Lange hat es gedauert doch nun ist es soweit: Nokias erstes Smartphone mit topaktueller Hardware wurde soeben auf der Nokia World in Abu Dhabi präsentiert. Neben der 20MP PureView Kamera will man diesesmal auch mit einem schnellen Prozessor punkten.

Es wurde auch höchste Zeit, denn bisherige Lumia Smartphones, auch die hochpreisigen, setzen immer noch auf veraltete SoCs (System on a Chip), welche bereits in Android Smartphones Anfang des letzten Jahres Verwendung fanden (HTC One S). Nun zieht man mit der Android-Konkurrenz gleich und nutzt den mit 2.2GHz getakteten QuadCore-Prozessor Snapdragon 800, welcher auch im LG G2, Sony Xperia Z1 und Samsung Galaxy Note 3 seine Dienste verrichtet. Windows Phone Usser werden jetzt meinen, dass das Betriebssystem keine schnelle Hardware vorraussetzt, doch beim Lumia 1020 wurde deutlich, dass es ruhig ein wenig mehr hätte sein können. Spiele ruckeln und man die Verarbeitung von Fotos hätte auch ein Tempo-Upgrade nötig gehabt.

Nokia verwendet auf ein 6 Zoll großes FullHD-Display, alleine das setzt eine deutlich bessere GPU voraus. Dabei nutzt man die von Nokia bekannte ClearBlack IPS-Technologie (z. B. Lumia 920), von der AMOLED-Technik scheint man sich vorerst wieder verabschiedet zu haben, vermutlich weil es derzeit keine 6 Zoll großen Panels gibt. Für reichlich Saft sorgt der 3400 mAh-große Akku. Leider steigt mit der Göße des Displays und des Akkus auch das Gewicht. 209g sogar mehr als das Lumia 920, berücksichtigt man aber, dass man es schon fast als Tablet werten kann, geht das Gewicht in Ordnung.

PureView-Kamera

Im Gegensatz zum Lumia 1020 hat man die Pixelzahl des Sensors halbiert. Der Vorteil ist, dass die Kamera nicht mehr dermaßen aus dem Gehäuse herausragt und insgesamt einen dezenteren Eindruck macht. Der optische Bildstabilisator bleibt erhalten. Leider verzichtet man auf einen echten Blitz und setzt stattdessen auf eine Dual-LED-Lösung. Auch die Blende lässt ein wenig Federn, denn sie wurde von f2.2 auf f2.4 verkleinert. Die reduzierte Auflösung ermöglicht nur noch einen „verlustfreien“ zweifach Zoom (bei Videos dreifach). Dafür ist das Smartphone nun nur noch 8.7mm dick, man scheint also einen guten Kompromiss gefunden zu haben.

Sonstiges

Mit 2GB RAM ist man auch beim Arbeitsspeicher auf dem aktuellen Stand. 32GB Speicher wird verbaut, dieser lässt sich per Micro-SD erweitern. Natürlich beherrscht das Smartphone aktuelle Standards wie Bluetooth 4.0, NFC, GPS, GLONASS und LTE. Nue ist die Unterstützung eines feinmaschigeren Kachel-Rasters des Windows Phone-Startbildschirms. Dadurch passen deutlich mehr Kacheln auf den großen Bildschirm.

Einschätzung

Für mich ist das Nokia Lumia 1520 das bisher interessanteste Windows Phone. Im Lumia 1020 stand die Kamera zu sehr im Vordergrund und andere für Smartphones entscheidende Aspekte wurden vernachlässigt (ein ausführlicher Test folgt in Kürze). Diesmal scheint man einen besseren Kompromiss zu wagen um auch technisch anspruchsvollere Nutzer anzusprechen. Nur schade, dass man das Betriebssystem nicht ein gößeres Update spendieren konnte. Microsoft scheint hier etwas in Verzug zu sein. Mit einem Startpreis von 799€ schießt man aber ein wenig über das Ziel hinaus.