Wie schlägt sich das Sony Xperia S im Test?

Das Kürzel „S“ in Smartphonebezeichnungen scheint spätestens seit dem Erfolg des iPhone 3g S in Mode gekommen zu sein. Seit sich Samsung die Namensgebung mit Galaxy S erfolgreich abgeschaut hat, springen mehr und mehr Hersteller auf den kurvenreichen S-Zug. Möchte der Eine seinem Produkt damit das Prädikat Smart verleihen, betont der Andere damit den Style des Gerätes oder gar beides (HTC One S). Bei Sonys neustem Flaggschiff steht eindeutig der Style, also das besondere Design des Gerätes, im Mittelpunkt des Interesses. Denn das Sony Xperia S trumpft in dieser Kategorie mit einer Besonderheit auf: einem komplett durchsichtigen Streifen im Gehäuse!

Display

Sony verfolgt mit dem Xperia S noch einen weiteren Trend, den wir in letzter Zeit bei mehr und mehr leistungsstarken Smartphones beobachten konnten: es ist riesig! Mit 128mm liegt Sonys Bolide irgendwo zwischen Galaxy SII und Galaxy Nexus. Das 4.3 Zoll Display löst dabei mit 1280 mal 720 Pixeln auf, was durch die enorme Pixeldichte sofort ins Auge fällt. Das sehr helle Display ist nicht nur groß und scharf, es ist im Freien sehr gut ablesbar. Gerade hier fallen die hohen Kontraste auf, die dann sogar besser wirken als bei SAMOLED Bildschirmen. Der Screen ist aber nicht perfekt, denn in Innenräumen sieht man, dass man bei den Schwarzwerten noch nicht ganz mit der SAMOLED-Technik mithalten kann. Auch ist die Bildqualität ziemlich stark vom Blickwinkel abhängig. Betrachtet man ein Foto beispielsweise zu zweit, bekommt man als Betrachter von der Seite ein ganz anderes Bild geboten, als derjenige, der es das Gerät in der Hand hält. Denn bei flachen Winkeln wirken Bilder überbelichtet und farbärmer. Dennoch, das Display ist insgesamt zweifelsfrei eines der besten.

Der Screen wird in einem geradlinig gestalteten Gehäuse verpackt, dessen Wölbung auf der Rückseite für einen guten Griff sorgt. Ansonsten besticht das Design eher mit Ecken und Kanten als mit großen Rundungen. Der eingangs erwähnte durchsichtige Streifen unterhalb des Bildschirms ist das Highlight des Designs. Nicht nur, dass man durch das Gehäuse hindurch blicken kann, sondern auch die in diesem Streifen platzierten Symbole, welche zu schweben scheinen und bei Berührung effektvoll beleuchtet werden, wissen zu gefallen. Sony ist es damit gelungen, das Design deutlich von der Konkurrenz abzuheben. In Zeiten, in denen manch ein Hersteller das gar nicht mehr versucht, stellt das eine willkommene Abwechslung dar.

Hardware

Im Inneren werkelt ein Snapdragon DualCore-Prozessor der zweiten Generation. Dieser taktet mit 1.5GHz und sorgt für ordentlich Dampf unter der Haube. Erste Benchmarks belegen das recht eindrucksvoll. Auch die Ladezeiten von Apps sind erfreulich kurz, man rast quasi durch das ganze System. Einzig Android 2.37 aka Gingerbead bremst das Smartphone etwas aus. Zwar ist der Browser blitzschnell beim Aufbau von Internetseiten, doch wirkt das Scrollen nicht immer rund. Auch im Hauptmenü kann man gelegentlich leichtes Ruckeln erkennen. Ich denke, dabei handelt es sich um einen Umstand, der sich nach dem Update auf Android 4 in Luft auflösen wird, denn Gingerbread scheint generell Probleme mit Auflösungen oberhalb von 480×800 Pixeln zu haben.

Der Im Xperia S verbaute GPS-Empfänger ermöglicht eine sehr schnelle und vor allem zuverlässige Ortung. Auch als Fußgänger unterwegs in engeren Häuserschluchten wird die Position nicht verloren und nimmt nur unwesentlich an Präzision ab.

Wie momentan immer häufiger zu sehen, lässt sich die MicroSD Karte nicht auswechseln, ebenso wenig wie der Akku. Da mit 32GB und 1750mAh beides ausreichend dimensioniert ist, dürften aber nur wenige ein Problem damit haben.

12 MegaPixel-Kamera

Nach dem Design das nächste Highlight: während sich die meisten aktuellen Boliden mit 8Megapixeln begnügen, bringen die Fotos des Xperia S stolze 12MP auf die Wage. Dass auch so viel drinsteckt wie draufsteht, haben wir bereits in einem Kamera-Vergleich nachgewiesen. In Sachen Details macht Sony momentan also niemand etwas vor. Bilddynamik, Kontrast und Farbtreue sind auch sehr gut, wenn auch nicht besser als bei der Konkurrenz (Galaxy S2, Galaxy Note…). In einem kurzen Vergleich mit dem Gaalxy S2 zeigte sich aber, dass Fotos in dunklen Räumen mit dem Einsatz der LED nicht ganz so gut gelingen. So trat deutlich mehr Rauschen auf, auch gab es hier und da unnatürlich wirkende Farbstiche.

Videos nimmt das Sony Xperia S selbstverständlich in 1080p auf. Dabei wirken die Clips ausreichend stabilisiert, gestochen scharf und besitzen sehr natürliche Farben. Das Mikrofon leistet dabei auch eine sehr gute Arbeit, den die Tonspur ist frei von Störgeräuschen und besticht durch einen äußerst klaren und voluminösen Klang. Damit ihr euch selbst ein Bild davon machen könnt, habe ich euch ein kurzes Video auf YouTube geladen.

Sony stattet das Smartphone mit einer stark modifizierten Software von Android 2.37 aus. Für die einen ein NoGo, für die anderen ein Segen, denn man bekommt allerhand Extras wie einen Datenmonitor, 3D-Kamera, Media-Remote-App, PlayStation Store, zahlreiche Synchronisationsoptionen und entsprechende Widgtes. Auch Apps wie Musik-Player und der Kalender blieben nicht unberührt sondern wurden von Sony verbessert. In einem separaten Artikel werden wir bald einen genauen Blick darauf werfen.

Fazit

Sony ist es mit dem Xperia S gelungen die Marke Xperia voranzutreiben, und sich deutlich von der Android-Masse zu differenzieren. Gerade wer nicht dem CPU-Wahnsinn in Form von QuadCores nachhängt und sich auf Android 4 ein paar Wochen gedulden kann, bekommt ein erstklassiges Gesamtpaket geboten, welches vor allem mit elegantem Design und einer hervorragenden Kamera besticht. Nicht zuletzt der für ein frisch auf dem Markt erschienene Flaggschiff niedrige Preis dürfte bei der Kaufentscheidung Vieler das Pendel auf Sonys Seite kippen lassen. Bei unserem Partner getgoods.de ist das Smartphone bereits jetzt günstiger zu haben als etwa das Galaxy S2 oder das Galaxy Nexus.

 

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