Mit dem Motorola Razr i widmen wir uns einem ungewöhnlichem Android Smartphone, dass sich in einigen Punkten wohlwollend vom vorherrschendem Allerlei unterscheidet. Design, Formfaktor und die ein oder andere pfiffige Idee Motorolas machen es zu einer der interessantesten Neuerscheinungen im Jahre 2012. Zur Verfügung gestellt wurde uns das Motorola Razr i wie immer durch getgoods.de

„Das Motorola Razr i ist klein, fein und außergewöhnlich im Design. Warum nicht öfters so, liebe Smartphone-Hersteller?“

Das Razr i ist klein, zumindest kleiner als sein Vorgänger, und stellt damit Motorolas Antwort auf den Riesen-Zwerg Samsung Galaxy S3 mini . Ob es ähnlich erfolgreich sein wird, wagen wir in Anbetracht von Samsungs medialer Vormachtstellung auf dem Android Smartphone-Sektor zu bezweifeln, nichts desto trotz hat auch der Kleine aus dem Hause des angeschlagenen US-Herstellers Motorola einige interessante Features im Petto. Zu nennen wäre da sicher etwa das ungewöhnliche Design, dass zwar nicht mehr ganz so markant und derb daherkommt wie beim letztjährigem Motorola Razr, aber immer die Smartphones und Tablets von Motorola unverkennbar macht. Ich würde mir auch bei anderen Herstellern mehr Mut und Experimenterfreude wünschen, anstatt immer wieder altbewährte Design-Konzepte aus der Schublade zu holen und den angesagten Designs hinterher zu rennen. Irgendjemand muss schließlich auch Trendsetter sein.

Mittlerweile sind „kleine“ Android Smartphones auch in der Mittelklasse eine Seltenheit geworden-eine Ausnahme bildet hier etwa das Galaxy S3 mini. Das Razr i schlägt daher in die selbe Kerbe wie Apples iPhone5 oder das Samsung Galaxy S3. Damit wären wir schon bei einer der großen Stärken des Razr i. Denn trotz seiner recht kleinen Maße verfügt es über ein 4.3 Zoll großes AMOLED Display, welches von einem sehr schmalen Rahmen umgeben ist. Daher wird das Handy von Motorola auch als Vollbild-Smartphone umworben. An Ober- und Unterseite wird der Rahmen aber wie bei anderen Smartphones auch etwas stärker, dennoch erweckt das Handy auf der Vorderseite den Eindruck, fast nur aus Dispaly zu bestehen. Um diesen Effekt zu erzielen, setzt Motorola als einer der wenigen Hersteller neben der Nexus Reihe auf On-Screen-Tasten. Die drei Tasten „Zurück“ „Home“ und „Verlauf“ entsprechen dabei dem Nexus Standard und werden beispielsweise beim Betrachten von Videos ausgeblendet um den ungestörten Fim-Genuss in 16:9 zu ermöglichen.

Razr i Hands vs Galaxy S3 mini Video

Razr i Bilder

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Razr i Kamera & Design

Eine weitere Besonderheit ist das verwendetet Material des Smartphones. Dank einer Kombination aus metallenem Rahmen, einer  Gorilla-Glas-Front, und einer Kevlar-beschichteten Rückseite, gelingt Motorola ein extrem robustes und kompaktes Handy, das aus der filigranen hochpolierten Plastik-Masse hervor sticht. Das gelingt Motorola deutlich besser als im letzten Jahr mit der ersten Android Neuaflage des Razrs, welches ein extrem kontroverses Design hatte. Das Gewicht von 127g ist für die verwendeten Materialien niedrig, dennoch hoch genug um nicht „billig“ zu wirken.

 

„Für Fotografen ist die dedizierte Kamera-Taste sicher von Vorteil. Dadurch ist die Kamera App selbst bei gesperrtem Bildschirm schnell parat und erhöht die Chancen auf Schnappschüsse.“

Wie auch beim letztjährigen Razr wird das Gehäuse an der Oberseite etwas dicker. Doch die Maße steigen hier gleichmäßig an, womit der  hässliche Knüppel des „Vorgängers“ vermieden wird. Auf dessen Rückseite befindet sich ein einer kleiner,gläsern wirkender Bereich, in welchem Motorola die 8 Megapixel Kamera samt LED verstaut. Außerdem beherbergt dieses Feld auch den Lautsprecher. Der große Rest der Rückseite ist mit Kevlar beschichtet, was das Handy besonders widerstandsfähig machen soll. Die Beschichtung ist dabei typisch gemustert und schaut nett aus. Auch auf diesem sind Fingerabdrücke sichtbar, aber in einem deutlich geringeren Umfang als bei glänzendem Polycarbonat oder Glas. Die Rückseite des Smartphones lässt sich allerdings nicht öffnen, der Akku ist somit fest verbaut und nicht austauschbar. Micro-SIM und Micro-SD werden in einem Fach an der Seite verstaut, die längliche Abdeckung lässt sich leicht öffnen und fügt sich beinahe nahtlos in den Rahmen des Gehäuses. Letzteres unterschiedet sich optisch von anderen Smartphones, indem Motorola sechs kleine Schrauben verwendet hat. Sie sind zwar deutlich zu erkennen, fügen sich aber in das Gesamtbild des Designs. Für Fotografen ist die dedizierte Kamera-Taste sicher von Vorteil. Dadurch ist die Kamera App selbst bei gesperrtem Bildschirm schnell parat und erhöht die Chancen auf Schnappschüsse.

Motorola Razr i Video-Sample

Motorola ist dieses Jahr ein deutlich runderes, weniger kontroverses Design gelungen. Das sehr kompakte, hochwertige und zugleich robuste Razr i wirkt dennoch anders als die aktuellen Kassenschlager. Das eher technisch und weniger verspielt wirkende Razr i wird sicher nicht jedermanns Geschmack treffen, doch mir gefällt es richtig gut und stellt eine willkommene Abwechslung dar. Einzig der Motorola Schriftzug auf silbernem Grund oberhalb des Displays gefällt mir nicht, weil es nicht richtig ins Gesamtbild fügen will.

Razr i Prozessor & Kompatibilität

„Schön, dass Motorola mit der Intel Atom-CPU das Dogma der Mehrkern-Fixierung bricht und viele blinde Anhänger des „Mehr-Kerne bringen-mehr-Leistung“-Prinzips eines Besseren belehrt.“

Was die reinen Benchmarkwerte angeht, so kann das Experiment Atom-CPU als durchaus gelungen bezeichnet werden: die Benchmarkergebnisse des Motorola Razr i lesen sich durchaus gut. Auch im Alltag machen sich die 2 Ghz gut – auch wenn kein Quadcore zum Einsatz kommt, wie das bei vielen anderen Android Smartphones der letzten Zeit der Fall ist. Dank Hyper-Threading – bekannt von Desktop-CPUs mit .586er-Architektur- kann das Motorola Razr i mehrere Aufgabenstränge gleichzeitig abarbeiten, womit der Einkernprozessor nur selten gegenüber Mehrkernprozessoren der ARM-Architektur ins Hintertreffen gerät.

Die allermeisten Anwendungen sind mit der neuen CPU kompatibel und wurden speziell an die ungewohnte Architektur angepasst- prominentestes Beispiel ist hier sicherlich Google Chrome, das anfangs gar nicht mit dem Motorola Razr i zusammenarbeiten wollte. Dieses Problem ist mittlerweile behoben und die beiden harmonieren prächtig miteinander.

Atom-CPUs werden im PC-Bereich ja gerne dann eingesetzt, wo es nicht primär um Leistung sondern Funktionalität und Sparsamkeit geht. Die 2 GHz reichen wie oben beschrieben selbst für ein heutiges Smartphone mehr als locker aus, bleibt also noch zusätzlich der Spareffekt beim Akku: tatsächlich hält das Motorola Razr i erstaunlich lange durch- wesentlich länger als das konventionelle, letztjährige Razr, dessem Akku schnell die Puste ausging. Der Akku mit 2.000 mAh Kapazität reicht für deutlich mehr als das übliche knapp über den Arbeitstag-Kommen vieler anderer Smartphones aus. Sparsame Nutzer sollten auch knappe zwei Tage ohne Aufladen schaffen. In dieser Hinsicht erweist sich die Wahl der Atom-CPU als Volltreffer!

Android 4.0 deluxe

Für mich stellen die Anpassungen, die Motorola an der Android-Plattform vornimmt, immer noch zu den gelungensten Versionen: im Gegensatz zu HTC oder Samsung wird das Aussehen nicht komplett verändert, die Eingriffe in die UI sind gelungen- optisch dezent, bleibt etwa der Launcher immer flüssig, die Optik bleibt zeitgemäß und der User erfreut sich über ein paar wenige, dafür umso gelungenere Eingriffe. Hierzu zählen sicher die Schnelleinstellungen, die man mit einer Wischgeste an der linken Seite des Homescreens einblendet. Weiterhin gelungen finde ich das Widget mit den bevorzugten Kontakten. Ich frage mich immer, warum Google dieses Feature nicht auch in die reguläre Android-Version einbaut.

Ebenfalls gelungen ist SmartActions, dass sehr detailliert steuert, wie sich das Smartphone in bestimmten Situationen (nachts, auf der Arbeit, beim Laden, im WLAN-Netzwerk etc) verhalten soll. Zwar erfordert die Konfiguration einige Handgriffe seitens des Benutzers (hier darf man eben kein iPhone-ich-drück-nur-einen-Knopf-und-alles-geht-oder-zumindest-sieht-es-wahnsinnig-hip-aus-User sein), kann aber dafür umso genauer an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Keine wahnsinnig sexy App, mit der man in Videos oder im TV so leicht werben kann, dafür aber umso nützlicher.

Summa summarum Razr i

Design, gehobene Ausstattung (etwa NFC-Modul), pfiffige Ideen (der dezidierte Kameraknopf) sowie ein „sanft& sinnvoll“ modifiziertes Android. Dazu moderate Ausmaße- auch beim Preis, sehr gute Akkuleistung – das Razr i, anders als man vielerorts hört, bringt sehr viele positive Eigenschaften mit sich, die für Abwechslung im Android Smartphone-Bereich sorgen. Das erfreut sicher mein Fester-Herz, doch genau so bricht es mir selbiges ein wenig, wenn ich zugeben muss, dass die Summe dieser Eigenschaften für das Groß der meisten Käufer nicht ausreichen wird. Es fehlt tatsächlich ein wenig der oftmals benötigt Coolness-Faktor oder die ein oder andere Killer-Funktion, um Otto-Normal-Verbraucher zum Kauf zu animieren. Wer darüber hinwegsehen kann, erhält mit dem Motorola Razr i ein gutes, zeitgemäßes Android Smartphone.

Das Motorola Razr i ist bei getgoods.de erhältlich.