Dank der freundlichen Unterstützung durch HTC haben wir seit einigen Tagen mit dem HTC Radar HTC’s erstes Windows Phone mit Mango OS im Dauereinsatz und testeten den kleinen Bruder des HTC Titans auf Herz und Nieren.

HTC Radar Hardware und Design

Das HTC Radar gehört sicher zu den hübscheren Geräten der letzten Zeit. Zwar kommt es nicht mit einem gänzlichen neuen Design daher her wie das Nokia Lumia bzw N9, dennoch wirkt es sehr modern und vor allem hochwertig. Schließlich kommen HTC-typisch hochwertig verarbeitete Materialien zum Einsatz, die nicht nur toll aussehen, sondern sich auch noch gut anfühlen. Das Gerät liegt daher sehr angenehm in der Hand und überzeugt durch seine festen Materialien und weichen Rundungen. Das Gewicht beträgt 137 Gramm, was für meinen Geschmack ideal ist. Zwar geht der Trend immer mehr zu Leichtgewichten, doch sei hier eine sehr persönliche, ästhetische Frage nach Sinn und Zweck erlaubt: Schließlich will man ja auch “was in der Hand haben”, und so lange es nicht zu Ermüdungserscheinungen der Hände etwa beim Surfen kommt, oder das Gerät nicht wie ein Klotz in der Hosentasche liegt, ist meiner Meinung nach “mehr” auch besser.

Das echte Unibody-Gehäuse offenbarte keine staubanziehende Spalten, der Deckel an der Unterseite des Gerätes ist das einzige entfernbare oder bewegliche Teil des Gerätes. Er dient einzig und allein zur Abdeckung des SIM-Karten-Fachs, was uns gleichzeitig zu zwei Negativ-Aspekten der Hardware führt. Leider gibt es wie bei fast allen Windows Phones keinen SD-Karten-Slot, mit dem sich der kleine Speicher von 8GB erweitern ließe. Zudem ist der Akku fest verbaut und lässt sich somit bei Defekt oder Abnutzung  nicht ersetzen. Letzteres kommt heutzutage nicht mehr so oft vor, weshalb dieser Punkt noch zu verschmerzen ist. Allerdings kann hier aber kein Ersatzakku zum Einsatz kommen, falls der “Saft” früher als erwartet leer gehen sollte.

HTC Radar : Akku-Kapazität und Ausdauer

Die Akku-Kapazität bei HTC Radar beträgt 1520 mAh und ist damit recht ordentlich für ein Gerät dieser Displaygröße. Bei uns hielt das Gerät bei intensivem Einsatz mindestens immer bis zum Abend. Bei moderatem Einsatz wären sicher 2 Tage drin gewesen. Die letzten beiden Testtage lang war das Gerät mit Facebook, Whatsapp, Google Talk, Google Mail, und Hotmail verbunden und empfing etliche Nachrichten. Danach war der Akku immer noch mehr als zur Hälfte befüllt. Allerdings verzichteten wir in dieser Zeit auf Telefongespräche oder langes Surfen mit dem Gerät.Trotzdem, eine beachtliche Leistung!
Wer es darauf anlegt und permanet Xbox-Live Spiele damit zockt, Videos schaut, viele Fotos schießt und im World Wide Web unterwegs ist, bekommt sicher auch den Radar-Akku vor dem Abend leer. Gefühlt ist die Ausdauer beim Surfen etwas besser als bei Handys mit OLED Display, da die meisten Seiten im Web oder in den Menüs eher hell gestaltet sind, wodurch die moderne OLED Technologie ihren Vorteil verliert und eher mehr Strom verbraucht. Damit wären wir schon beim nächsten Aspekt des Tests.

HTC Radar Display

Wie jedes Windows Phone löst das Display mit 480×800 Pixeln auf. Das reicht für 3.8 Zoll locker aus und gerade bei Windows Phone, mit seinen vielen horizontalen und vertikalen Linien, sind mit bloßem Auge einzelne Pixel nur ganz schwer zu erkennen. Schriften im Internet werden daher auch klar und deutlich dargestellt und es entstehen keine unsauberen Kanten. Lediglich bei kleinster Schriftgröße lassen sich einzelne Bildpunkte ausmachen.
Die Helligkeit des Displays ist überdurchschnittlich, wodurch man es auch im Freien gut ablesen kann. Im Dunkeln wird man bei maximaler Displayhelligkeit beispielsweise vom Internetbrowser geblendet – Abhilfe schafft hier das Gerät selbst, da es über eine sauber funktionierende automatische Helligkeitsregulierung verfügt, was mittlerweile Standard ist.
Das Display stellt Farben sehr natürlich aber dennoch intensiv genug dar, vor allem im Vergleich zu vielen anderen LCD-Displays fällt das positiv auf. Allerdings ist die Farbdarstellung im Vergleich zu SAMOLEDs eher blickwinkelabhängig und die Farben verblassen etwas wenn man von der Seite auf den Schirm blickt.
Der Schwarzwert ist der Knackpunkt des Displays: Durch die Hintergrundbeleuchtung wirkt Schwarz eher Grau. Beim Lumia oder Omnia ist der Übergang von den dunklen Menüs zum Gehäuse kaum sichtbar. Beim Radar hingegen ist er sofort zu sehen, ein leichtes Leuchten ist also permanent zu sehen. Windows Phone 7 bietet zwei Stile (Themes). Beim Hellen sind der Hintergund und einige andere Elemente weiß, beim dunklen schwarz. Letzterer kommt den OLED-Konkurrenten entgegen, die mit ihrem tiefen Schwarz moderner aussehen. Beim hellen, aber unbeliebteren Theme ist es andersherum. Bei Fotos fällt der schwache Schwarzwert kaum auf. Die gute, kontrastreiche Fotowiedergabe ist also wahrscheinlich durch der hohen Helligkeit des Screens geschuldet.
Das Display ist insgesamt in Ordnung, bei den aktuellen Preisen des Gerätes wäre aber mehr drin gewesen. Der große Bruder des Radars, Titan, liefert trotz gleicher Display-Technologie ein wesentlich besseres Schwarz, ähnlich wie beim iPhone.

HTC Radar : Ausstattung und Leistung

Schaut man sich das Datenblatt des Radars an, denkt man sofort an die Mindestanforderungen Microsofts für WP 7 Geräte und somit an die erste Windows Phone Generation. 1Ghz CPU, 512Mb Ram, 5 Megapixel Kamera, Kamerataste, LED-Blitz, 8GB Speicher für Medien und Apps (6GB nutzbar). Das alles boten bereits die Microsoft-Boliden des letzten Jahres, waren hingegen aber noch ein ganzes Stück teurer. Dennoch ist ein durchaus fühlbarer Performance-Zuwachs spürbar. Zwar läuft WP7 Mango auf allen Geräten flüssig und schnell, aber Unterschiede gibt es bei den Ladezeiten von Apps und Internetseiten. Da ist das Radar meist etwas schneller unterwegs als beispielsweise das Samsung Omnia 7. Die Erklärung dafür ist einfach: Zwar laufen beide Geräte mit einem 1Ghz Snapdragon, doch wurde im HTC Radar ein Snapdaragon der 2. Generation eingebaut (S2). Das in 45nm statt 60nm gefertigte “System on a Chip” (SoC) wurde bereits in vielen Smartphones wie dem HTC Desire HD oder dem Sony-Ericsson Xperia Play verwendet, und bietet eine deutlich schnellere GPU als die Vorgängergeneration.
Die Hardware ist also mehr als ausreichend um Windows Phone 7 performant zu betreiben, auch wenn es nicht der neuste Chip mit Dual oder gar Quadcore ist, und keine MHz-Rekorde bricht.
Konkret bedeutet das, dass der Käufer ein stets flüssig laufendes Handy hat, das Internetseiten zügig lädt, sauber und ruckelfrei darstellt, und genügend Reserven für aufwendige 3D Spiele besitzt.
Um die Rubrik Ausstattung komplett zu machen sei erwähnt, dass das Gerät mit einer HTC typischen Ladegerät-USB-Kabel-Kombo, einem Standard-Headset und einer Software-CD ausgeliefert wird. Nichts Besonderes also in diesem Bereich.

Das Windows Phone Ökosystem

An Windows Phone 7 scheiden sich die Geister. “Was? Man kann nichtmal ein Hintergrundbild einstellen”, “die Kacheln sind ja mal hässlich…”, “Zune? Nein Danke”, und “das klingt ja alles ganz nach iPhone…”  So oder so ähnlich schallt es immer zurück, wenn man Android-Usern WP7 schmackhaft machen will. Und in der Tat ist es wirklich fraglich, warum sich Microsoft in Sachen Restriktionen so explizit an Apple orientieren musste. Beispielsweise ist nicht nachzuvollziehen, warum man keine Daten via Bluetooth austauschen kann. Die komplette Streichung des Massenspeichermodus ist auch merkwürdig, denn mit einem kleinen Registry-Hack klappt zumindest das transferieren von Musik, Bildern und Videos problemlos. Logisch ist, dass Microsoft ein Interesse daran hat, möglichst viele ihrer Software-Produkte so weit wie möglich zu verbreiten, um beispielsweise auch mit dem Verkauf von Musik und Filmen über Zune ähnlich Kasse zu machen, wie es Apple bereits seit Jahren mit iTunes vormacht. Dennoch muss man hinterfragen, ob das die richtige Strategie ist, um sic in einem gefestigten Markt Aufmerksamkeit zu erreichen und sich zu etablieren. Besonders lästig ist Microsofts Festhalten an den propietären Medienformaten: In der Theorie kann das Radar unterschiedlichste Videoformate abspielen, in der Realität muss zeitaufwendig beinahe jedes Video umgewandelt werden. Microsoft ignoriert komplett, dass Divx, Xvid, mkv und wie sie nicht alle heißen, unlängst in den Wohnzimmern der potentiellen Neukunden dominieren. Kaum einer hat mehr Lust bei der Anschaffung eines neuen Gerätes sein komplettes digitales Videoarchiv dem Gerät anzupassen. Vor allem weil immer mehr Leute ihre immer größer werdenden mobilen Bildschirme auch mal für das mobile Genießen von Serien und Filmen nutzen möchten, ist Microsofts Sturheit hier nicht nachzuvollziehen. Wahrscheinlich ist auch das ein Grund, warum sich die Xbox360 hierzulande als MediaPlayer nie richtig etablieren konnte.

Wem aber ganz egal ist wie seine Medien auf das Handy kommen, und wer ohnehin nur die selbstgedrehten Clips betrachten möchte, bekommt Einiges geboten! Die Synchronisation mit Zune ist wirklich schnell, übersichtlich und darüberhinaus auch noch über ein intelligentes Drahtlossystem möglich: So kann die Synchronisation automatisch stattfinden, sobald das Handy im selben Netzwerk ist wie der Rechner. Um seinen Akku zu schonen kann das Ganze optional nur dann stattfinden, sobald das Smartphone von einer Steckdose mit Strom versorgt wird: Insgesamt durchaus praktisch und durchdacht! Weniger Praktisch ist hier die Begrenzung des HTC Radars auf verfügbare 6 GB – eine automatische Synchronisation der Musikbibliothek können viele User dadurch vergessen. Um Platz zu sparen, muss man dann händisch aussuchen, was auf das Gerät darf, und was nicht. Zugegebenermaßen ist das wirklich simpel gestaltet: Das ganze läuft wie Drag & Drop ab, nur dass man die Objekte auf ein Handysymbol zieht, und nicht in Ordner. Dadurch bleibt einem auch die Suche nach dem passenden Ordner für Bilder, Fotos und Musik erspart,  Zune erledigt das von alleine. Wer Angst hat, er würde so mit der Zeit beispielsweise in der Bildergalerie die Ordnung verlieren, der kann hier beruhigt werden. Zune übernimmt die Ordner-Struktur mit, wodurch auch auf dem Handy alles übersichtlich bleibt und schnell zu finden ist.

Auf dem HTC Radar findet man die Musik und Videos in der gleichnamigen App. Dort findet man auch die Podcasts oder das Radio, für welches Kopfhörer als Antenne angeschlossen werden müssen. Man navigiert hier hauptsächlich mit Wischgesten durch die Übersichtlichen Menüs, die auch einen Verlauf der letzten Aktivitäten oder die neusten Elemente darstellen.

Der Musikplayer  lädt automatisch Albencover und Bandfotos, und stellt Letztere im Hintergrund dar, was sehr nett aussieht. Ist die Tastensperre des Handys aktiviert, wird der normale Sperrbildschirm durch Vor-, Zurück- und Pausetaste ergänzt. Das Bandfoto dient auch hier als Hintergrund, jedoch ist das Foto nun farbig.
Prakatisch ist die Verlinkung zum Zune Market, wo man mehr Songs des Interpreten probehören und kaufen kann.
Schade: in einem Song kann nur per Gedrückthalten der Vor- und Zurückknöpfe navigiert werden.

HTC Radar : Es flutscht…

Ein Smartphone steht und fällt mit seinen Internetfähigkeiten. In erster Linie ist der Browser entscheidend. Mit dem Mango-Update spendierte Microsoft dem Browser eine neue Engine, die der PC-Version des Internet Explorers in Version 9 entsprechen soll. Eine große Stärke des Browsers ist, dass er immer flüssig läuft. Selbst wenn mal eine aufwendige Seite etwas länger lädt, kann man schon ohne Probleme auf der Seite navigieren und die Texte lesen oder auf Artikel oder andere Elemente klicken. Auf der Unterseite des Browsers ist die URL-Leiste fixiert. Lädt eine Seite, läuft dort ein Ladebalken durch. Das dauert manchmal etwas länger, stört aber nicht, da die Leiste ohnehin immer eingeblendet bleibt. Wenn andere Browser während der Ladezeit oft nur schlecht reagieren, läuft hier also schon alles rund. Daher macht es meiner Meinung auch nichts aus, dass die Ladezeiten nicht ganz mit aktuellen Android Smartphones mithalten können.
Apple ist gerade fleissig dabei, Hersteller wie Samsung und HTC wegen einer Patentverletzung zu verklagen. Da geht es in erster Linie um das Scrolling-Feedback, welches dafür sorgt, dass die Seiten weich abfedern, wenn man an ihr Ende gelangt. Microsofts bietet dies auch, blieb aber bisher von Klagen verschont. Ob das nun daran liegt, dass sie möglichweise Lizenzgebühren dafür bezahlen, oder der Konflikt durch folgenden raffinierten Trick erspart bleibt, kann dem Kunden letztendlich egal sein. Das Federn ist bei Microsoft in Wirklichkeit kein Federn, sondern eher ein Quetschen der Bildinhalte. Das zieht sich übrigens durch das ganze System.

Weniger gut gelöst ist das Öffnen neuer Tabs. So braucht es vier Klicks, bis man eine URL in einem neuen Tab eingeben kann. Beim Android 4 Browser und bei Opera Mobile ist zwar nur ein Klick weniger nötig, man muss sich aber nicht durch ein Menü hangeln, weshalb es deutlich schneller und intuitiver vonstatten geht.

HTC Radar mit 44.000 Apps

windowsphoneapplist zufolge gibt es momentan 44.000 Apps. Jede Woche kommen mehr als 1000 Neue hinzu. Zwar ist man immer noch meilenweit vom AppStore und vom Android Market entfernt, dennoch bekommt man für die kurze Zeit schon sehr viel geboten. Nur wenige meiner Lieblingsapps gibt es nicht. Sparkassen App, Facebook, Twitter, Adobe Reader, Shazam, Tapatalk (Board Express), Deutsche Bahn, Ebay, Evernote, Flimstarts (!), BoxFiles (Dropbox), IMDB, Google Suche, LED-Taschenlampe, Leo Dictionary, meinestadt.de, Mrmad.net ;), Dokumenten Scanner (Perfect Scann), Office, Post mobil, Karten,  Kicker, Sport1, TV Spielfilm, Tango (Video-Telefonie) Whatsapp, Gchat (Google Talk), WordPress, und einige Youtube Apps gibt es schon. Alle hier genannten Apps sind zumindest in eingeschränktem Funktionsumfang oder mit Werbung gratis nutzbar. Leider fehlen noch Apps wie Tagesschau und die ZDF-Mediathek, und auf einige google Apps wie google+ und google Übersetzer wird man zumindest vorerst verzichten müssen.
Im Spiele-Bereich sieht es noch nicht ganz so gut aus: Gameloft beispielsweise verzichtet auf Windows Phone 7-Versionen. Allerdings lässt sich der Xbox Live Hub dennoch mit einigen Perlen füttern. So gibt es Klassiker wie Fruit Ninja, Orbital, Angry Birds (nur den ersten Teil) und Plants vs Zombies in einer HD-Version. Leider sind die Preise oft höher als bei der Konkurrenz, die Spiele lassen sich aber meist gratis antesten. Auf dem HTC Radar liefen alle Spiele flüssig, auch grafisch aufwendigere wie Kinectimals  stellten kein Problem dar.
Der xbox Live hub ermöglicht auch die Kommunikation mit seinen Xbox-Freunden, stellt die gesammelten Erfolge dar, oder schlägt einem neue Spiele-Highlights vor.

Nicht unerwähnt sollen Microsofts integrierte Apps sein. Das Officepaket bietet alles, was man vom Softwareriesen auf einem Smartphone erwartet. Praktisch ist die Anbindung zu Microsofts Cloud-Dienst Skydrive, wo auch Bilder, Videos, Musik und mehr lagern können.

MS hat mit dem Mango Update die Bing-Suche radikal überarbeitet. Egal wo man sich befindet, man erreicht sie immer über den Suchen-Knopf. Dort kann ganz normal “gegoogelt” werden, oder aber auch QR-Codes gescannt, oder Musik ähnlich wie in Shazam erkannt werden, was im Test reibungslos und vorallem schnell ablief. Weniger überzeugen konnte die Textübersetzung. Das Einscannen ganzer Seiten funktionierte sehr schlecht, Wörter wurden nur vereinzelt erkannt und übersetzt. Scannt man allerdings nur einzelne oder wenige Begriffe, klappt es wesentlich besser. Chinesische Schriftzeichen erkennt es allerdings nicht.

Stellt man das Handy auf Englisch, wird Bing um eine weitere Funktion erweitert: jetzt können Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, Läden, Restaurants und Bars angezeigt werden. Da wird einem auch in deutschen Städten einiges angezeigt, weshalb nicht nachvollzogen werden kann, warum Microsoft die Option hierzulande nicht automatisch aktiviert. Praktisch ist auch, dass man sich direkt zu einem Ziel navigieren lassen kann. Dies geschieht durch die Karten-App, welche auch Sprachanweisungen bietet. Allerdings muss man hierfür immer auf den nächsten Navigationspunkt klicken, um die Ansage zu hören. Also eher was für Fußgänger oder Beifahrer.

HTC Radar : Fotos und Videos

Die 5-Megapixel-Kammera schießt meist scharfe und farbgetreue Fotos. Das Fokussieren gelingt recht zügig und funktioniert auch erstaunlich gut bei nahen Objekten. Neben dem obligatorischen Makromodus hat HTC die Kamera um eine Gesichtserkennung erweitert, welche das Scharfstellen von Personen erleichtern soll. Zusätzlich spendiert HTC wie auch dem HTC Titan einen Panorama Modus, der im Test einwandfrei funktionierte.
Weniger gut arbeitet die Linse in Szenen mit viel Licht und Schatten,  was oft dazu führt, dass Beispielsweise der helle Himmel im Hintergund sauber dargestellt wird, aber das eigentliche Motiv in der Dunkelheit verschwindet.

Videos hinterließen im Test einen gemischten Eindruck. Der kontinuierliche Autofokus arbeitete meist recht ordentlich, auch wenn es mal ein Sekündchen dauern kann. Auf Helligkeitsunterschiede reagierte die Kamera für meinen Geschmack etwas zu langsam.
Die Schärfe der Videos geht in Ordnung. Allerdings kommt es nachts bei Szenen mit viel Bewegung zu teils heftigen Problemen mit der Bildwiederholungsrate. Da muss Microsoft oder HTC definitiv per Softwareupdate nachbessern. Update: Am PC laufen die Videos dann aber flüssig.

HTCs WP7-Erweiterungen

HTC hat die Software um einige nützliche Funktionen erweitert: Die eben erwähnten Zusätze bei der Kamera werden ergänzt durch eine DLNA-App, eine praktische und schicke Notiz-App, sowie eine mehrstufige Taschenlampe, die bei mir öfter zum Einsatz kommt und recht zügig zu bedienen ist. Der HTC Hub ist praktisch und zeigt das Wetter, Nachrichten und Börsenkurse an. Außerdem lassen sich einzelne Elemente auf den Windows Phone-Startscreen pinnen. So hat man zum Beispiel immer im Blick wie das Wetter an einem bestimmten Ort ist, wie es um die eigenen Aktien steht, oder was gerade auf der Welt passiert.
Eine Fotoverbesserungssoftware ist auch an Board, welche einige Filter mitbringt. Weitere mehr oder weniger praktische HTC-Apps gibt es im Marketplace.
Insgesamt ist man froh die Erweiturungen zu haben, sie stellen aber meiner Meinung nach keinen Kaufanreizan , da Hersteller wie Samsung und Nokia oft Ähnliches bieten.

HTC Radar : Fazit

HTC ist es gelungen, sich trotz großer Konkurrenz in diesem Displaygrößenbereich abzugrenzen. Zum einen ist es deutlich günstiger als das Nokia Lumia, bietet aber nicht viel weniger. Zum anderen ist es das einzige Windows Phone in dieser Generation und Preisklasse, das in einem echten Unibody aus Metall daherkommt. Optisch und von der Wertigkeit braucht es sich nicht vor Nokias Lumia oder Samsungs Omnia W verstecken. Leider ist das Handy bei Providern recht teuer, weshalb Android Handys wie das HTC Desire S dem Radar oft vorgezogen werden dürften. Das Hauptproblem beim HTC Radar ist der kleine und nicht erweiterbare Speicher, den man bei fast allen Android-Geräten auf 32Gb oder mehr aufstocken kann.
Wer aber nicht seine gesamte Musikbibliothek auf dem Handy haben muss, nicht all zu großen Wert auf umfangreiche optische Individualiserung legt und auf die eine oder andere App (voerst) verzichten kann, der liegt mit dem HTC Radar genau richtig. Ist einem die unübertroffene Intergation sozialer Netzwerke wie Facebook, eine nutzerfreundliche Menüführung mit klarer Linie, ein angenehmes, rundes Surferlebnis, schickes Design und eine ordentliche Akkuleistung wichtiger, dann bekommt man, beispielsweise bei getgoods.de, genau das was man sucht. Weniger technikaffine Menschen würden sich über ein HTC Radar unterm Weihnachtsbaum sicher mehr freuen als über einen manchmal doch recht komplexen Androiden.

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