Samsung Galaxy Tab 10.1 Test:

Wer nicht warten will, muss sich das Samsung Galaxy Tab 10.1 eben über Umwege verschaffen, schließlich ist das Tab in den USA bereits seit Mitte Juni fächendeckend erhältlich. In Europa bzw. speziell in Deutschland gestaltet sich die Situation etwas schwieriger. Noch ist unklar (8.7.2011) wann das Samsung Galaxy Tab 10.1 in Deutschland erscheint, erste Videos im Internet zeigen, dass die in Italien erhältlichen Tablets bereits mit TouchWiz UX ausgestattet sind.

Der vorliegende Bericht bezieht sich auf das Samsung Galaxy Tab 10.1 WiFi mit 32 GB Arbeisspeicher, welches so in den USA erhältlich ist.

Samsung Galaxy Tab 10.1 UPDATE (5.8.2011)

Hier findet ihr das Update zum Testbericht (übrigens handelt es sich um den allerersten vollständigen Testbericht im deutschsprachigem Raum)  findet ihr die aktualisierte Fassung mit den Änderungen, die sich mit dem offiziellen TouchWiz-Update ergeben haben. Es erklärt sich von selbst, dass alle früheren „Testberichte“ in einschlägigen Webseiten auf sehr wackeliger Grundlage beruhen, meist handelt es sich hierbei um zusammengestückelte ROMs, aus sog. „Leaks“, die in den entsprechenden Foren erhältlich sind, siehe etwa hier. Wer Wert darauf legt, kann sich an anderer Stelle gerne informieren, dort findet man sicher auch die allerletzte Amazon-Preisanpassung, die zu einem Artikel aufgeblasen wird. Kleiner, wohlverdienter Seitenhieb.  And now back to our regular program.

Samsung Galaxy Tab 10.1 :Technische Daten und Ausstattung

Das 569g leichte Samsung Galaxy Tab 10.1 wandert als WiFi-only Version und mit 32 GB Platz für Dateien aller Art für 599 Dollar über den virtuellen Ladentisch auch nach Europa. Leider verweigert das Tablet die Annahme größerer Dateien, die die Fat32-Obergrenze von knapp 4GB überschreiten. Erhältlich ist das im multimedia-freundlichem 16:9-Format hergestellte Tablet in weiß (pure white) und mit einem metallisch anmutenden schwarzem Finish (soft black). Unter der schicken Oberfläche sind beide Farbvarianten allerdings identisch.

Beim hellen und kontrastreichen Display springt die hohe Auflösung von 1280×800 sofort ins Auge, die bei einer Bildschirmdiagonalen von 25,65 cm für ein scharfes Bild sorgt und viele Webseiten in ihrer nativen Auflösung darzustellen vermag. Mobile Versionen der Webseiten werden zwar von Hause aus im Browser ausgewählt, der Rückgriff auf die normale Version einer Webseite stellt beim Galaxy Tab dank des flotten Browsers keinen Rückschritt im Bedienkomfort da. Im Moment ist dem werkseitigem Browser jedoch die mobile Variante von Opera vorzuziehen, da sie insgesamt einen weitaus besseren Eindruck macht.

Unter der Haube des Samung Galaxy Tab 10.1 steckt der aus anderen Tablets bekannte 1GHz starke Tegra2-Prozessor, der, dass muss an dieser Stelle bereits erwähnt werden, nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen bei der Wiedergabe von Multimedia-Inhalten aufweist.

Samsung hat, dem Trend folgend, zwei Kameras eingebaut. Die hintere Kamera löst mit 3,2 Megapixel auf, vorne begnügt man sich mit 2 Megapixeln. Das reicht für passable Aufnahmen in einer Auflösung von 2048×1536 bzw. 1600×1200 Pixeln und Videoaufnahmen in nominellerer 720p-Qualität. WLAN, GPS runden die Ausstattung ab. Als Peripherie-Geräte kommen Ohrhörer und ein USB-Kabel mit sog. „Wallcharger“-Adapter zwecks Stromtanken an der Steckdose dazu und runden die insgesamt etwas puritanische Ausstattung ab.

Das ist ein wenig ernüchternd, schließlich bietet der Vorläufer – das Samsung Galaxy Tab 10.1 v- hier wesentlich mehr, nicht nur von den nackten Zahlen her. Gut möglich, dass viele Ausstattungsdetails der Verschlankungsaktion Samsungs zum Opfer fielen, da man unbedingt die Ausmaße des iPad2 unterbieten wollte. Gut möglich aber auch, dass man hier bewusst Kosten und Ressourcen gespart hat, analog dem Erzrivalen aus Cupertino, die auch den Wegfall des SD-Kartenslots erklären würde. Man beschränkt sich bei Samsung offensichtlich nicht nur in der optischen Annäherung an Apple, sondern man scheint auch die vielfach zu Recht gescholtene Preis- und Aussttattungspolitik direkt übernommen zu haben. Das setzt sich beim propietären USB-Anschluss, den zahlreichen, noch nicht erhältlichen, Peripherie-Geräten wie USB-Udapter u.Ä. fort: man verzichtet auf all das, was bei den Konkurrenten in der Android-Welt zum guten Ton gehört. Asus, Acer oder auch Motorola sind einen anderen Weg gegangen. Das gefällt bei Samsung überhaupt nicht.

Samsung Galaxy Tab 10.1 : Bedienung und Alltagspraxis

Bis Samsung die versprochene TouchWiz UX-Oberfläche per Update zur Verfügung stellt, werden viele Monde…ähm…verhält sich die grundsätzliche Bedienung nicht anders, als die bereits erhältlichen Honeycomb-Tablets wie Asus Transformer oder Acer Iconia Tab. Daher wird auf eine gesonderte Beschreibung verzichtet.

Im Detail zeigt sich jedoch, dass das Samsung Galaxy Tab 10.1  trotz seiner konventionellen Honeycomb-Oberfläche den Konkurrenten auch ohne TouchWiz bereits jetzt ein klein wenig überlegen ist: das Browsen im Internet, das Stöbern in den zahlreichen Menues und Widgets, all das funktioniert ein klein wenig besser, läuft flüssiger  oder sieht schlicht und ergreifend besser aus. Kurzum, es macht mehr Spaß. Wo zum Beispiel das Tippen mit der virtuellen Tastatur beim Asus Transformer wegen der trägen Reaktion auf die Eingabe zum Geduldsspiel und zur Korrekturorgie mutiert, erlaubt sich das 10.1 keine Schwächen. Das Tippen geht flüssig und leicht von der Hand. Nur ein Beispiel von vielen, bei dem die Südkoreaner im Detail die bessere Figur machen.

Samsung Galaxy Tab 10.1: Root, immer wieder Root!

Ein großer Pluspunkt ist die große Beachtung durch die Community. Der siebenzöllige „Urvater“ des Samsung Galaxy Tab 10.1 hat sich in der Android-Welt zu einem kleinen Publikumsliebling gemausert und Samsungs guten Ruf in in der Hobby-Entwicklerzunft etabliert. Entsprechend schnell standen allerhand Anleitungen zum Rooten des Tablets zur Verfügung. Der Weg steht damit frei für zahlreiche Systemmodifikationen , eigene ROMs, Themes und Apps. Auch vor Zubehör machen die Androiten nicht halt: so wurde jüngst eine Anleitung veröffentlicht, wie man mit etwas Geschick schnell einen eigenen USB-Adapter bastelt, der sich prima als USB-Hostcontroller eignet. Damit wäre der Anschluss einer externen Festplatte etwa kein Problem, schließlich unterstützt Honeycomb diese Funktion seit dem Update auf die Systemversion 3.1 explizit.

Samsung Galaxy Tab 10.1 : Fazit

Samsungs erstes Honeycomb-Tablet ist ein Gerät mit viel Potential für den Massenmarkt. Es könnte das bisherige Nischendasein von Android-Geräten beenden und zur ernsthaften Konkurrenz für den bisherigen Platzhirsch Apple mit seinen iPads werden. In vielen Bereichen trifft es den Nerv der Zeit und könnte all diejenigen zufriedenstellen, die nach einer Alternative zum iPad suchen, die sich nicht als billige Kopie und fauler Kompromiss herausstellt.

Das Samsung Galaxy Tab 10.1 ist ein „nacktes“ Tablet, ohne viel Schnickschnack, ohne innovativen Stift oder 3D-Bildschirm etwa. Das mag man kritisieren oder sich darüber hinwegsetzen. Ein Tablet ist ein Tablet ist ein Tablet.

Es ist dank Gewicht, Form und Haptik immer schnell zur Hand und vermittelt trotz des an vielen Stellen verbauten Plastiks einen soliden und hochwertigen Eindruck. Es ist ein kleines Schmuckstück, das Sehnsüchte und Bedürfnisse generieren kann.

Samsung Galaxy Tab 10.1 : Pro- und Kontra

+Größe

+Gewicht

+Optik und Design

+Schnelles und helles Display (Manko: die automatische Helligkeit stellt das Display meist einen Tick zu dunkel ein)

+Bedienung und Alltagstauglichkeit

+Potential für den Massenmarkt und großer Community-Support

-Erweiterbarkeit des Samsung Galaxy Tab 10.1 bislang eingeschränkt

-Akkulaufzeit des Samsung Galaxy Tab 10.1 nicht auf iPad2-Niveau

-Probleme bei der Wiedergabe von Multimedia-Inhalten und Obergrenze von 4GB bei der Dateigröße

Samsung Galaxy Tab 10.1 :EXKURS: Empfehlenswerte Apps und Widgtes

Die Auswahl an speziellen Honeycomb- oder Tegra-Chip-optimierten Anwendungen ist im Moment zwar noch recht überschaubar aber kontinuierlich im Wachsen begriffen. Empfohlen seien an dieser Stelle:

SOCIAL/MESSAGING/EMAIL/CHAT APPS: 
Tweetcaster HD Beta
Friendcaster Tab

Friend Me
CheckIn for Facebook Places
BeejiveIM
Skype
BROWSERS:
Maxthon Mobile Browser for 10″ Tablets
Opera Mini 6
Opera Mobile Web
Dolphin Browser HD
Dual Web Browser

OFFICE/SCHREIBEN/ZEICHEN APPS:
Due Today
Docs 2 Go
Quick Office Pro HD
Notes 
Notepad
A Note HD
Folder Organizer
Jot Notes
Analytix HD

NEWS/MAGAZINE/READERS/:

Pulse
CNN – USA Today
Comics
HoneyReader
Feedly
Taptu
Zinio
ENTERTAINMENT APPS:

IMDB

TV Shows Stream Lite & Full version
SeriesGuide Show Manager

Das  Samsung Galaxy Tab 10.1 ist in der Summe das beste Honeycomb-Tablet und eine mehr als valide Alternative zum iPad2.