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LG Optimus G Pro Test – die große Lösung

Ein Smartphone, das bislang  an vielen spurlos vorbeiging, ist das LG Optimus G Pro. Verwunderlich, denn das Datenblatt entspricht dem eines High End Smartphones. In den USA erschien das Gerät schon vor einigen Monaten, sogar noch vor dem Galaxy S4. Hierzulande ist es erst seit einigen Wochen erhältlich. Frühe Gerüchte um das LG G2 und dessen Vorstellung Anfang August ließen das Interesse der Medien und Blogs wohl schnell schwinden. Unser LG Optimus G Test zeigt, warum das 5.5 Zoll  Smartphone als Wegbereiter des G2 auch neben diesem koexistieren kann.

Ausstattung und Design

Im Mittelpunkt des Optimus G Pro steht definitiv das gigantische Display. Mit seinen 5.5 Zoll gehört es definitiv in die Kategorie Galaxy Note, doch irgendwie hat man sich mittlerweile an große Smartphones so sehr gewöhnt, dass man das Wort Phablet hier nicht mehr unbedingt in den Mund nehmen möchte. Das FullHD Display steckt in einem verhältnismäßig kompakten Gehäuse, welches im Gegenzug zum „Vorgänger“ Optimus G aus Plastik und nicht aus Glas gefertigt ist. Dafür lässt sich das mit einem leicht glitzernden Muster versehene Cover abnehmen, wodurch man den gigantischen 3140 mAh Akku wechseln kann. Ein MicroSD-Steckplatz ist auch vorhanden.

 

Das Gehäuse ist deutlich abgerundeter, weshalb das große Smartphone trotzdem angenehm in der Hand liegt. Für die enorme Größe fühlt es sich erstaunlich leicht an. LG hat aber auch an zwei Besonderheiten gedacht, um sich ein wenig von der Masse abzusetzen. Anstelle einer einfachen Benachrichtigungs-LED bringt LG den Homebutton in verschiedenen Farben zum Leuchten, was vor allem im Dunkeln richtig cool wirkt.

Neben gut positionierten Standard-Tasten spendiert LG dem Smartphone eine programmierbare Taste an der oberen linken Seite. So lassen sich Apps und Funktionen ganz einfach mit dem Button verknüpfen.

An der Oberseite befindet sich eine Infrarot-Schnittstelle, mit der man etwa Fernseher steuern kann (mehr dazu im Abschnitt Software).

Die Gesamtoptik entspricht eher einem Samsung Smartphone als dem ursprünglichen Optimus G bzw Nexus 4-Design. Das liegt insbesondere an den Rundungen und am verwendeten Plastik. Samsung Fans mögen es und freuen sich über die Vorteile, Plastikgegner wird aber auch das G Pro nicht überzeugen können.

Display

Das 5.5 Zoll FullHD Display ist eine Wucht. Qualitativ liegt es mindestens auf einem Level mit der 1080p Konkurrenz von Samsung und HTC. Die Hohe Auflösung macht für mich erstmals einen Sinn, denn mit der größeren Bildschirmdiagonale lassen sich die zusätzlichen Details tatsächlich erkennen, auch wenn die Pixeldichte damit deutlich niedriger ist als etwa beim HTC One.

Das IPS Display ist außerdem sehr blickwinkelstabil und erzeugt realistische Farben. Sie wirken satter als bei anderen LCDs, aber nicht ganz so übersätigt wie bei SAMOLED. Die Schwarzwerte sind gut, durch die Hintergrundbeleuchtung reichen sie den Galaxys jedoch noch immer nicht das Wasser. Dafür punktet man mit einer deutlich höheren Maximalhelligkeit, wodurch sich das Display im Freien besser ablesen lässt.

Performance

LG Optimus G Pro - Gaming Power - Asphalt 8Das LG Optimus G Pro war eines der ersten Smartphones, welches auf einen Snapdragon S600 setzte. Wie im S4 und HTC One verrichtet er auch hier seine Arbeit ohne Murren. Auch wenn mit dem G2 schon der Nachfolger (S800) eingeführt wurde, gehört der Chipsatz noch immer zum Besten, was die Android-Welt zu bieten hat. Rasend schnelle Appstarts, zügige Wechsel zwischen Apps und eine immer flüssige Bedienung sind an der Tagesordnung. Auch die umfangreiche LG-eigene Software bremst das System nicht aus.

Wir haben einige grafisch aufwändige Spiele (Asphalt 8, Real Racing…) getestet und stellten fest: Spiele, die das Smartphone an seine Grenzen bringen, müssen erst noch entwickelt werden. Die Chancen stehen gut, dass es noch eine Weile so bleibt.

Auch synthetische Benchmarks belegen unsere eigenen Eindrücke. AnTuTu, 3dMark und Geekbench zeigen allesamt hohe Werte, weshalb man das Smartphone mit dem Galaxy S4 und dem HTC One auf einem Level sehen kann. An Smartphones mit einem S800, etwa dem Note 3, G2 oder XperiaZ1, und dem iPhone 5S, reichen die Werte aber nicht heran.

Kamera

LG hat die Kamera rundum überarbeitet. Nicht nur die Software wurde verbessert, auch am 13 Megapixel-Sensor scheint man gefeilt zu haben. Bilder zeigen teilweise deutlich mehr Details in dunklen Bereichen als noch beim Optimus G und die Schwächen beim Dynamikumfang sind ebenfalls behoben worden. Für eine Kamera ohne optischen Bildstabilisator gelingen im Dunklen auch recht gute Fotos.

Neben zahlreichen Features wie Burst Shot und HDR spendiert LG der Kamera eine Dual Cam-Funktion. Wie beim Galaxy S4 lässt sich ein Bild-in-Bildmodus zuschalten, der auch die Frontkamera nutzt.

Die Kamera befindet sich insgesamt auf Höhe der Zeit, auch wenn das Lumia 1020 und das LG G2 nochmal eine ganze Schippe drauf legen.

Software und OS

Eins vorne weg: mit Android 4.4 in den Startlöchern ist Android 4.1 beinahe hoffnungslos veraltet. Wie man LG kennt, wird das Gerät irgendwann ein Update auf eine höhere Version bekommen, die Betonung liegt dabei auf „irgendwann“. Nichts desto trotz hat LG beim Softwarepaket eine gute Arbeit abgeliefert. Es gibt nicht viele Funktionen von Android 4.3, die man vermisst. So bietet man als bisher einziger Hersteller eine Alternative zu Googles Photosphere, das heißt, auch mit dem G Pro lassen sich 3d Kugelpanoramen schießen.

Wie beim Optimus G auch gibt es Apps wie den Taschenrechner, die Notizapp oder den Videoplayer, welche auch als Fensterchen geöffnet werden können. So kann man bis zu 3 Apps gleichzeitig verwenden. Dank 2GB großem RAM stellt Multitasking für das G Pro kein Problem dar.

Wie die meisten anderen Hersteller, setzt auch LG auf eine eigene Anpassung der Sofware-Oberfläche. Googles dunkle, auf Star Wars Fans zugeschnitte Software, wurde durch eine hellere und freundlichere UI getauscht. An der eigentlichen Android-Menüführung ändert sich dabei aber wenig. Leider hat es LG mit den bunten Icons ein wenig übertrieben, doch die Oberfläche lässt sich stark individualisieren. So könnt ihr Icon Packs aus dem Internet herunterladen, ähnlich bei bei den alternativen Launchern Nova und Apex. Auch die Animationen, der Lockscreen und Hintergünde der einzelnen Menüs lassen sich austauschen. Hier lässt LG einem viel mehr Freiheiten als Google oder die meisten anderen Hersteller. Ein wenig störend ist, dass der Home Screen recht häufig neu aufgebaut wird. Das geht zwar richtig schnell (unter einer Sekunde), doch bei 2GB RAM muss das eigentlich nicht sein. Nutzt man Nova oder dergleichen, ist das Problem behoben.

Überraschend gut implementiert ist der Infrarot-Port, der dieses Jahr wieder in Mode zu kommen scheint. Das LG Optimus G kann durch diesen eine große Auswahl an Fernsehern, Receivern, Stereoanlagen etc. steuern. In unseren Tests funktionierte es mit sämtlichen Fernsehern und Receivern (8 Geräte). Nicht jeder Fernseher wurde sofort erkannt, folgt man den Anweisungen, klappt es aber nach wenigen Minuten. MIt der App lassen sich die Geräte nach Zimmer/Raum gruppieren, was für Überblick sorgt. Es lässt sich sogar einstellen, dass die Fernbedienung automatisch im Lockscreen erscheint, sobald man die Wohnung betritt (das Optimus G Pro erkennt das am WiFi-Netzwerk). Außerdem lässt sie sich in der Benachrichtigungsleiste einblenden. Wirklich praktisch: durch zweimaliges Betätigen des Home-Buttuns lässt sich die Fernbedienung im Lockscreen einschalten, ohne dass man diesen entsperren muss. Leider unterstützt die App nur die Grundfunktionen der Geräte, eine Programmvorschau wie etwa beim HTC One gibt es zum Beispiel nicht.

Fazit

Das LG Optimus G Pro ist eigentlich ein nahezu perfektes Smartphone: die Ausstattung ist gigantisch, die Qualität des Displays überzeugt und es gehört zu den schnellsten Geräten. Preislich liegt es irgendwo zwischen HTC One und Samsung Galaxy S4. Doch auch wenn es locker mit diesen Handys mithalten kann, ist es kein Smartphone für die Massen. Wer hohen Wert auf einen großen und hellen Bildschirm legt, der sollte das Optimus G Pro auf jeden Fall in Betracht ziehen. Kann man auf 0.5 Zoll verzichten, sollte man lieber zum LG G2 greifen, welches langsam aber sicher auf dem deutschen Markt ankommt.

Geschrieben von Pino

Pino

Blogger mit Leidenschaft und eigener Meinung. Fühlt sich in Photoshop genauso zu Hause wie bei Android oder Windows Phone. Hatte aber auch nie Probleme mit Exoten (man denke an Bada!) auf Tuchfühlung zu gehen.

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