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Samsung Galaxy Note 3 Test – Einfach riesig

Trotz Knox-Gerede und allgemein angesagtem Samsung-Bashing, das Galaxy Note 3 ist das beste, weil kompletteste Smartphone 2013. Punkt.Aus.Basta.
Leser-Wertung4 Bewertungen95
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Das Samsung Galaxy Note 3 geriet die Tage noch vor Markstart in Kritik wegen Samsungs Regionalsperre. In unserem Samsung Galaxy Note 3 Test erfahrt ihr, ob es daneben noch genug andere Gründe gibt, sich das Phablet zu holen.Bislang konnte uns jedes Galaxy Note beinahe restlos begeistern: sowohl das Ur-Note als auch das Galaxy Note 2 fuhren bei uns hohe Wertungen ein. Wir sind der Meinung, dass keine andere Smartphone-Reihe mehr bietet als die Galaxy Note. Samsung zeigt damit, was alles möglich ist. Ob jeder User solch ein riesiges Display und solch eine Ausstattung nötig hat, muss man letztlich ganz persönlich entscheiden. Wir wollen herausfinden, ob das Galaxy Note 3 dem Anspruch seiner Vorgänger gerecht wird.

Design und Formfaktor

Mitllerweile hat man sich ja ein wenig an den riesigen Formafaktor gewöhnt: auf der einen Seite sind zwei Jahre ins Land gezogen seit der ersten Version. Andererseits hat der ein oder andere Konkurrent nachgezogen und ähnlich große Phablets ins Programm genommen. Man denke etwa an das Sony Xperia Z Ultra oder an das Alcatel OneTouch Hero. Allerdings ist es nach wie vor auffällig, vor allem wenn man an die Mini-Smartphones denkt, die in letzter Zeit auf den Markt kommen.

Samsung hat es aber geschafft, das Note 3 für seine Größe ansprechend und grazil zu gestalten, klobig etwa wirkt das Phablet zu keiner Zeit. Das liegt an mehreren Faktoren: das Display nimmt beinahe die gesamte Fläche der Vorderseite ein, was bedeutet, dass der Rahmen an der Seite sehr dünn ist. Auch oben und unten wurde nur wenig Platz verschwendet: oben hat man gerade so viel Platz gelassen, dass Schriftzug, Lautsprecher, Frontkamera und Mikrofon untergebracht sind. Unterhalb des Displays hat man den Homebutton platziert, sonst nichts. Eine Lautsprecher-Leiste wie etwa beim HTC One hätte dem Note nicht gut gestanden.

Vergleich: so groß ist das Note 3

Der zweite Aspekt der hier hineinspielt ist die Höhe: das Note ist sehr dünn– dünner als etwa das 4 Zoll-Smartphone iPhone 5C. Die verchromte Seitenleiste im typischen Samsung-Look verleiht einen zusätzlichen edlen Anstrich und sorgt zudem für einen hohen Wiedererkennungswert. Ein Samsung ist ein Samsung ist ein Samsung. Die Platzierung der Tasten ist wie eh und je. Zum Glück befindet sich der Powerbutton auf der rechten Seite und nicht oben wie beim iPhone oder den HTC Modellen. Einzig die Lautstärketasten hätte ich mir einen Tick größer gewünscht.

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Video-Vergleich Galaxy Note 3, Xperia Z1 und LG G2

https://www.youtube.com/6WZNI4R4li0

Über die Rückseite des Galaxy Note 3 wurde viel geredet: das Kunstleder ist sicher etwas anderes und setzt das Note 3 deutlich von der Konkurrenz ab. Wer aber tendenziell zu schwitzigen Händen neigt, wird wahrscheinlich damit nicht die allerbesten Erfahrungen machen. Stichwort verschwitzte Sportschuhe. Die sich aber angenehm weich anfühlen.

Technische Daten, Ausstattung, Leistung

Zum saftigen Einführungspreis von € 700 bekommt ihr eine Menge geboten: es gibt derzeit kein anderes Smartphone, dass auf eine ähnliche Ausstattung kommt. Ob jeder Benutzer so viel braucht, oder ob es nur beruhigend ist, das derzeit Beste gekauft zu haben, was es auf dem Smartphone-Markt gibt, ist eine Frage, die der Geldbeutel und das Gewissen des Käufers beantworten müssen.

Das kann das Note 3 und das ist dabei:

  • Android 4.3 Jelly Bean mit TouchWiz NatureUX und Zusatzapps für S-Pen
  • 14,43 cm (5,7) Full HD Super AMOLED Display mit 1.920 x 1.080 Pixel
  • 2,3 GHz Qualcomm Snapdragon 800 Quad-Core Prozessor
  • 3 GB RAM Arbeitsspeicher
  • 32 GB interner Speicher, erweiterbar um bis zu 64 GB durch microSD
  • 13-Megapixel-Hauptkamera und 2-Megapixel-Frontkamera
  • WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0, NFC, GPS und IR LED
  • 3.200 mAh Li-Ion- Akku
  • S-Pen mit Air Command, Stereo-Headset

Hier einzelne Highlights herauszupicken, fällt schwer. Besonders erwähnenswert – weil sie bis dato ein Unikum darstellen – sind die riesigen 3 GB RAM, von denen effektiv 2.36 GB zur Verfügung stehen. Das ist immer noch eine ganze Menge – und eine ganze Menge mehr als bei der Konkurrenz. Die Kameras sind aus dem Galaxy S4 und verfügen über die gleiche Qualität.

Leistung satt mit Schönheitsfehlern

Es fiel mit schwer, das Note 3 an irgend eine Leistungsgrenze zu bringen: egal ob Spiele, paralleles Arbeiten in mehreren Fenstern – es verfügt über Multitasking und Multiview – oder synthetische Benchmarks: das Phablet bewältigt alle Aufgaben mit einer Mühelosigkeit, die ich bislang nicht kannte.
Zur Vertiefung verweise ich an dieser Stelle gerne auf unsere beiden Benchmark-Vergleiche, in denen wir versucht haben, das Note an seine Grenzen zu bringen– vergeblich. Ansonsten ist hierzu das Wichtigste gesagt.

Galaxy Note 3 vs HTC One Galaxy Note 3 vs Xperia Z1 vs LG G2

Wenn ich an dieser Stelle nur mit einigen negativen Aspekten beschäftige, dann nicht, weil ich das Note 3 schlecht reden will, sondern weil sie nicht ganz in das ansonsten perfekte Bild passen: Zum Einen kommt es durchaus öfter zu Problemen beim Entsperren des Lockscreens, weil sich das Note 3 einfach so aufhängt. Zum Anderen ist die WLAN-Verbindung nicht die Allerbeste: das gleiche Problem hatte ich mit dem Galaxy Note 8.0 Tablet und ich vermute, dass es am Zusammenspiel mit der Fritzbox 7390 liegt, wenn sie im Dual-Channel WLAN-Modus betrieben wird. Sowohl auf dem 2,4 GHZ als auch auf dem 5 GHz-WLAN-Kanal kommt es öfter zu Verbindungsabbrüchen und Fehlermeldungen, die Datenverbindung sei instabil.
Nicht so gut fällt auch der Sound über die Lautsprecher aus: etwas blechern passt er nicht so ganz in das teure Gesamtbild. Der Klassenprimus HTC One tönt in einer ganz anderen Liga, in der das Note 3 soundtechnisch nicht mitspielt. Dass der Lautsprecher an der Seite angebracht ist, stört mich manchmal beim Videoschauen, weil ich es mit der Hand verdecke, was man aber sicher umgehen kann.

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Software im Fokus

Auch wenn mir Puristen widersprechen mögen: Samsung wertet das relativ „nackte“ Android 4.3 mit seiner eigenen Lösung namens TouchWiz auf. Das führt zu erheblichen Abweichungen, so dass auf dem ersten Blick kaum Gemeinsamkeiten zu erkennen sind. In jedem Fall profitiert es unter der Haube von den Fortschritten, die Google mit Android Jelly Bean gemacht hat – und seien sie noch so klein. Android 4.3  mit TouchWiz sieht nicht nur ganz anders (bunter und freundlicher) aus, es beschert dem Note 3-Nutzern auch eine ganze Menge mehr Apps und Zusatzfunktionen. Seien es Apps oder zusätzliche Features in den regulären Funktionen. Gerade in den Einstellungen, Optionen und der Kamera ist der Nutzen unverkennbar. Das gilt nicht für alle Apps, die von Hause aus installiert werden und nicht einfach so gelöscht werden können (außer, man installiert Root). Kein Mensch braucht Apps wie cewe, und wenn doch, könnte er sie aus Google Play oder Samsung Apps aus nachinstallieren.

Samsung Apps in der Übersicht

 

Machen wir weiter mit einige Dingen, die ich hier hervorheben möchte: zum Beispiel das Multitasking, dass auf einem so großen Display viel Sinn macht: Mit zwei Apps gleichzeitig in zwei Fenstern auf dem Bildschirm arbeiten ist gut umgesetzt. Häufig genutzte Kombinationen, wie z.B. Mail und Browser lassen sich abspeichern und bei Bedarf kann man dann schnell darauf zugreifen. O funktioniert aber nur mit ausgewählten Apps, ansonsten kann man aber aber auch problemlos jede beliebige andere App aus der Seitenleiste hineinziehen.

 

Besser gelöst als etwa beim Galaxy Note 8.8 ist AirView: haltet ihr in der Galerie den Stift über ein Bild, öffnet sich eine (nun größere) Vorschau. Das ist prima gelöst und erleichtert die Suche nach bestimmten Aufnahmen. S-Note ist auch eine dieser Apps, an der sich Google vom Umfang  und der Übersichtlichkeit her orientieren sollte:

 

Wer wirklich mit dem Stift arbeiten möchte und nicht nur als nettes Gimmick betrachtet: man kann damit vernünftig arbeiten, der Stift reagiert präzise – auch wenn manchmal das Tippen auf Widgets ins Doppelklick-Leere läuft. Texte sind damit etwa im Nu nach S-Note kopiert, wo die Vorlagen oder leere Notizen auch mit Multimediainhalten gefüllt werden können. Manchmal erscheint mir die Logik hinter S-Note nicht ganz ersichtlich. Wenn ich S-Note starte, möchte ich, dass mir die kompletten Vorlagen angeboten werden und nicht, dass die letzte Vorlage automatisch ausgewählt wird. Das mag für Vielnutzer zwar bequem sein, mich hat es aber gestört.

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Es gibt aber auch coole Sachen wie etwa diese: wählt man als Aktion das S Pen-Fenster aus, kann man mit dem Stift auf dem Bildschirm ein Rechteck zeichnen, worauf sich ein Fenster mit Apps öffnet, die man dort starten kann. Das funktioniert mit beliebig vielen Apps,so dass man theoretisch noch mehr Multitasking betreiben als mit der eigentlichen Funktion, die auf zwei Fensterinhalte ausgelegt ist.

 

Auch gut und nützlich finde ich S-Finder, die Suchfunktion, die sämtliche Daten auf dem Smartphone erfasst, also auch handgeschriebene Notizen. Verschiedene Suchparameter erleichtern zudem das Auffinden der benötigten Informationen:

 

Kamera und Video

Die Kamera des Note 3 mit purem Android 4.3 zu betreiben – etwa wenn man das immer sinnloser werdende und über das Maß gehypte CyanogenMod ROM installiert, ist wie Perlen vor die Säue zu werfen. Man stelle sich vor, es gäbe Menschen, die sich einen Luxuswagen kaufen und hinterher die teuren Ledersitze, die Klimananlage und die ganze Zusatzausstattung ausbauen, weil der Wagen zu viel wiegt oder zu viel Schnickschnack hat. Wir würden solche Menschen höchstwahrscheinlich als Idioten bezeichnen. Wie man Nutzer nennen soll, die so schnell wie möglich, Android 4.3 installieren, überlasse ich euch. Wahrscheinlich machen solche Nutzer auch selten von ihrem Smartphone Gebrauch, als das sie Diskussionen über den Mehrwert nachvollziehen könnten.

 

Mehr als nur eine Schnappschuss-Kamera: Die 13-Megapixel mit LED-Blitz auf der Rückseite stehen euch als treuer Begleiter zur Verfügung. Dass Nahaufnahmen und Portraits bei guten Lichtverhältnissen gelingen, ist selbstverständlich. Wird es aber dunkel, erhöht sich auch das Farbrauschen sichtbar und die Detailschärfe nimmt ab.  Typisch für Samsung TouchWiz sind die vielen (13 an der Zahl) Aufnahmemodi, von denen die meisten sehr gelungen sind, als da wären: Auto, Panorama, Sport,  Schönes Portrait, Bestes Foto, Best Face, Sound & Shot, Drama, Animiertes Foto, Golf, HDR, Radierer, Panorama-Aufnahme. Dazu einige Filter, die als Dreingabe in Samsung Apps nachgekauft werden können. Der Preis für einen Filter beträgt 1 Euro – da ihr einen 20 Euro-Gutschein beim Kauf des Note 3 erhaltet, könnt ihr also problemlos die Kamera-Funktionen erweitern.

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Auch bei Videos wird mehr geboten, als die allermeisten User tatsächlich ausschöpfen können: Videos können auch in 4K-Qualität aufgenommen werden. Auf dem Full-HD-Display des Note 3 konnte ich keinen Unterschied zwischen den zwei Auflösungen erkennen – bin ja auch kein eingebildeter Hellseher. Die Videoaufnahmen sind gut, auch wenn die Filter wegfallen und „nur“ Aufnahmemodi zur Auswahl stehen: Normal, Für MMS, Zeitlupe, Zeitraffer und ruckelfreie Bewegung. Dafür ist die Gesichtserkennung aktiv und funktioniert gut. ISO steht immerhin bis 800 zur Verfügung.

Akku

Wer die umfangreichen Note 3-Funktionen ausschöpft, wird um einen zweiten Akku nicht herumkommen. Nicht, weil er so schwachbrüstig wäre – im Gegenteil. Wer aber das Gerät intensiv nutzt, damit sowohl beruflich als auch privat viel macht (wofür es ja durch die allumfassende Software ausgelegt ist), wird keinen Tag durchhalten. Normale Nutzer können aber mit ca. 1,5 Tagen rechnen – ein zugegeben unpräziser Wert.

Persönliches Fazit

Mitunter das schwierigste Fazit, dass ich je ziehen musste. Samsung macht es einem nämlich nicht leicht: Bauchgefühl oder Vernunft? Mein Bauchgefühl sagt: her mit dem Note 3, denn es ist das beste Smartphone, wenn man sich nur anschaut, was es kann. Die Vernunft wiederum, und mag sie zunächst noch so langweilig daherkommen, hält dagegen: wer braucht so ein Riesen-Smartphone? DU auf jeden Fall nicht!  Und was ist mit eFUSE Chip, und der Regionalsperre? Bist Du nicht zu Android gewechselt um Restriktionen, Bevormundungen und Vorschriften aus dem Weg zu gehen? Hast Du nicht erst letzte Woche das iPhone 5C aus eben diesen Gründen nochmal ausgeschlossen, obwohl die Versuchung so groß, iOS 7 so viel besser als früher war? Ich gebe zähneknirschend zu: mein Verstand hat mich überlistet. Ab sofort gibt’s als Rache was mit dem Wattestäbchen! Das Samsung Galaxy Note 3 lasse ich links liegen und empfehle es nicht weiter. Dafür gibt es auch nur drei von zehn Punkten im Bereich Support und Community. Wer nicht vor hat, eine customROM, root und dergleichen zu installieren, kann diese Einschränkungen getrost installieren.

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Für mich ist das Note 3 ziemlich nah dran an der Vorstellung einer eierlegenden Wollmilchsau: ob Multimedia-Smartphone, Gaming- und Video-Smartphone, Kommunikationszentrale oder großartiger Berufs-Begeleiter, das Galaxy Note 3 meistert sämtliche Situationen mit Bravour und erlaubt sich, von einigen kleinen Kinderkrankheiten, im Grunde keinerlei Patzer.

Wer nach dem Bauch entscheiden will und die Stimmen der Vernunft unterdrücken kann, soll sich das Samsung Galaxy Note 3 holen, in diesem Fall gilt unsere Gesamtnote als grober Anhaltspunkt. Von Allem gibt es beim Note 3 zu viel: zu viel Leistung, zu viel Display, zu viele (unnötige) Apps/Einstellungen und vor allem: ein bißchen zu viele Vorschriften und Einschränkungen!

VOR- UND NACHTEILE SAMSUNG GALAXY NOTE 3

Positiv
für die Größe sehr dünn, leicht und grazil
überragende Leistung mit viel Reserve
Stifteingabe mit Schrifterkennung
TouchWiz mit sinnvollen Zusatz-Apps&Funktionen
wechselbarer Akku
Speicher kann per microSD erweitert werden
Negativ
Formfaktor
Bedienung nur eingeschränkt mit einer Hand möglich
Regionalsperre, eFUSE Chip
Preis

Geschrieben von Gary Madeo

Gary Madeo

Bloggt seit Jahren mit vielseitigen Interessen, kümmert sich um administrative und redaktionelle Inhalte. Sachlich und nüchtern, oder auch persönlich und polemisch - auf jeden Fall aber immer voll bei der Sache.

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