Nexus 7 (2013) Test – alles wird gut 8

Nexus 7 (2013) Test – alles wird gut

Das Nexus 7 zählte den Technik-Highlights des letzten Jahres. Google überraschte die Fachwelt mit einer High-End-Ausstattung zu einem niedrigen Preis. Mit der Zeit entpuppte es sich aber als lahme Ente, denn mit dem verfrühten Update auf Android 4.2 hielten massive Bugs Einzug in die schillernde Jelly Bean-Welt. Auch Verarbeitungsmängel verdarben so manchem Benutzer den Spaß. Mit der Neuauflage des 7-Zoll-Tablets soll alles besser werden. Ob das gelingt zeigt unser Nexus 7 (2013) Test.

Hardware und Design

Im Vergleich zum Vorjahresmodell hat sich einiges getan. Das Display löst nun mit 1920 x 1200 Pxieln auf (1080p plus die Pixel für die 3 Android On-Screen-Buttons). Die Unterschiede in der Schärfe sind mit bloßen Augen zu erkennen, auch wenn sie nicht so dramatisch ausfallen wie erwartet. Dafür hat sich in Sachen Farbdarstellung mehr getan. Das alte Nexus 7 Display wirkte irgendwie blass und entsättigt. Im neuen Modell scheint ein qualitativ deutlich besseres Panel verbaut worden zu sein, denn die Farben wirken deutlich satter und realistischer. Auch die Blickwinkelstabilität wurde verbessert. Das Display ist somit eindeutig die Hauptattraktion des Nexus 7 (2013). Zwar gibt es definitiv bessere Screens, in dieser Preisklasse ist Asus neustes Werk jedoch einsame Spitze.

Auch wenn die Bildschirmdiagonale gleich blieb, hat sich einiges bei den Maßen getan. Die Dicke des Tablets ist spürbar reduziert worden. Merkwürdigerweise ist das neue Nexus 7 aber ein ganzes Stück länger. Den Sinn dahinter verstehe ich nicht, denn es war vorher genug Platz da um das Tablet bequem in den Händen zu halten, ohne den Bildschirm zu verdecken. Nun ist die Fläche ober- und unterhalb des Bildschrims deutlich vergrößert worden. Hält man das Tablet horizontal, ist das deutlich spürbar. Gerade das Schreiben wird dadurch zum Krampf, auch weil die Softwaretastatur kein bisschen an Tablet-Ausmaße angepasst wurde. Aber dazu später mehr.

Nexus 7 (2013) Videokameratest

Die gummierte Rückseite wurde durch eine matte, pechschwarze Oberfläche ersetzt. Trotzden liegt das Nexus 7 recht sicher in den Händen. Neu ist die 5 Megapixel-Kamera auf der Rückseite, mit welcher man auch 360° Panoramen (Photospheres) und 1080p Videos aufnehmen kann. Die Qualität ist eher unterdurchschnittlich, für Schnappschüsse und Videochats reicht es aber allemal.

Die Positionierung der Stereolautsprecher wurde deutlich verbessert. Hält man das Nexus 7 horizontal, etwa beim Zocken oder Videos schauen, befinden sich die Lautsprecher ganz links und ganz rechts auf der Rückseite. Durch die große Distanz kommt der Stereoeffekt richtig zur Geltung. Auch wenn man keine HTC Boomsound-Qualität erreicht, ist der Klang laut und gut genug, um Filme und Serien damit zu schauen. Musik sollte man aber besser mit Kopfhörern genießen.

Einer der größten Schwachpunkte des alten Nexus 7 war die Verarbeitungsqualität. Verwindungssteif war das Tablet sicher nicht. Dass sich bei einigen Usern irgendwann das Display vom Rahmen löste, war kein Wunder. Das neue Nexus 7 hingegen fühlt sich bombenfest an. Selbst das Glas fühlt sich dadurch irgendwie robuster an. Asus und Google ist hier also ein qualitativer Quantensprung gelungen. Übrigens: Asus schafft es darüber hinaus, in das schlankere Gehäuse die Technik fürs kabelloses Laden einzubauen (Qi-Standard).

Software

Hier gibt es wirklich nicht viel zu erzählen. Wie vor einem Jahr hört die Android Version immer noch auf den Namen Jelly Bean. Der Name ist Programm, denn zwischen Android 4.1 und 4.3 hat sich nicht viel getan, nennenswerte Verbesserungen lassen sich an einer Hand abzählen. Ihr habt nun die Möglichkeit Accounts anzulegen und diesen dabei den Zuagng zu bestimmten Apps zu gewähren oder zu verweigern. Android 4.3 unterstützt nun Bluetooth 4.0, entsprechendes Zubehör vorausgesetzt (z.B. eine Smartwatch), lässt sich Akku sparen. Auch die Benachrichtigungsleiste und Schnelleinstellungen wurden verbessert. Bei abgeschaltetem WiFi kann das Nexus 7 (2013) trotzdem umliegende WiFi-Netzwerke scannen um die Positionsermittlung zu verbessern. OpenGL ES 3-Unterstützung verbessert die Grafik und Performance bei modernen Spielen.

Leider fühlt sich Android auf dem Nexus 7 immer noch an wie ein aufgeblasenes SmartphoneOS. Selbst Google nutzt die Größenvorteile kaum, weshalb es mich nicht wundert, dass es auch die App-Entwickler nicht tun. Beispielsweise hat man die Tastatur der Smartphones 1:1 übernommen, was im Querformat absolut keinen Sinn macht. Die Daumen sind dabei viel zu weit von den Tasten in der Mitte entfernt, als dass eine bequeme Eingabe möglich wäre. Immerhin bekommt das Nexus 7 regelmäßig Updates, weshalb man darauf hoffen kann, dass sich i demnächst mit Android 4.4 etwas tut.

Leistung

Letztes Jahr setzte man auf den damals topaktuellen Tegra 3 Quadcore Prozessor aus dem Hause Nvidia. Zu diesem Zeitpunkt schien er das Nonplusultra zu sein, doch mit der Zeit entpuppte sich der Chip als Schwächling. Da kein einziges populäres Smartphone auf den Tegra 3 setzte, wurden kaum Apps und vor allem Spiele für den Prozessor optimiert. Diesmal verzichten Google und Asus auf einen brandaktuellen Prozessor und setzen statt dessen auf den weit verbreiteten S4 Pro (Nexus 4, Xperia Z…) inklusive Adreno 320 GPU (Galaxy S4) von Qualcomm. Bislang gibt es kein einziges Spiel, dass diese Kombination in die Knie zwingt, und dank der weiten Verbreitung dürfte das neue Nexus 7 auch auf lange Sicht eine gute Gaming-Plattform sein. Zwar sind die Benchmark-Ergebnisse nicht überragend, Smartphones und Tablets mit S800 Chipsatz lassen das Nexus 7 alt aussehen, die Unterschiede sind real aber lange nicht so groß. Das Tablet reagiert fast immer zügig, Apps starten schnell und Ruckler bekommt man ganz selten mal zu Gesicht. Trotz geschrumpftem Akku, deutlich schnellerer CPU sowie höher auflösendem Display hält das Nexus 7 fast genauso lang durch wie das alte Modell. Acht Stunden aktive und intensive Nutzung sind locker drin.

Fazit

Das Nexus 7 wurde in allen Punkten bis auf die Software massiv verbessert. Damit ist es nicht nur auf dem Papier ein Highend-Tablet. Es fühlt sich auch so an und auch die weise Wahl der Komponenten dürfte dafür sorgen, dass das diesmal auch längere Zeit der Fall bleibt. Mit einem baldigen und hoffentlich umfangreicheren Software-Update in Aussicht, kann das Nexus 7 (2013) allen empfohlen werden, für die der recht kleine 7 Zoll Bildschirm kein Problem darstellt.

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