Samsung Galaxy S9+ vs Mate 10 Pro Kamera : überraschender Sieger

Nachdem die Galaxy S9 Kameras im Vorfeld mit Lob und Auszeichnungen überschüttet wurden, gibt es nun erste Gegenstimmen. In einem ausführlichen Video-Vergleich mit dem Huawei Mate 10 Pro musste sich das neue Flaggschiff der Südkoreaner geschlagen geben.
Samsung hat zur Einführung die Kamerafähigkeiten massiv in den Mittelpunkt gerückt und stolz auf die eingeheimsten Auszeichnungen verwiesen. Das Galaxy S9+ wurde (sicher nicht ganz zufällig) auf der ein oder anderen Südkorea-nahen Webseite als Smartphone mit der besten Kamera gelobt und konnte massiv Punkte einsammeln.

Immer mehr Redaktionen und unabhängige Webseiten können die neuen Galaxy S9-Modelle unter die Lupe nehmen und ausführlichen Tests unterziehen. Für uns Konsumenten ergibt sich dadurch die Möglichkeit, ein differenzierteres Bild darüber zu gewinnen, was denn die Südkorea-Flaggschiffe auf dem Kasten haben.

„Reimagined camera“ – eher Blendwerk?

Was steckt nun tatsächlich hinter der „reimagined camera“? Wie der Vorgänger setzt man bei der Haupt-Kamera auf einen Dual Pixel-Sensor mit 12 Megapixel Auflösung und optischer Bildstabilisierung. Neu ist die „dual aperture“ mit der zweifachen Blendenöffnung.  Fällt die Umgebungsbeleuchtung unter 100 Lux (entspricht etwa der Beleuchtung in einem Flur), vergrößert sich die Blende auf 1:1,5 und nimmt dadurch mehr Umgebungslicht auf. Dies sollte in der Theorie für bessere Bilder unter ungünstigen Lichtverhältnissen sorgen, etwa Innenaufnahmen oder Bilder bei Nacht. Zur Erinnerung: Eine Blende von f/1,5 hat es in der Smartphone-Welt bislang nicht gegeben.

Bei System-Kameras und in der DSLR-Welt sind Objektive mit solch einer großen Blendenöffnung zudem optimal für stimmungsvolle Portraits geeignet. Allerdings greifen diese dann auf wesentlich größere und potentere (APS-C)Sensoren zurück. Immerhin beteiligt sich Samsung bereits seit einigen Modell-Generationen nicht mehr am Megapixel-Wahn. Das ist auch gut so, da theoretisch die Beugungsunschärfe umso früher einsetzt, je mehr Megapixel ein Sensor gleicher Größe hat.

Samsungs hat die Blende jedoch nicht fix bei f/1,5 belassen, sondern lässt das Galaxy S9 auch mit einer (variablen) Blende vn f/2,4 arbeiten – schärfere Bilder sollten dann das Ergebnis sein. Im Test ergaben sich jedoch keine signifikanten Unterschiede.

Was getestet wurde und Fazit

Zusätzlich traten zur besseren Vergleichbarkeit, aber außer Konkurrenz, das iPhone X sowie der Vorgänger aus dem Vorjahr an. Die Kameras wurden in einem professionellen Shooting (Profi-Fotograf, Model, bunte Stadtansichten) unter möglichst natürlichen Bedingungen in vier Kategorien getestet: Farbdarstellung, Bildschärfe, Belichtung sowie Bedienung. Gerade die Berücksichtigung der Bedienbarkeit der Kamera-App finde ich persönlich für die Praxis sehr relevant und wichtiger als irgendwelche Ergebnisse aus dem Labor.

[irp]

Nach Abschluss des Test-Parcours lässt sich ein eindeutiger Sieger küren: das Mate 10 Pro lag am Ende vor dem Galaxy S9+ und dem iPhone X, wobei das iPhone  X in allen Kategorien in Schlagdistanz verblieb. Auch das Galaxy S8 konnte mithalten und lieferte nach wie vor überdurchschnittlich gute Ergebnisse. Die Kamera des Galaxy S9+ ist laut Video in allen Bereichen der des Vorgängers überlegen. Die Änderungen seien aber als graduelle Verbesserung anzusehen und stellten keinen Quantensprung dar.

Laut Golem stellt die automatisch umschaltende variable Dual-Blende einen gelungen Kompromiss für Aufnahmen in verschiedenen Lichtsituationen dar. So erzielt man nicht in allen Aufnahmesituationen DAS beste Bild, der Mittelweg zwischen scharfen und detailreichen Aufnahmen bei Tageslicht (f/2.4) und besser belichteten Bildern in ungünstigen Beleuchtungsmomenten wird aber als gut betrachtet. Bildstörungen bei schlechter Beleuchtung sollen durch einen veränderten Anti-Rausch-Algorhythmus weitaus seltener auftreten.

Sobald mir ein Galaxy S9 zur Verfügung steht, werden wir die Kameras genauer unter die Lupe nehmen und sie ebenfalls mit dem Vorgänger, dem Mate 10 Pro sowie dem iPhone X vergleichen.

Ad Blocker erkannt!

Werbung ist nervig, keine Frage. Ein Internet, dass durch wenige große Webseiten dominiert wird, aber weitaus schlimmer, oder? Vielleicht machst Du für diese und all die anderen, kleineren Blogs eine Ausnahme.