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Apple treibt es bunt: das 2013er-Update der Produktpalette bricht in vielerlei Hinsicht mit gewohnten Traditionen: In diesem iPhone 5C Test möchte ich klären, was das neue Apple-Phone so drauf hat und ob es sich auch für eingefleischte Android-Fans lohnt.

Vorwort

Diese Zeilen möchte ich vorwegschicken, da sie wichtig für das Verständnis des Testberichts sind. Ihr könnt sie zwar überspringen, aber eventuell erscheinen dadurch einige Dinge in einem anderen Licht.

Ich habe mich vor ca. drei Jahren bewusst von iPhone und Apple verabschiedet und bin mit wehenden Fahnen in die (damals) offenen Arme von Android gerannt. Ich hatte das iPhone, all seine Restriktionen und Apples Arroganz ganz einfach satt. Ich suchte das mobile Paradies und wähnte mich bei Android sicher und wohl aufgehoben. Ein offenes Betriebssystem, eine tolle, unvoreingenommene Community und viel Auswahl: statt eines einzigen Herstellers mit einem aktuellen Modell, gab es plötzlich zig Hersteller, zig OS-Varianten, ROMs, Launcher, Widgets, Mods und Themes, die alle über eine lose Klammer zusammengehalten wurden: Android erschien mir in vielerlei Hinsicht wie das Versprechen einer fernen Zukunft, die seltsamerweise im Hier um Jetzt stattfand.

Wie jedem Spielzeug, so widerfuhr auch Android jenes Schicksal, dass für einst liebgewonnene Stücke aus Kindertagen reserviert ist: es geht kaputt. Was früher verspielt war, gilt plötzlich als wahnsinnig kitschig und überholt. Und zugegeben: das Spielzeug mit vielen Leuten zu Teilen macht einfach nicht so viel Spaß – Kids don’t like to share! Wo früher die Apple-Fanboys waren und mich als Androidianer verschonten, sind plötzlich ein Haufen Android und Nexus-Fetischisten unterwegs, die dir gaaanz genau auf die Finger schauen, was Du über Android oder Apple schreibst: mein jüngster Bericht über das Nexus 5 ist das passende Lehrstück, nur weil ich es gewagt habe, als Android-Fan zu schreiben, dass das iPhone 5S von Apple clever vermarktet und von der Technik her immer noch mit zur Creme de la Creme gezählt werden kann. Die dort veröffentlichten Kommentare sprechen eine eindeutige Sprache – und das sind noch die harmlosesten! Die ganz üblen habe ich bereits gelöscht, denn ich habe das gute Recht, mich in meinem eigenen Haus (sprich auf dieser Webseite) nicht beleidigen lassen zu müssen.

Design, Marktpositionierung und Verarbeitung – bunt is the new black

Jetzt hatte doch das iPhone sein unverkennbares Design seit der ersten Einführung im Jahre 2007 längst gefunden und etabliert – lange Zeit „state of the art“-Stil-Ikone, bis ihm Android Smartphones wie das Xperia Z oder HTC One diesen Rang abliefen. Fast schon ein wenig dröge wirkt dagegen das im Vergleich zur Konkurrenz schmal geratene iPhone 5. Business-tauglich ist es nach wie vor, aber ob es bei der Jugend und der hippen, jungebliebenen Kundschaft auch 2013 so wahr genommen werden könnte, darüber war man sich in Cupertino offenbar nicht mehr ganz so sicher und fuhr deshalb zweigleisig: einerseits das iPhone 5S für Puristen und Technik-Freaks und auf der anderen Seite das iPhone 5C für…für wen eigentlich? Darüber lässt sich sicher streiten. Persönlich denke ich, dass damit vor allem diejenigen angesprochen werden sollen, denen innere Werte nicht ganz so wichtig sind und mehr Wert auf das Äußerliche legen. Das mag jetzt sehr vernichtend klingen, ist aber gar nicht so schlimm gemeint, wie es vielleicht auf den ersten Blick klingen mag: das iPhone 5C ist rund, ein wenig dicker als das iPhone 5 ( und das 5S ), dafür ist es bunt und niedlich anzuschauen. Könnte fast wie ein Android Smartphone wirken oder eines jener bunten Nokia Lumias. Als ob ein iPhone 5 ein Schäferstündchen mit dem Galaxy S4 Mini und dem Lumia 620 gehabt hätte.

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Ganz ehrlich: gerade in Kombination mit dem bunten Plastikgehäuse sieht das winzige iPhone 5C zunächst wie ein Kinderspielzeug aus.

Ich habe die grellgrüne Variante vorliegen. Alle iPhone 5C-Versionen haben dabei Folgenges gemeinsam:  Das Gehäuse, das zur Rückseite hin abgerundet ist, besteht aus glattem Polycarbonat und ist in den fünf Farben Blau, Gelb, Pink, Grün und Weiß erhältlich. Das fühlt sich anders an als gewohnt und als ich iPhones in Erinnerung hatte: kein Aluminiumgehäuse, kein spürbarer Rahmen wie bei den Vorgängern ab dem iPhone 4. Und ja: es ist verdammt winzig. Ich habe normalgroße Hände, bin es aber gewohnt, Android Smartphones mit Displaydiagonalen jenseits von 5 Zoll und mehr zu bedienen. Mein HTC One, mit „nur“  4.7 Zoll-Display und den entsprechenden Dimensionen, wirkt dagegen riesig. Ganz ehrlich: gerade in Kombination mit dem bunten Plastik-Gehäuse sieht das winzige iPhone 5C zunächst wie ein Kinderspielzeug uas. Daran muss ich mich erst gewöhnen. Das mag euch vielleicht ähnlich gehen, solltet ihr einen Wechsel zu Apple in Betracht ziehen.

 

Wenn man sich darauf einlässt, kann man dem iPhone 5C-Design auch viel Gutes abgewinnen: es liegt exzellent in der Hand, ist gut (und in Kombinationen mit einigen iOS7-Funktionen) hervorragend einhändig bedienbar, und erfreut mit zunehmender Zeit immer mehr das Auge des Betrachters: stellt euch einfach vor, ihr hättet euch gleich eine passende, bunte Gehäuseschale gekauft. Auch gut: bis auf die leidigen Staubansammlungen sind sonstige Schmierereien wie Fettfinger auf dem Gehäuse nicht sofort sichtbar.

„Du wirsch fai imma fetter!“

Trotz der bunten Optik ist das iPhone 5C ansonsten sehr geradlinig gehalten: der Rahmen um das Display sind recht dünn geraten :der grüne Plastikrahmen ist ca. 1mm dick, der schwarze Rahmen etwa drei mal breiter. In der Höhe/Länge und Breite sind die Unterschiede  zum Vorgänger bzw. zum 5S nur marginal: statt 123,8 mm und 58,6 mm sind es beim iPhone 5C 124,4 und 59,2 mm. Den größten, auch deutlich sichtbaren Unterschied gibt es bei der Tiefe: statt 7,6 mm sind es 8,97 mm. Damit ist das 5C beileibe kein adipös gefährdetes iPhone, aber ein bisschen dicker und schwerer (mit 132g ganze 20 g mehr!) ist es dadurch schon geraten.

Ausstattung und Leistung

Von Android kommend darf man der Fairness halber nicht den Fehler begehen und über die technische Ausstattung auf die reine Leistungsfähigkeit von Apple-Smartphones schließen. Rein oberflächig betrachtet klingt eine 2.3 GHz Quadcore CPU samt 3 GB Speicher wie etwa beim Galaxy Note 3 natürlich imposanter als ein Dualcore-Prozessor mit 1,3 GHz. Auch die 1 GB RAM nehmen sich mickrig aus. Aber ist das iPhone 5C dadurch schlechter? Genauer gesagt: wirkt sich das auf das iOS 7 sowie die Apps aus? Hier muss ich fast zähneknirschend sagen: überhaupt nicht. Hard- und Software sind maßgeschneidert und füreinander geschaffen, was ja auch nicht weiter verwundert, müssen die Apple-Ingenieure nur 1 bzw. jetzt 2 neue Modelle im Jahr implementieren.
Die CPU beim iPhone 5C stammt aus dem Vorjahr: den A6-SoC mit seinen zwei 1,3 GHz schnellen ARM-Kernen sowie der PowerVR-SGX-543MP3-GPU als einen alten Hut zu bezeichnen, traue ich mich indes nicht. Beim Bildschirm verhält es sich genauso: das 4 Zoll messende IPS-Display mit 1.136 x 640 Pixeln hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Farben, Kontraste, Schwarzwerte und Blickwinkelstabilität sind erste Sahne, da gibt es für mich nichts zu meckern, außer: die vier Zoll sind mir persönlich mittlerweile zu klein!

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Bei den Kameras hat sich nur marginal etwas getan: die Hauptkamera blieb unangetastet und löst wie beim IPhone 5 mit 8 Megapixeln auf, der Frontsensor ist aber neu: man setzt nun auf größere Pixel, die vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen eine bessere Qualität liefern sollen.

Was mir gut gefällt: LTE ist nun auch für Vodafone und O2-Kunden an Board, denn das Modem unterstützt nun weitere LTE-Frequenzbänder. Prima Sache und ein echter Fortschritt!

Statt WiFi Direct und NFC gibt es AirDrop: das erlaubt zwischen Macs bzw. iOS-Geräten ohne externe LAN- oder Wi-Fi-Verbindungen Daten auszutauschen. Derzeit ist es aber noch nicht möglich, Dateien zwischen Mac OSX und iPhone auf diesem Wege auszutauschen, soll aber noch kommen. Da ich leider keine weiteren iOS-Geräte mein Eigen nenne, kann ich diese Funktion nicht testen. Mir ist es letztlich wurscht, warum Apple da mal wieder sein eigenes Süppchen kocht und von daher gibt dafür von mir einen dicken Minuspunkt. Da finde ich WiFi Direct mit NFC wesentlich praktischer, weil universell einsetzbar.

Austattung auf einem Blick:

iPhone 5siPhone 5ciPhone 5
PREISE
699€, 799€, 899€599€, 699€679€, 789€, 899€
KAPAZITÄT
16, 32 & 64GB16 & 32GB16, 32 & 64GB
FARBEN
Silber, Spacegrau, GoldWeiß, Pink, Gelb, Blau & GrünSchwarz Graphit & Weiß Silber
ABMESSUNGEN
Höhe: 123,8 mmBreite: 58,6 mmTiefe: 7,6 mmGewicht: 112 gHöhe: 124,4 mmBreite: 59,2 mmTiefe: 8,97 mmGewicht: 132 gHöhe: 123,8 mmBreite: 58,6 mmTiefe: 7,6 mmGewicht: 112 g
CPU & RAM
A7 Chip/ (1,4 GHz 64bit Dualcore mit 2×1,3 GHz)1 GB RAM

A6 Chip (1,3 GHz Dualcore)// 1GB RAM

 

DISPLAY

4,0 Zoll, IPS (1.136 x 640 Pixel)

LTE
UMTS/HSPA+/DC-HSDPA (850, 900, 1900, 2100 MHz), GSM/EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz), LTE (Frequenzbänder 1, 2, 3, 5, 7, 8, 20)UMTS/HSPA+/DC‑HSDPA (850, 900, 1900, 2100 MHz), GSM/EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz), LTE (Frequenzbänder 1, 2, 3, 5, 7, 8, 20)UMTS/HSPA+/DC-HSDPA (850, 900, 1900, 2100 MHz), GSM/EDGE (850, 900, 1800, 1900 MHz), LTE (Frequenzband 1, 3 und 5)
 AKKU* (laut anandtech.com)
~1570 mAh~1507 mAh1440 mAh

Benchmark-Ergebnisse

 

Handhabung und iOS 7 in der Praxis für einen Androiden

Durch die abgerundeten Ecken ( oben erwähnt ) liegt das iPhone 5C sehr gut in der Hand, besser als die Vorgänger, deren Kanten mich auch irgendwie immer ein wenig irritierten. Auf der linken Seite sind die Lautstärketasten sowie ein physikalischer Button, um das Gerät stumm zu schalten. Den vermisse ich beim HTC One. Genauso dämlich wie HTC hat auch Apple allerdings den Powerbutton in der oberen Leiste platziert – statt links oder rechts an der Seite. Hinweis an alle Hersteller: oben hat der Knopf nichts verloren!

Ansonsten ist nur noch der typische Homebutton unterhalb des Displays vorhanden. Wer bereits ein iPhone hatte, wird sich sofort heimisch fühlen.

Die neue zeitgemäße Optik von iOS 7 mag vielen alten Apple-Nutzern ein Dorn im Auge sein – ich dagegen finde sie großartig und wünschte mir, man wäre noch ein Stück mutiger zu Werke gegangen und hätte sich restlos von Relikten vergangener Tage gelöst. Das liegt aber oftmals an den Drittherstellern, die noch am veralteten Layout festhalten. Bestes Beispiel ist WhatsApp: die Tastatur ( etwa die Anordnung der Tasten, auch wenn man zwischen verschiedenen Layouts wechseln kann ) und ihre Farbgebung finde ich abscheulich und abenteurlich hässlich! Weg damit bitte!

Gut geklaut ist halb‘ gewonnen, Teil 1: Control Center

Früher war so eine Benachrichtigungs-Leiste bei iOS unvorstellbar und wurde gerne als Android-Gimmick abgetan, jetzt hat man mit dem Control Center so etwas ähnliches fabriziert, und was die Platzierung am unteren Bildschirmrand angeht, sogar die bessere Stelle dafür gefunden: Aus jeder App, jedem Homescreen heraus lässt sich das Control Center per Wischbewegung ( man wischt von unten in die Bildmitte hinein ) aktivieren:

 

Damit steuert man etwa als Musikfan die Wiedergabe, schaltet schnell den Flugmodus ein, oder WLAN an und aus. Auch der schnelle Zugriff auf einige wichtige Apps (Taschenrechner, Kamera, Taschenlampe oder Timer) ist möglich. Leider kann man das Control Center nicht nach den eigenen Vorlieben anpassen, sondern muss mit dem Leben, was die Apple-Programmierer für richtig und wichtig erachten. Greift eigentlich der typische Apple-Nutzer nie auf die Einstellungen zurück? Ich hätte mir etwa solch eine Verknüpfung gewünscht.

Gut geklaut ist halb‘ gewonnen, Teil 2: Multitasking und obere Benachrichtigungsleiste

Multi-Tasking ist sehr gut gelöst: per zweimaligen Drücken des Homebuttons werden alle laufenden Anwendungen eingeblendet und sind ohne Verzögerung sofort zugänglich. Das Scrollen durch die offenen Anwendungen geschieht überdies flüssig und ruckelfrei. Allerdings fehlt eine Möglichkeit, alle Apps auf einmal zu beenden. Die Benachrichtigungsleiste oben zeigt etwa das aktuelle Wetter sowie anstehende und verpasste Termine an. Brennend interessieren mich natürlich die aktuellen Aktienkurse. Ich bin mir sicher, den typischen Apple-Nutzer auch!

 

Den Alltag kann man mit dem iPhone 5C sehr gut meistern: alle Apps, die ich von Android her kenne, finden sich ja erst recht bei Apple. Einige Apps und Games gibt es exklusiv für iOS, etwa 11 Freunde, SkyGo oder Plants vs Zombies 2. Das ist eine kleine, persönliche Auswahl, die ich beim Wechsel zurück auf Android vermissen werde. Klasse gelungen finde ich Maps, dass mir besser gefällt und sich hier in München als wesentlich flotter und zuverlässiger erwiesen hat als Google Maps. Ob sich das verallgemeinern lässt, weiß ich allerdings nicht.

Was ich furchtbar finde ist die Kontakte-App: immer noch gibt es keine Kontaktbilder in der Übersicht. Erst wenn man einen einzelnen Kontakt auswählt, wird oben ein winziges, rundes Bildchen angezeigt – das ist richtig schlecht, sorry! Und speziell als HTC One-Nutzer vermisse ich die zahlreichen Synchronisationsmöglichkeiten, die Sense bietet. Abhilfe schafft hier zum Teil Sync.ME für Facebook, Google+ und LinkedIn, aber das gelbe vom Ei ist es für mich nicht.

Lustig fand ich die Spracherkennung Siri: natürlich habe ich sofort gefragt, wie das Wetter in Madrid ist, und bekam eine schnelle Antwort. Siri liefert meist gute und brauchbare Ergebnisse, vor allem dann, wenn man ganz normal spricht und nicht so, alt hätte man es mit einer sprachbehinderten App zu tun. Wenn ich gaaanz langsam und deutlich gesprochen habe, hatte Siri öfters Schwierigkeiten mich zu verstehen. Persönlich ersetzt die Sprachsuche jedoch nicht die konventionelle Suche per Tastatur: ich möchte nicht jedes Mal grenzdebil mit meinem Handy sprechen, wenn ich schnell etwas wissen möchte.
Ein wenig Humor hat man Siri übrigens auch mit auf den Weg gegeben: wer nach „Angelo Merte“ fragt, bekommt ein Bild von Angela Merkel geliefert. Keinen Spaß versteht Siri allerdings, wenn man sich über Samsung und Android unterhalten will. Warum eigentlich?

 

Kamera & Video

Die Kamera habe ich aufgrund des derzeit schlechten Wetters nur unter ungünstigen Bedingungen testen können. Man verzeihe mir daher die nicht ganz perfekten Bilder. Ich werde versuchen, hier demnächst mehr Bilder zu veröffentlichen. Die Kamera-App ist intuitiv und einfach bedienbar und vom Sperrbildschirm aus erreichbar. Damit eignet sich das iPhone 5C als hochwertige Schnappschuss-Kamera, zumal der Sensor entsprechend schnell auslöst. Durch die Größe des iPhones hat man ein Bild auch viel schneller geschossen als etwa mit einem Phablet, das sollte man nicht vergessen. Man kann bequem mit dem iPhone 5C in einer Hand durch die Gegend laufen und blitzschnell eine Aufnahme machen.

Extrem viele Einstellungen sollte man im Kamera- bzw. Videomodus aber nicht erwarten: zwar gibt es verschiedene Bildmodi (etwa HDR, Panorama oder quadratisches Bildformat ) und insgesamt neun anwendbare Filter, Samsung und HTC bieten im Vergleich wesentlich mehr. Der Kamera eines Nexus 4 ist sie aber sowohl von den Funktionen, als auch von der Qualität meilenweit überlegen.
Analog dazu der Videomodus: FullHD ist möglich, Artefakte und Bildrauschen bei Kameraschwenks sind selten, die immerhin durch einen digitalen Bildstabilisator zusätzlich ausgeglichen werden. Filter und HDR-Funktion sind leider nicht anwendbar, hätten die Videofunktion aber aufgewertet. Wer auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Qualität erwartet muss auf ein anderes Smartphone ausweichen.

 

Persönliches Fazit: Liebes iPhone 5c, ich habe leider (noch) kein Bild für Dich!

Auch wenn mich das iPhone 5C ziemlich überrascht und mit iOS 7 –zumindest teilweise – versöhnt hat, bleibe ich bei Android und hoffe, dass der grüne Kobold wieder in die richtige Spur zurückfindet.

Das iPhone 5C ist für mich in vielerlei Hinsicht ein Einsteiger-Gerät zum leider exorbitanten Preis eines Oberklasse-Smartphones. Würde es „nur“ 400 € kosten, könnte ich es glatt durchweg empfehlen – aber bei durchschnittlich 200 € mehr ist das schon eine ganz andere Geschichte. Für die Differenz bekommt man tatsächlich bereits hervorragende Einsteiger-Smartphones.

Letzten Endes kann die ansprechende Optik und der gestiegene Bedienkomfort nicht darüber hinwegtäuschen, dass Apple seine Nutzer schon arg gängelt und sehr vielen Restriktionen aussetzt – nach wie vor! Nachfolgend möchte ich einige ausgewählte Beispiele nennen:

Es fängt schon beim erstmaligen Start des iPhone 5C an: ohne Aktivierung per eingelegter NanoSIM-Karte (microSIM reicht für dieses adipöse Kind ja nicht) geht gar nichts, obwohl mein Testexemplar ja weiß Gott nicht an irgendeinen Provider gebunden ist. Also neue Karte bestellen, warten und aktivieren. Das ist sicher nicht die allerschlimmste Tortur, die man durchzustehen hat – aber nochmals, was soll das?

Auch wenn iTunes zuverlässig arbeitet: ohne geht es nicht ( zumindest auf dem vorgesehenen Weg ) und das nervt mich. Die Screenshots mal eben per USB auf den Rechner ziehen? Nein, das geht nicht! Ich muss mir etwa mit Dropbox aus der Patsche helfen und umständlich die Bilder auf einen Server hoch- (was ist wenn ich sensible Aufnahmen gemacht hätte?) und wieder zurück auf den Computer herunterladen. Da lob ich mir Android, auch wenn es mich zur Zeit nervt!

Der Gipfel der Lächerlichkeit wird für mich nach wie vor beim Thema Klingeltöne erreicht: Ich dachte, Apple-User wären große Individualisten. Wie passt das mit der Tatsache zusammen, dass ich meinen Lieblingssong nicht als Klingelton einstellen kann? Ich weiß, dass geht über Umwege. Über Umwege– das sagt schon Alles!

Wenn die oben genannten Einschränkungen nicht wären, könnte ich mir trotz der mittlerweile entwickelten Vorliebe für große Displays ernsthaft überlegen, wieder zu iOS zurückzukehren.

Auf der Habenseite stehen etwa das großartige Design und  die exzellente Verarbeitung: das iPhone 5C sieht großartig aus, die bunte Optik spricht mich viel mehr an als die business-mäßige Optik der Vorgänger oder die des 5S. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich habe bislang auch niemanden gehabt, der das iPhone 5C in Natura sah und sagte, das iPhone 5C wäre hässlich.

Dass das iPhone 5C von den Benchmark-Ergebnissen nicht auf den allerersten Plätzen landet ist unerheblich: es spielt im Alltag bislang keine Rolle.

Die Kamera ist gut, es fehlen ihr aber zur absoluten Spitze mehr Optionen und Einstellmöglichkeiten, wie sie manch anderes Smartphone von Samsung oder HTC bietet.

iOS 7 hat aus meiner Sicht viele Schritte nach vorne gemacht, und, würde es mehr Freiheiten bei der Konfiguration bieten, auch nahezu perfekt. Leider ist das nicht so.

So bleibt das iPhone 5C, dass neben dem bunten Äußeren auch ein runderneuertes iOS 7 bietet, für mich nur eine kleine Versuchung auf den ersten Blick!

  • Pingback: Android 4.4 Launcher, Lockscreen & Interface – bunter und freundlicher()

  • H4drux

    Also Screenshots/Fotos lassen sich ganz normal über den Windows Explorer, auf den Rechner kopieren. Einfach Anschließen und die Fotos vom iPhone rüberziehen. 😮

    Stecke grade auch in einer zwickmühle, habe jetzt 1 Tag ein Xperia Z1 gehabt. Und naja, das große Display ist schon toll, aber iOS könnt ich niemals gegen Android tauschen…

  • H4drux

    Also Screenshots/Fotos lassen sich ganz normal über den Windows Explorer, auf den Rechner kopieren. Einfach Anschließen und die Fotos vom iPhone rüberziehen. 😮

    Stecke grade auch in einer zwickmühle, habe jetzt 1 Tag ein Xperia Z1 gehabt. Und naja, das große Display ist schon toll, aber iOS könnt ich niemals gegen Android tauschen…

    • Oh, okay, vielen Dank für den Tipp. Ich werde das in meiner Kritik am iPhone abändern!
      Mein Tipp: wenn Dir iOS gefällt, bleib dabei. Oder probier einen anderen Launcher wie Apex, Nova usw…
      Eventuell kommt auch bald Android 4.4 für das Z1, was zumindest optisch näher (Flat-Look) an iOS 7 ist…

    • Oh, okay, vielen Dank für den Tipp. Ich werde das in meiner Kritik am iPhone abändern!
      Mein Tipp: wenn Dir iOS gefällt, bleib dabei. Oder probier einen anderen Launcher wie Apex, Nova usw…
      Eventuell kommt auch bald Android 4.4 für das Z1, was zumindest optisch näher (Flat-Look) an iOS 7 ist…

  • Cadamdraft3D

    Sehr schon geschrieben, danke! Auch wenn für mich die 5c nicht in frage kommt! Dann doch eher 5S 🙂

  • Cadamdraft3D

    Sehr schon geschrieben, danke! Auch wenn für mich die 5c nicht in frage kommt! Dann doch eher 5S 🙂

    • Danke für die lobenden Worte. Warum ziehst Du das 5S vor? Optik? Leistung? Würde mich interessieren was ein potenzieller Käufer denkt!

      • Cadamdraft3D

        In erster line die Materialien, was ich an WP oder Android kritisiere, dass sie eben viel Plastik verbauen, ändert sich nicht nur weil ein Apple Logo drauf ist.

        Dann aber auch die Leistung des 5s, hab z. Z. das 4s und hatte die letzen zwei Jahre keine Probleme mit der Leistung.

      • Cadamdraft3D

        In erster line die Materialien, was ich an WP oder Android kritisiere, dass sie eben viel Plastik verbauen, ändert sich nicht nur weil ein Apple Logo drauf ist.

        Dann aber auch die Leistung des 5s, hab z. Z. das 4s und hatte die letzen zwei Jahre keine Probleme mit der Leistung.

    • Danke für die lobenden Worte. Warum ziehst Du das 5S vor? Optik? Leistung? Würde mich interessieren was ein potenzieller Käufer denkt!

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