Google käme.

3.Geschwindigkeit: ist manchmal wirklich Alles

HTC Sense 5 Geschwindigkeit

Vorbei die Zeiten, als HTC Sense vor sich hin lahmte und man das Gefühl hatte, ständig mit dem Flaschenhals des ganzen Smartphones zu tun zu haben. HTC Sense 5 ist wie man so schön sagt smooth, alles läuft butterweich durch. Abstürze habe ich bislang noch kein einziges Mal erlebt – nicht einmal mit einer customROM.

4. Blinkfeed: Alles auf einem Blick

HTC Sense Blinkfeed

Ja, ja, Blinkfeed wird zwar penetrant als DAS nächste große Dinge vermarktet, was zwar nervt, aber nichts daran ändert, dass es wirklich nützlich ist. Dabei ist es gar nicht Zoo revolutionär, weil es wie immer bei guten Ideen mehr oder weniger abgeschaut ist – etwa bei Windows Phone 8 oder den zahlreichen Newsreadern wie Flipboard oder Google Currents. Wen es nervt, dass es so zentral in der Sense-UI verankert ist, kann eine andere Seite als Homescreen definieren, einen alternativen Launcher installieren oder sich das Geld für das HTC One sparen und mir schenken.

5. Dock-Icon: Be there. All the Time.

Das Dock ist immer präsent, selbst im App-Drawer verschwindet es nicht. Um den Unterschied zu bemerken, wandelt sich das Icon für den Drawer um. Dauert 10 Minuten, und man hat es kapiert.

6. App-Drawer: Ein bisschen Umstellung muss sein.

App-Drawer

Oh mein Gotte, was musste ich lesen! HTC hat den App-Drwaer ein wenig verändert, so dass er „nur“ 4×3 Apps gleichzeitig anzeigt…ich fasse es nicht. Ja, liebe Gewohnheitstiere, ihr müsst jetzt viel mehr Scrollen, um all eure Apps durchzusehen. Nicht, dass ihr unnötige ausblenden könntet, denn all eure 850 Apps sind lebensnotwendig!

Die allermeisten Änderungen habe ich wie bereits angedeutet als Fortschritt empfunden. Ich kann natürlich verstehen, wenn sich Fans der ersten Stunde ein wenig vor den Kopf gestoßen fühlen, man kann aber HTC daraus keinen Vorwurf machen. Sie haben die HTC-UI wirklich von Grund auf neu überarbeitet, anstatt auf Nummer Sicher zu gehen, hier und da nur ein wenig die Optik aufzupolieren, haben sie viele Sachen neu überdacht, alte Zöpfe abgeschnitten und nicht allein mit der Blinkfeed-Integration wirklich etwas Neues präsentiert. Damit kein falscher Eindruck entsteht, Kenner werden die Verwandtschaft zum alten Sense sicher nicht leugnen können. Es ist ein wenig wie bei der menschlichen Entwicklung. Wo vormals ein pubertierender, pickliger Teenager mit seinem kindlichen Farbvorlieben herumexperimentierte, ist heute ein stilbewusster , junger Erwachsener anzutreffen, der sich seiner Stärken ganz sicher ist. In den Einstellungsmenüs fühlt man sich jedoch noch immer an alte Zeiten erinnert, daran kann auch das HTC One nichts ändern.

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Lustig finde ich, dass sich manche Zeitgenossen über wirklich unwichtige Details den Kopf zerbrechen können, wie etwa dem App-Drawer. Er ist ein wenig anders geraten, so kann man sich jetzt etwa nicht mehr ganz so viele Apps gleichzeitig anzeigen lassen, da die Darstellung ist standardmässig auf 4 x 3 Apps beschränkt wurde. Kein Grund zur Aufregung? Nun, für manche TechNerds offenbar schon, und fragen sich ganz aufgeregt, warum denn Sense nun plötzlich einfache Dinge so furchtbar kompliziert macht. Nicht dass ich den Leuten zu viel Freizeit und Langeweile unterstelle (denn ich unterstelle ihnen auch, dass sie so flexibel wie Stahlträger auf Änderungen reagieren), man kann sich aber auch über Alles furchtbar den Kopf zerbrechen. Niemand, dem ich das HTC One zum ersten Mal in die Hand drückte, nahm daran Anstoß, wenn er ein wenig länger durch die App-Liste scrollen musste. Nur zu Info: man kann die Anzeige auch umstellen.

HTC Sense Blinkfeed
Alles im Blick (oder fast Alles): HTC Blinkfeed

Größere Änderungen sind mit der Einführung von Blinkfeed einhergegangen, denn es ist ähnlich wie das missglückte Facebook Home zentral in Android Jelly Bean eingepflegt. Im Gegensatz zu Mark Zuckerbergs Versuch, nun auch Android kontrollieren zu wollen, bietet es aber einen echten Mehrwert. Ich habe immer ein wenig neidisch zu den Windows Phone 8 Handys geblickt, weil es mir gefällt, wie dort die wichtigsten Ereignisse zentral auf einem Homescreen einsehbar sind. Sagen wir es einmal so, dass HTC mit Blinkfeed einen ähnlichen Ansatz verfolgt, sich jedoch auf Nachrichten und Status-Meldungen aus den sozialen Netzwerken beschränkt. So kann ich mit Blinkfeed immer wieder schnell nachschauen, was auf der Welt passiert ist, oder ob in meinen sozialen Netzwerken mal wieder ein Sack Reis umgefallen ist – oder war es umgekehrt?

Wünschenswert wäre es, wenn man die Nachrichtenquellen stärker individualisieren könnte: so ist die Auswahl nicht gering, aber auch wenn man Schwerpunkte setzen kann, letzten Endes sind die Auswahlmöglichkeiten vorgegeben und beschränkt. Schön wäre es, eigene Quellen für Nachrichten auswählen zu können, und zwar nicht nur, weil wir HTC nicht wie ursprünglich geplant bestochen haben, und unsere Webseite www.morethanandroid.de somit nicht als Option zur Verfügung steht, sondern weil es eine logische Fortsetzung der Grundidee wäre. Kann aber noch kommen, vielleicht auch die Sache mit der Bestechung…

Darüber hinaus wünschte ich mir, man könnte SMS-, WhatsApp- oder den eigenen Email-Account einpflegen, dann hätte man wirklich Alles auf einem Blick. Das ist jetzt explizit nicht als Kritik gemeint, sondern als Idee für die Zukunft.

 Kamera und HTC Zoe

Lassen wir Bilder sprechen? Lassen wir Bilder sprechen! Bevor ich hier weiß Gott was von mir gebe, hier sind ein paar Bilder, die ich in letzter Zeit mit dem HTC One geschossen habe.

Das ist jetzt keine besondere Auswahl, ich bin mehr oder weniger nach dem Zufallsprinzip verfahren, um euch einen Eindruck zu vermitteln, was es mit der HTC-Kamera auf sich hat. Für mich geht die Qualität völlig in Ordnung, d.h. für ein Smartphone spielt sie tatsächlich in der Oberliga mit und ist damit auf dem gleichen Niveau wie die des Sony Xperia Z. Zudem löst die Kamera schnell aus, sie steht wirklich fast immer zur Verfügung, wenn man einen spontanen Schnappschuss machen will – was bringt mir die beste Handy-Kamera, wenn quälend lange Sekunden verstreichen und der Moment vorbei ist? Hierfür ist das HTC One sowohl für Bilder als auch Videos hervorragend geeignet. Probleme gibt es leider bei Bildern mit großen Helligkeitsunterschieden, etwa zwischen Vorder-und Hintergrund (zu sehen bei der Aufnahme des Berliner-Fernsehturms), weil die Kamera nicht weiß, welche Helligkeit sie als Maßstab nehmen soll: entweder ist dann alles zu hell oder zu dunkel abgelichtet. Das war mir zwar bereits im Vorfeld klar, aber ich hatte meine Mühen, eine halbwegs brauchbare Aufnahme zu machen.

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Toll ist das Ganze Blink-Blink drumherum. Damit meine ich die zahlreichen Filtereffekte, Szenen und HTC Zoe: das macht wirklich Spaß und man kann sich kreativ austoben. Auch dass im Handumdrehen aus den Bildern schnell Diashows samt Musik gebastelt werden, empfinde ich als nette Spielerei, die ich zwar nicht exzessiv benutze, aber eigentlich auch nicht mehr missen möchte. Die kurzen HTC Zoe-Aufnahmen (es wird ein 3-Sekunden-Videoclip während einer Fotoaufnahme gemacht) sorgen immer wieder für den ein oder anderen Lacher. Technik kann also auch Spaß machen.

Anfangs verwirrte mich die Einteilung in der Galerie zwischen Alben und Ereignissen (sofern zugelassen werden auch Orte getaggt). Klickt man auf ein Ereignis (nach Datum sortiert) fängt das HTC One an zu arbeiten und rendert fleissig aus den Bildern und den HTC Zoe-Aufnahmen ein Video samt Musik. Natürlich könnt ihr die Aufnahmen genauso schnell teilen, wie ihr sie aufgenommen oder das HTC One hergestellt habt: Teilen per NFC, Bluetooth, Youtube, Dropbox oder Facebook ist nahtlos integriert und geht, sofern erwünscht, nahtlos von der Hand. Für mich nicht so wichtig, aber ich kann mir vorstellen, dass diese Funktionen ihre Anhänger finden werden.

Insgesamt sind die Kamera-und Videofunktionen auf Spaß, Kurzlebigkeit und soziale Vernetzung ausgelegt – diese Features beherrscht das HTC tadellos und ist somit als Trendsetter auf der Höhe der Zeit.

Ach ja: der ganze normale Rest wie Telefonieren, Sound, Performance und Fazit…

Warum kommen diese eigentlich wichtigen Bereich ganz zum Schluss? Vielleicht weil Du Dein Handy nicht zum Telefonieren benutzt und es eh dauern am Ladegerät hängt? 

Nein, mitnichten! Ich werde mich zur Performance nicht äußern, weil sie überhaupt nicht wichtig ist und ich bis heute keinen Gedanken daran verschwendet habe. Vielleicht ändert sich das in einem Jahr, bis dahin spielen solche Überlegungen keine Rolle. Ich werde keine Benchmarkergebnisse als Beweis vorlegen, sondern ihr müsst mich beim Wort nehmen: Das HTC One ist in dieser Hinsicht tadellos. Alles funktioniert. Es gibt keine Ruckler und keine Abstürze. Fertig.

Die Akkuleistung fand ich am ersten Tag ein wenig ernüchternd, nach dem vielen Herumprobieren war nach wenigen Stunden schnell Schluss. Nach ein paar Aufladezyklen war ich aber sehr erfreut, denn das HTC One hält länger durch als andere Smartphones, nur das Motorola Razr i oder Note 2 (unübertroffen) spielen in der gleichen Liga mit- zumindest was die Smartphones angeht, die ich bislang selbst getestet habe.

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Was mir wirklich nicht wirklich bewusst war, ist, welch immense Rolle der Mobilfunk-Anbieter mit seiner Netzqualität spielt. Ich war ca. eine Woche in Italien unterwegs (sowohl Großstädte als auch ländliche Gebiete) und verfuche seitdem meinen Netzanbieter, der mir sein LTE als das Gelbe vom Ei verkaufen möchte. Stellt euch vor, ihr seid mitten in der süditalienischen Pampa und wollt (nur ganz kurz!) im Internet surfen. Ihr stellt euch auf lange Ladezeiten ein und einen rasenden Akkuverbrauch. Tja, falsch gedacht, das HTC One lädt in einem guten (LTE)-Netz Internetseiten rasend schnell, so schnell wie ich es sonst nur im WLAN kenne. Der Akkuverbrauch war grandios niedrig. Natürlich habe ich das HTC One weniger benutzt (vielleicht nur 30-40 Minuten Telefonieren am Tag, Emails, Whatsapp usw.), hatte brav die Energiesparfunktionen des HTC One benutzt, aber dass ein Smartphone plötzlich 2,5 Tage durchhält (ohne WLAN!) anstatt 12-14 Stunden, das war für mich eine ganz, ganz dicke Überraschung und eine völlig vergessene Erfahrung. Von der grandiosen Sprachqualität (klar, ohne Rauschen, mit sauber herausgefilterten Hintergrundgeräuschen) möchte ich gar nicht sprechen. Zuhause in München präsentiert sich das Ganze leider wesentlich nüchterner. Das HTC One gehört zu den besten Smartphones, die ich in dieser Hinsicht in den Fingern hatte, wird aber stark ausgebremst. Das gilt sicher für alle Smartphones, und von daher kann ich jedem nur empfehlen, Äußerungen zur Akkulaufzeit, Sprachqualität und dergleichen (viele Führen ja ihre Tests im örtlichen Elektronikmarkt durch) mit Vorsicht zu genießen.

Der HTC Boomsound macht „boom“: Laut, klar und erstaunlich satt. Die Frage die ich mir stelle ist allerdings: brauche ich das wirklich? Zum Glück ist das HTC One noch nicht allzu sehr bei den professionellen S-und U-Bahn-Beschallern durchgedrungen, das Potenzial hätte es auf jeden Fall, in diesem Milieu zum Referenzgerät zu avancieren. Wollen wir hoffen, dass wir noch eine Weile von diesen Auswüchsen verschont bleiben. Die mitgelieferten Kopfhörer sind gut, keine Frage, mir persönlich aber viel zu basslastig ausgelegt. Der Sound hallt und dröhnt auch viel zu sehr in den Gehörgängen. Hört sich an, als würde in meinen Ohr eine U-Bahn-Beschaller-Konferenz stattfinden.

Das Full-HD-Display ist toll und sicher besser als das des Sony Xperia Z (welches aber nicht so schlecht ist wie alle behaupten). Es ist ansprechend hell und kontrastreich. Die Darstellung fällt dezent nüchtern aus und ist nicht auf Effekthascherei ausgelegt. Das geht total in Ordnung: wer allerdings behauptet, dass das Display des HTC One besser als das des Samsung Galaxy S 4 ist, muss entweder blind oder bösartig sein. Es sind verschiedene Techniken mit ihren Vor-und Nachteilen im Einsatz, die ich hier nicht wiederkäuen möchte. Als Träumer wünschte ich mir die Kombination aus LCD- und AMOLED. Damit wäre das HTC One perfekt. Ach ja, abgesehen natürlich vom wechselbaren Akku und dem fehlenden SD-Kartenslot. Ich will das nicht wegreden, beide Features vermisse ich und kann nicht nachvollziehen, warum HTC darauf verzichtet.

Das HTC One ist zwar nicht dass „eine“ Smartphone geworden, dass alle unbedingt haben müssen, aber meiner alten Liebe zu HTC hat es zu neuem Leben verholfen. Vielleicht schafft das HTC One das auch bei euch?

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Gary Madeo
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Bloggt seit Jahren mit vielseitigen Interessen, kümmert sich um administrative und redaktionelle Inhalte. Sachlich und nüchtern, oder auch persönlich und polemisch - auf jeden Fall aber immer voll bei der Sache.