Huawei Ascend G 615 Test - Wolf im Schafspelz 8

Huawei Ascend G 615 Test – Wolf im Schafspelz

Display

4,5 Zoll sind nicht die Welt – zumindest wenn man nur auf nackte Zahlen fixiert ist – aber um es gleich vorweg zu sagen: diese Größe finde ich richtig gut, denn das Huawei Ascend G615 ist auch mit einer Hand jederzeit gut zu bedienen. Bedenkt man noch, dass das Handy etwa zum Gegensatz zum Nexus 4 ohne Softkeys im Display auskommt, schrumpft der Unterschied im tatsächlich nutzbaren Bereich auf ein vernachlässigbares Minimum.

Kontrast, Auflösung und Helligkeit des Ascend G615 empfand ich als durchaus brauchbar, wenn auch die Darstellung einen dezenten Gelbstich aufweist. Gerade im direkten Vergleich zum Nexus 4 ist mir das ein wenig negativ aufgefallen, welches Schriften und Grafikränder glatter und nicht so ausgefranzt darstellt. Die Blickwinkelstabilität ist gegeben und fällt besser aus als bei manch anderen teureren Vertretern der Gattung. Ich denke da etwa an das Display des Sony Xperia Z, dass in dieser Hinsicht ein wenig patzt.

Kamera

Die rückwärtige Knipse des G615 löst mit 8 MP auf und greift bei schlechten Lichtverhältnissen auf ein Dual-LED-Blitz zurück – mit all ihren Vor-und Nachteilen. Die Frontkamera kommt mit 1,3 Megapixeln daher – ein zeitgemäßer Wert. Offenbar hat Huawei fernab der nominellen Pixelzahlen auch brauchbare Sensoren verbaut, die Aufnahmen recht brauchbar in Szene setzen.
Gerade die Aufnahmen mit der Hauptkamera weisen eine hohe Detailgenauigkeit und eine gute, satte Farbdarstellung auf. Hätte ich in dieser Form gar nicht vermutet.

ascend g615

Bei Innenaufnahmen mit naturgemäß schwächerem Licht werden der Kamera jedoch recht bald ihre Grenzen aufgezeigt: Bildrauschen setzt ein, die Kamera greift eventuell auf die Dual-LED zurück und verschlimmbessert häufig die Aufnahmen. Das ist weitaus weniger dramatisch als bei vielen anderen Smartphones, mit der Spitzengruppe (Galaxy S3, Xperia Z und den aktuellen HTC One-Modellen) können die Bilder jedoch nicht ganz mithalten.

Zur (nachträglichen) Bildgestaltung gibt es 11 verschiedene Szene-Modi, eine manuelle Aufnahmesteuerung (Belichtung, Stättigung, Kontrast, Helligkeit) , ein paar nette Bildverzerrungseffekte, mit denen ihr eure Kumpels ärgern könnt, die aus Instagram & co bekannten Effektfilter sowie acht verschiedene Aufnahmemodi (HDR, Gruppenbild, Portrait etc.).

Für Videoaufnahmen (bis zu FullHD) gilt in Bezug auf die Qualität der Aufnahmen im Grunde das gleiche wie für Fotos, weshalb ich mir eine Wiederholung an dieser Stelle spare. Auf die Kunstfiltereffekte müsst ihr allerdings verzichten. Anders als Androiden der Oberklasse könnt ihr allerdings nicht während der Videoaufnahmen zusätzliche Fotos schießen – schade, aber an irgend einer Stelle musste Huawei schließlich sparen.

Performance und Fazit

Für Sparfüchse, die ein schnörkelloses und funktionales Smartphone bevorzugen und nicht allzu viel Wert auf Schnickschnack legen, ist das Huawei Ascend G 615 mit Sicherheit mehr als nur einen Blick wert. Trotz der mittlerweile überholten Android-Version kommt es im Gegensatz zu vielen anderen Vertreter nicht so oft zu Lags und Performance-Einbrüchen, die letztlich Android Ice Cream Sandwich geschuldet sind. Man kann damit Leben, ganz wegreden lassen sie sich jedoch nicht. Huawei täte aber gut daran, möglichst bald die Ankündigung, ein Update auf Jellly Bean bereitstellen zu wollen, in die Tat umzusetzen. Android 4.1 würden dem Ascend G615 gut zu Gesicht stehen. In jetzigen Zustand kann ich das gut ausgestattete und performante Smartphone Puristen und Sparfüchsen empfehlen, die mit der ein oder anderen Einschränkung leben können.

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