Knapp über ein Jahr habe ich mich im iOS-Kosmos aufgehalten, einer entspannten Zeit, in der ich mein Smartphone weniger, aber bewusster nutzte. Den googelschen Sirenen konnte ich zuletzt immer schlechter widerstehen und habe mir wider Erwarten ein Android Marshmallow-Smartphone zugelegt. In diesen Nexus 6P Test und Erfahrungsbericht zeige ich auf, wie das Premium-Phablet von Huawei mir mein iPhone 6 madig machte und zum Wechsel ermutigte.

Dazu muss man sagen, dass ich die ersten Monaten mit meinem zweiten Apple-Devices nach dem 3Gs überaus zufrieden war, wie auch mein damals äußerst positiver Test zum iPhone 6 zeigt. So zufrieden wie mit kaum einem anderen Smartphone zuvor. Dass hatte neben einem ausgereiften OS sicher auch Gründe, die rein persönlicher Natur waren: ich hatte mich an Android sattgesehen, hatte über die Jahre zig Smartphones selbst besessen oder getestet, hatte mich immer wieder mehr oder weniger in eigene Anpassungen von TouchWiz gestürzt und zig Stunden mit dem Smartphone verbracht, ohne es wirklich zu nutzen. Kurzum, ich hatte die Android/ROM-Geschichte satt und wollte ein Smartphone, dass einfach funktionierte.
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Ceci n’est pas une Nexus 6P Test

Ich habe mich dagegen entschieden einen klassischen Testbericht zu verfassen. Die Gründe sind naheliegend: es gibt bereits sehr viele, die Fakten dürften für Eingeweihte sattsam bekannt sein.
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Zu jenem Zeitpunkt stellte das endlich in ernstzunehmenden Dimensionen erhältliche iPhone 6 den maximal besten Kompromiss aus einfacher, aber mächtiger Handhabung, exzellenten Design und ordentlicher Performance dar. Ich hätte zum 6 Plus greifen können, tat es nicht, weil ein Phablet zwar groß, aber nicht klobig sein sollte. Auch beim diesjährigen Nachfolger bleibe ich bei meinem Urteil: wäre es nicht von Apple, würde man Design, Größe und Haptik in der Luft zerreißen. Es ist aus meiner Sicht von der Handhabung eine mittlere Katastrophe.

Dies im Hinterkopf behaltend, muss ein großes Smartphone jenseits von 5 Zoll Bildschirmdiagonale trotzdem handlich bleiben, ergo in der Breite (etwa wie beim Nexus 6 2014) nicht zu breit ausfallen, oben und unten nicht so verschwenderisch und überdimensioniert ausfallen wie die iPhone 6 Plus-Modelle.

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Dass diese Anforderungen durch das Nexus 6P erfüllt werden, davon musste ich einfach selbst überzeugen. Doch auch andere Gründe bewogen mich zur abermaligen Abkehr von Apple, nicht zuletzt Display, Performance und Akkulaufzeit.

1. Wechselgrund 1: Seit iOS 9 ist die Akkulaufzeit beim iPhone 6 eine kleine Katastrophe

Ja, ich wusste, dass der Akku nicht die Bombe ist und nein, ich bin kein Poweruser, der in sämtlichen Cargotaschen Powerbanks gebunkert hat. Aber ich nutze mein Smartphone täglich. Ich schaue es nicht nur an, brauche es nicht als Bestätigung meines sozialen Status und fühle mich zu keiner Zeit an irgendeinen Hersteller in besonderer emotionaler Weise gebunden.

Mein Nutzungsverhalten würde ich insgesamt als durchschnittlich bezeichnen: es ist ständig an, es liegt griffbereit in der Hose, der Jacke, auf dem Sofa oder Nachttisch und wird oft für kurze Aufgaben herangezogen: die Werbepause überbrücken, an der U-Bahn-Haltestelle beschäftigt gucken, als Alternative zum Popeln in der Nase oder aber um sich bei Facebook, Twitter & Co über die AfD und deren potenziellen Wähler aufzuregen.

Ich meine, und das ist natürlich furchtbar subjektiv und unprofessionell, aber für mich letztlich die einzig richtige Wahrheit, dass das iPhone 6 unter iOS einfach besser lief und die Akkulaufzeit deutlich besser war. Ich kenne die Studien und kann auch meinen gesunden Menschenverstand zu Rate ziehen der mir sagt, dass das in großen Teilen auch eingebildet sein kann, sobald ein neues Smartphone-Modell herauskommt und man selbst noch die jetzt urplötzlich alte Gurke des Vorgängers benutzt. Das Ding ist: mir gefällt das iPhone 6S gar nicht; es ist mir schlicht zu dick und verliert dadurch für mich so viel vom ursprünglichen, schlanken Design.

Die zweite Sache ist die: ich benutze das Smartphone unter der Woche auf reproduzierbar ähnliche Weise: ich gehe zur selben Zeit hinaus, fahre die gleiche Strecke in der Bahn, lege das gleiche Nutzungsverhalten an den Tag und verwende eine Konfiguration, die sich über Monate kaum ändert. Ich installiere selten neue Apps dauerhaft und führe in regelmäßigen Abständen eine komplette Wiederherstellung durch und installiere eine Backup – meistens wenn eine iOS-Aktualisierung ansteht.

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Von daher meine ich mit einer gewissen Verlässlichkeit sagen zu können, dass früher zwar nicht alles besser (außer der Zukunft), aber zumindest die Akkulaufzeit unter iOS 8. Heutzutage unter iOS 9 komme ich selten von 6.30 Uhr bis 20.00 Uhr mit einer Akkuladung durch ohne in den Energiesparmodus wechseln zu müssen. Die Hälfte dieser Zeit bin ich in keinem WLAN unterwegs, nutze es aber nur minimal für eine kurzen Blick in Email und Benachrichtigungen. In dieser Zeit höre ich meist etwas über 1 Stunde täglich Musik, surfe im Internet und schaue zwei, drei Videos. Ein paar Nachrichten, Telefonate und das war es auch schon. Zuhause erledige ich damit all die Dinge, wofür ich zu faul bin, um den Rechner anzuschmeißen. Dass danach für nachmittags um 3 Uhr schon manchmal nur noch ein Drittel Akku übrig sein soll, will mir nicht so recht in den Kopf. Vielleicht liegt ein Akkudefekt vor, vielleicht haben die bösen Jungs aus Cupertino eine schleichende Sollbruchstelle eingebaut oder wollen ganz einfach neue iPhones verkaufen. Whatever, ich bin kein Verschwörungstheoretiker, sondern stelle nur fest, dass ich damit einfach nicht mehr zufrieden sein kann.

Und wie ist die Akkulaufzeit beim Nexus 6P im Vergleich?

Besser, das war mit wie vielen bereits im Vorfeld klar. Dass ich trotzdem so signifikant besser durch den Tag komme, war mir aber nicht bewusst.

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2. Wechselgrund 2: ich will keine neue Brille, sondern ein größeres Display

4,7 Zoll mögen groß sein, zumindest für ein Kompromiss groß genug. Aber auf Zeit wurde die Displaydiagonale für meine Sehgewohnheiten einfach zu klein. Dass es jetzt nicht unbedingt gleich ein 5,7 Zoll Display sein muss, klaro. Aber ganz ehrlich: umso reizvoller finde ich es nun auf einem üppigen Bildschirm meine Eingaben machen zu können.

Was hälst Du vom Riesendisplay und kommst du mit den Dimensionen überhaupt zurecht?

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3. Wechselgrund 3: „Performance ist nicht alles“ ist die Ausrede aller, die nicht mehrere Apps und Tabs in Safari ohne Ruckler öffnen können

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4. Wechselgrund 4: Lass uns ein bißchen Fummeln, liebes Android Marshmallow!

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