Huawei Ascend P6 Test – Asiatischer Schönling

Huawei schickt sich diesen Sommer an, das dünnste Smartphone der Welt in Petto zu haben. Ob das Design-Flaggschiff mehr als nur ein modernes iPhone mit Android ist, erfahrt hier in unserem Testbericht des Huawei Ascend P6.

Auch die meisten Android-Verfechter erkennen an: das iPhone ist eines der optisch schönsten Smartphones. Huawei orientiert sich eindeutig an Apples Design, stattet das Huawei P6 aber mit der (noch) aktuellsten Version von Android aus. Dünn ist es auch noch, zum Zeitpunkt der Vorstellung war es das schmalste Smartphone der Welt. Mindestens drei Gründe also, das Smartphone in einem Test genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch zunächst einmal der Ersteindruck: QuadCore CPU, 4.7 Zoll HD Display, 2GB RAM, 8MP Kamera, 5MP Frontkamera und ein sauber verarbeitetes Gehäuse aus hochwertigen Materialien – da steckt eigentlich alles drin, was das Technik-Herz begehrt, oder? Nicht ganz, denn zu meiner Überraschung fehlt NFC, auf die Drahtlos-Kommunikationstechnik musste wohl aufgrund der Materialwahl verzichtet werden. Man merkt also: Huawei setzt beim Design-Flaggschiff eindeutig die Prioritäten zu Gunsten der Optik.

Technische Daten Huawei Ascend P6

Abgesehen vom Design bewegt sich das Huawei Ascend P6  eher auf dem Niveau eines Galaxy S3 oder HTC One X als auf dem der aktuellen Flaggschiffe von Samsung, HTC oder etwa Sony. Preislich liegt man aber wiederum auch eher auf einem Level mit den älteren Produkten. Zumindest auf dem Papier sticht man also lediglich mit der 5 Megapixel Frontkamera und dem schlanken Design hervor.

Display:
4,7 Zoll HD IPS+ Display
Pixeldichte: 312 ppi
Corning Gorilla Glas
Prozessor & co:
SoC
Huawei K3V2
1.5 Ghz Quadcore
Huawei eigene GPU
HSDPA
Bluetooth 3.0
FM Radio
GPS und GLONASS
Speicher:
8 GB
erweiterbar per Micro SD
4.7 GB verfügbar
2 GB RAM
Kamera:
5 MP Frontkamera
8 Megapixel Hauptkamera
Intelligente Automatik
HDR
Serienaufnahmen
Verschönern
Personen-Tags
Software und Features:
Android 4.2.2
Emotion UI 1.6
Berechtigungsmanager
Themes
Stromsparmodi
Bewegungssteuerung
Akku:
2000 mAh
nicht wechselbar
Design:
132.7 x 65.5 x 6.2 mm
120 g
Keine Hardware-Tasten auf Front
Alu-Rahmen

Design, Verarbeitung und Haptik

Huawei Ascend P6
Orientiert sich am iPhone, besitzt aber immer noch eine eigene Note.

Auch wenn man sich hier am iPhone orientiert, gibt es einen gewissen Grad an Eigenständigkeit. Die Unterseite ist als einzige Seite abgerundet und der Kopfhörereingang wurde in die linke untere Ecke verfrachtet und mit einem Metallstöpsel versehen. Bei unserem Testexemplar handelt es sich um die weiße Variante. Die Rückseite ist hier im Gegensatz zur schwarzen Version nicht im Metall-Look gehalten. Um welches Material es sich handelt, ist schwer zu sagen. Das matte Weiß hat irgendwie etwas von Rigipsplatte, wahrscheinlich wird es sich aber um eine anders beschichtete Metallplatte handeln. Dank der Farbe und Beschichtung ist das Handy weniger anfällig für Fingerabdrücke, Schmutz wird allerdings schnell sichtbar, lässt sich aber leicht entfernen.
Auch bei der Verarbeitung kann Huawei punkten, vor allem die geringen Spaltmaße sind lobenswert. Alles wirkt bombenfest montiert, lediglich bei leichtem Druck unterhalb der Kamera lässt sich ein Knarzen und Nachgeben der Rückseite feststellen.
Das Huawei Ascend P6 liegt etwas kantig in der Hand, für mich als Nicht-iPhone-Nutzer ist das ein wenig gewöhnugsbedürftig. Aber das geht wohl nicht nur mir so. Ich habe das Samsung S4 Mini und das Huawei P6 mal die Runde machen lassen. Fast alle bevorzugten das S4 Mini, weil es besser in der Hand liegt und runder ist. Eine Ausnahme gab es, denn eine iPhone-Userin empfand das S4 Mini als billig und bevorzugte eindeutig das Huawei Ascend P6.

Display

Das Beste am Huawei Ascend P6 ist eindeutig das Display, welches mit einer Auflösung von 720 x 1280 Punkten auf dem Papier allerdings nicht das Maß aller Dinge ist. Dennoch überzeugt es durch eine hohe Schärfe, Blickwinkelstabilität, realistischer Farbwiedergabe und guten Kontrasten. Dank IPS+ Technologie lässt es sich im Freien deutlich besser ablesen als etwa das Galaxy S3. Das 4.7 Zoll Display wird in der Regel durch die Onscreen Buttons um ein gutes Stück beschnitten, lediglich bei der Medienwiedergabe werden diese ausgeblendet. Schade, denn unterhalb des Displays hätte es genügend Platz für Sensor-Tasten gegeben.
Wie bereits beim Lumia 920 oder dem Galaxy S4, lässt sich das Dispaly auch mit Handschuhen bedienen, dazu muss lediglich der Glove-Modus aktiviert werden.

Kameras

Huaweis Kamera-App ist deutlich umfangreicher als die Standard-Kamera von Android. Zwar fehlt die Photo-Sphere Funktion (Kugelpanoramas), doch dafür punktet sie mit vielen anderen Annehmlichkeiten wie Serien-Aufnahme, HDR, einer intelligenten Automatik, Bildstilen sowie Bildjustierungen wie ISO, Belichtung, Sättigung und Kontrast. Als ganz brauchbar stellt sich die Verschönern-Option heraus, welche die Augen etwas hervorhebt und das Hautbild verbessert. Hier darf man natürlich keine professionelle Retusche erwarten, doch für aufpolierte Schnappschüsse reicht das allemal. Die 5 Megapixel-Frontkamera liefert auch brauchbare Ergebnisse, auch wenn der suggerierte Detailgrad nicht erreicht wird. Klasse finde ich die Gesichtserkennung, mit welcher man die Bilder mit Personennamen taggen kann. Wählt man einige Male die entsprechende Person aus dem Telefonbuch, so erkennt das Huawei Ascend P6 diese zukünftig recht zuverlässig und automatisch.

Google+ Album mit Testfotos

Software und Performance

Huawei Ascen P6 Emotion UI

Huawei stattet das Ascend P6 mit einer modifizierten Variante von Android 4.2.2 aus. Die Emotion UI verzichtet dabei auf eine App-Übersicht (Drawer). Am Ende habt ihr also einige Homescreens, auf welchen alle Apps, Ordner und ausgewählte Widgets platziert sind. Installiert man viele Apps, werden Ordner quasi zur Pflicht, ansonsten verliert man schnell den Überblick.

Eine weitere Besonderheit sind die Designs. Ähnlich wie bei der Custom ROM MIUI lassen sich verschiedene Themes anwenden, welche die Optik des Ascend P6 komplett umkrämpeln. Einzelne Elemente der Themes wie Hintergünde und Lockscreens lassen sich auch mischen. Weitere Themes sollen sich später aus dem Netz laden lassen. Leider überzeugt mich keines der vorinstallierten Themes so richtig, welche allesamt durch dezente, pastellartige Farben eher eine feminine Zielgruppe ansprechen.

Nett sind die bereits von der Konkurrenz bekannten Gesten. Ein Anruf wird etwa getätigt oder angenommen, indem man das Ascend P6 ans Ohr hält. Störende Anrufe lassen sich stummschalten indem man das Gerät umdreht.

Dank des zwei GB großen Hauptspeicher ist Multitasking für das P6 kein Problem. Apps starten schnell und lassen sich zügig wechseln. Der von Stock-Android bekannte Appverlauf wurde um die Funktion erweitert, alle Apps auf einmal aus der Liste zu tilgen. Anschließend wird angezeigt wie viel MB RAM dadurch freigegeben werden konnten.
Akku-Freaks werden sich sicher über die detaillierten Stromsparoptionen freuen. Wir konnten aber keine außerordentlichen Verbesserungen dadurch feststellen. Aber so oder so, Ottonormalverbraucher sollte mit einer Ladung über den Tag kommen.

Die eigentliche Hauptschwäche des Gerätes ist eindeutig die Performance des schmalbrüstigen Chipsatzes. Der Quadcore-Prozessor leistet bei Weitem nicht das was man erwartet, denn die Spiele-Performance ist kaum besser als bei älteren Dual-Core Smartphones wie dem Galaxy Nexus. Zwar sind die meisten Games durchaus spielbar, doch scheint die CPU jetzt schon an ihren Grenzen angelangt zu sein. Wer zwei Jahre ungetrübtes Spielevergnügen erwartet, was man bei einem 350€+ Smartphone durchaus drin sein kann, wird also eher enttäuscht werden. Generell ist die Performance des Smartphones eine Sache für sich. Urplötzlich und ohne erkennbaren Grund ruckelt auch die recht simple Emotion UI vor sich hin. Unseren Beobachtungen nach mehren sich diese je voller der interne Speicher wird. Da nicht einmal 5 GB zur freien Verfügung stehen, passiert das recht schnell. Medien sollten also dringend auf einer Speicherkarte ausgelagert werden. Wer viele Spiele spielt oder seine Musik mit Google Music auf das Gerät bringt, wird sich aber sicher über den kleinen internen Speicher ärgern.
Auffällig ist auch die recht hohe Betriebstemperatur des Gerätes, denn nicht nur beim Zocken gibt das Gerät überdurchschnittlich viel Wärme ab.

Huawei Ascend P6 Video-Test

Fazit

Das Huawei Ascend P6 ist sicher eines der optisch ansprechendsten Android-Smartphones, welches darüber hinaus mit einer guten Verarbeitung und einem hervorragenden Display punkten kann. Die aktuelle Android Software bietet nützliche Extras, doch an die Emotion UI wird man sich gewöhnen müssen. Schwächen leistet sich Huawei ausgerechnet beim selbst entwickelten Quadcore-Prozessor und beim internen Speicher. Für Ästheten sind das sicher verschmerzbare Aspekte.

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