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Sony Xperia Z1 Test – Kamera deluxe und (wenig) mehr

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Phänomenale Kamera, eigenständiges Design, staub- und wasserfest zertifiziert – ob das Oberklasse-Smartphone noch mehr zu bieten hat, erfahrt ihr in unserem Sony Xperia Z1 Test.

Ein halbes Jahr ist seit unserem Test zum Sony Xperia Z vergangen, als der angeschlagene Multimedia-Konzern ein beachtliches Comeback im Oberklasse-Bereich hinlegte. Seitdem ist zwar nicht alles, aber doch vieles anders geworden: wie selbstverständlich wird nun neben Samsung und HTC, Sony (und hoffentlich bald auch LG) genannt, wenn es um die Wahl des besten Android-Smartphones geht. Das ist schon einmal eine beachtliche Leistung. Trotz der vielen Begeisterung hat es mit dem Xperia Z nicht ganz gereicht, um die etablierten Kräfte vom Thron zu stoßen. Vor allem das Display enttäuschte und war mitunter der Hauptkritikpunkt am Vorgänger des Z1. Mit dem Design und den riesigen Dimensionen sorgt man zudem für beständige Kontroversen. Ob es das Z1 in dieser Hinsicht besser ergeht, wollen wir klären – immerhin basiert das Z1 in vielen Teilen auf dem Vorgänger und stellt eine behutsame Veränderung unter ähnlichen Vorzeichen dar. Das bringt uns unvermittelt zur technischen Ausstattung und den Eckdaten des Xperia Z1, die wir euch hier sogleich präsentieren wollen. Zum Vergleich haben wir gleich die Daten des Vorgängers angeführt:

Technik, Design, Verarbeitung

Xperia ZXperia Z1
Display5,0 Zoll FullHD5,0 Zoll FullHD
CPUSnapdragon S4 Pro @ 1,5 GHzSnapdragon 800 @ 2,2 GHz
RAM2 GB2 GB
Speicher16 GB + SD-Karte16 GB + SD-Karte
Kamera13,1 Megapixel20,7 Megapixel
Akku 2300 mAh3000 mAh
Android OS4.1.1 (zum Start)4.2.2
weitere FeaturesIPX5/7 (wasserdicht) und IP5X (staubgeschützt)LTEWasserdichtes Aluminiumgehäuse (IP55/58)LTE
Ausmaße/Gewicht139 x 71 x 7,9 mm146g144,4 x 73,9 x 8,5 mm169g
Preisca. €420ca.  € 570 (Oktober 2013)

 

BEI NÄHERER BETRACHTUNG STELLT SICH DER HEISS BEWORBENE WASSERSCHUTZ ALS TEUER ERKAUFTER MARKETING-GAG HERAUS: MUSS MAN WIRKLICH MIT SEINEM SMARTPHONE BADEN GEHEN?

 

Die größten und augenscheinlichsten Änderungen haben wir bei der Hauptkamera, den Ausmaßen und beim verbauten Akku. Die Kameraauflösung wuchs auf 20,7 Megapixel an, die den1/2,3“ Exmor RS Sensor verwendet. Der Akku legte von 2300 auf satte 3000 mAh zu. Apropos zulegen: wir vermuten den Grund, weshalb das Xperia Z1 an Größe und Gewicht zulegte vor allem im verbauten Akku. Spürbare 23g wiegt das Xperia Z1, das ist aber für die Größe immer noch erstaunlich niedrig, vor allem wenn man bedenkt, dass wir es nun mit einem beinahe durchgängigen Alu-Smartphone zu tun haben, bei denen aber nach wie vor, die beiden prototypischen Glasflächen zum Einsatz kommen. Neu sind zudem die abgerundeten Ecken, wodurch sich das Xperia Z1 besser anfühlt als der direkte Vorgänger. Im Vergleich zu anderen (auch großen) Smartphones allerdings ist das nach wie vor nicht optimal. Das LG G2 hält sich wesentlich besser und fühlt sich in den Händen auch wesentlich besser an. Man hat bei aller Begeisterung über das elegante und eigenwillige Design nach wie vor eher das Gefühl, einen dicken Brocken in der Hand zu halten – der aber zugeben extrem edel aussieht. Gerade die weiße Rückseite sieht sehr gut aus. Was mir allerdings beim Vorgänger besser gefallen hat, war der Rahmen: der Metallic-Loook passt meiner Meinung nach nicht ganz so gut in das Gesamtkonzept. Vielleicht auch in Kombination mit der Tatsache, dass das Xperia Z1 ein wenig dicker ausfällt als der Vorgänger, sieht das Sony-Smartphone etwas klobig aus.

Nach wie vor gilt: alle Schotten dicht. Das Xperia Z1 ist hermetisch nach Außen vor Wasser und Staub geschützt. Bringt ihm zwar eine IP 55/58 Doppelzertifizierung ein, mir persönlich aber ein wenig Ärger über das mitunter fummelige entriegeln der entsprechenden Gummipropfen an den Anschlüssen. Dafür ist die Verarbeitung großartig und auf allerhöchstem Niveau. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr stellt sich für mich der umworbene Wasserschutz als teuer erkaufter Marketing-Gag heraus: Muss man wirklich mit seinem Smartphone baden gehen? Vielleicht war ich vor einem halben Jahr noch ein wenig naiv, weil es bis dato etwas ganz Neues war, mittlerweile stehe ich dazu: das ist ein großer Quatsch, den kein vernünftiger Mensch braucht.

 

Wie sich die Zeiten doch ändern: Anfang 2013 erschien das Xperia Z in einem designtechnsichem Vakuum und stellt eine willkommene Abwechslung dar. Mittlerweile gibt es aber genügend auch optisch äußerst ansprechende Smartphones. Ich denke da etwa an das HTC One oder das Oppo N1, aber auch das oft gescholtene Samsung Galaxy S4 gefällt mir mit seinem grazilen Rahmen mittlerweile besser als die Xperia-Designschule. Zeiten ändern dich gilt wohl auch für das Xperia Z1.

Ansonsten gilt, was ich beim Vorgänger geschrieben hatte: Aus dem Unibody-Look ragt ein markantes Element in Form eines silber-metallenen Einschaltknopfs rechts an der Seite über der Lautstärkewippe hervor.  Der wirkte für mich zunächst nach wie vor irritierend, wie ein riesiger entstellender Pickel in einem ansonsten makellosem Gesicht. Er ist aber markant platziert und äußerst praktisch. Davon abgesehen sind keine weiteren physikalischen Buttons angebracht, so dass diese auf dem 5 Zoll-Display angezeigt werden. Der Stabilität verleihende Rahmen ist gummiert, die Ecken des kantigen Xperia Z sind nun deutlich stärker abgerundet. Hinweis für Fettfinger-Phobisten: ja, man sieht Fingerabdrücke sehr deutlich, auch Staub zieht das Xperia Z an wie Licht Motten im Balz-Endstadium, aber wer ein Reinigungstuch dabei hat, hat auch eine Lösung.

 

Display – die Achilles-Ferse

In letzter Zeit hatte ich im Grunde alle namhaften HighEnd-Smartphones im Gebrauch, auch und gerade über längere Zeit und im direkten Vergleich. Auf Anhieb kann ich ein halbes Dutzend Smartphones aufzählen, die ein besseres Display besitzen: HTC One, Galaxy S4, Galaxy Note 3, LG G2, iPhone 5C und 5S. Das sagt für mich schon alles über die Ambitionen Sonys aus: es kann nicht für die absolute Spitze reichen, wenn so viele Konkurrenten ein deutlich (!) besseres Display besitzen. Schwarzwerte und Kontraste, sogar die Blickwinkelstabilität sind zwar deutlich besser als beim Vorgänger, wer das Xperia Z1 draußen im Hellen benutzen möchte, kann aber sein blaues Wunder erleben: man erkennt bei direkter Sonne gar nichts. Und ich meine damit nicht nur „gar nichts wie bei anderen Smartphones: sondern wirklich niente, nada, nix. Unterwegs bei herrlichstem Wetter in den Bergen Panorama-Bilder schiessen? Nur auf gut Glück, denn das  5,0 FullHD-Panel zur Kontrolle zu benutzen ist sinnlos. Da war ich wirklich extrem enttäuscht und entsetzt. Die gleiche Situation beim HTC One oder Note 3: nicht perfekt, aber nur halb so schlimm. Niemand erwartet Wunder, wer aber dermaßen die eigenen Ansprüche und fremde Erwartungen nach oben schraubt, darf sich nicht wundern, wenn die Resonanz geradezu verstärkt besonders negativ ist. Sony. das war ein Griff ins Klo. Vielleicht können künftige Firmware-Updates etwas an den automatischen Display-Einstellungen ändern, es hilft, wenn man die Helligkeit maximal aufdreht, aber das sollte nicht Sinn der Sache sein.

Leistung, Performance und Android OS

Auf Dauer hilft nur Power– dachte sich zumindest die Verantwortlichen und verpassten ihrem Flaggschiff die Snapdragon 800 CPU, die nicht nur über jeden Zweifel erhaben ist, sondern auch Leistung satt liefert. An der Performance des Stock-lastigen Android 4.2.2 gibt es nichts auszusetzen: alles läuft so, wie man es bereits vom Vorgänger gewohnt ist butterweich und megaflüssig. Hänger, Verschnaufpausen und dergleichen leistet sich das Gerät nicht.

Kritiker mögen (zurecht) anmerken, dass die CPU auch nicht besonders viel mehr zu tun hat im Vergleich zum Xperia Z und von daher heillos überqualifiziert ist. Das stimmt sogar in gewisser Hinsicht.

Das OS unterscheidet sich natürlich zunächst optisch ein wenig von der Standard Android-Oberfläche, da es andere Icons und eine gräulich-dezentere Farbgebung verwendet, bei der aber analog zu Jelly Bean dunkle Farben dominieren. Das wirkt mitunter auf Dauer ein wenig eintönig und wenig einladend.  Zum Einen sind da sicher vordergründige und optisch auffällige Veränderungen, wie andere Icons zu nennen,  die unter die Rubrik “kosmetische Korrektur” einzuordnen sind. Andererseits wurde hier und da an manchen Stellen  etwas stärker in das System eingegriffen, und das meist mit äußerst positivem Effekt.

So wurde etwa der App-Drawer um eine nützliche Sortierfunktion erweitert: man kann sich die Apps auf vier verschiedene Art und Weise anzeigen lassen: etwa alphabetisch oder nach folgenden Kriterien “Neu installiert”, “Meist verwendet” sowie nach einer frei konfigurierbaren “Eigenen Sortierung”. Prima Sache und sicher nützlich, wenn man viele Apps installiert hat. Die praktische Sortier- und Suchfunktion wurde beim Xperia Z1 ausgebaut und wird über eine Wischbewegung von links nach rechts eingeblendet. Trendy, intuitiv und funktional – gute Idee. Leider belässt es Sony allzu häufig bei einzelnen Elementen, die wie das Werk eines einzelnen Programmierers wirken und lässt eine integrierende Gesamtkonzeption vermissen.

Im Vergleich zu Android Jelly Bean ist der Multitasking-Button erweitert und funktionaler: er dient nicht nur dazu, durch die letzten geöffneten Apps zu wechseln oder diese zu schließen, sondern ist um eine untere Leiste erweitert: ab Werk liegen dort ein Taschenrechner, ein Timer, ein Notizblock sowie ein Mikrofon für Sprachnotizen. Außerdem lassen sich noch weitere sogenannte “Small-Apps” installieren. Was ich hier allerdings nach wie vor vermisse ist die Möglichkeit, mit einer Geste ALLE geöffneten Apps zu schließen.

Wenn man auf eine freie Fläche in den Homescreens drückt (es gibt insgesamt sechs Stück davon), bekommt man ein hübsches Menü angezeigt, von wo aus man Widgets und Apps  hinzufügen oder die Optik (Hintergrund und Designs) ändern kann. Das gibt es so oder so ähnlich auch bei anderen Android-Reinkarnationen, allerdings ist das nirgends so gut und intuitiv in das System eingearbeitet wie hier beim Sony Xperia Z.

Zusätzlich zu den gewohnten Standards gibt es auch eine ganze Reihe exklusiver Widgets, die Verknüpfungen zu Sony-exklusiven Apps und Diensten (Sony Select, Smart Connect etc.) darstellen: Walkman-, Kontakt- und Letzte Anrufe-Widget : sie sind optisch hervorragend anzuschauen, funktional und in den Sony-Look integriert. Dagegen sehen andere Widgets fast wie störende Fremdkörper aus.

Insgesamt schnürt Sony ein umfangreiches Multimedia-Package, dass von speziellen App- und Spieleversionen bis hin zu nützlichen Begleitern wie einem UKW-Radio reicht.  Natürlich ist auch unnötiges Zeug dabei, auch wenn sich das im Vergleich etwa zu Samsung noch in Grenzen hält.  Für den Multimedia-Einsatz ist das Sony Xperia Z1 gut vorbereitet: ab Werk kann es sowohl als DNLA-Client, als auch Server fungieren: sprich, entweder benutzt ihr das Xperia Z1 um Bilder, Musik oder Videos von anderen Geräten im Haus abzuspielen, oder es stellt selbst Multimedia-Inhalte für andere Clients bereit.

 

Gut gefällt mir nach wie vor der Sony Walkman: hier wartet ein brauchbarer Equalizer sowie (ganz nette, aber nicht benötigte) Visualisierungseffekte auf ihren Einsatz. Statt des Equalizers kann auch eine Funktion namens Clear Audio eingesetzt werden, die dem Klang zu möglichst großer Klarheit verhelfen will. Apropos Klang: ich werde es nicht häufig verwenden, aber der Sound der Lautsprecher ist tatsächlich laut und glasklar. Analog gilt das für die Wiedergabe über Kopfhörer: das mitgelieferte Exemplar liefert eine ordentliche Qualität. Das HTC One bleibt aber hier nach wie vor die unerreichte Referenz.

Vergleich: Sony Xperia Z1, LG G2 und Samsung Galaxy Note 3 Video

http://www.youtube.com/watch?v=6WZNI4R4li0

 Kamera

 

Die 20,7 MP klingen reisserisch, was sie im Endeffekt auch ein wenig sind. Der angepriesene Exmor RS-Bildsensor für Smartphones mit 1/2,3?, das preisgekrönte G-Objektiv von Sony oder der intelligente Bildprozessor BIONZ for mobile? Nur reines Marketing? Ja und Nein, auf jeden Fall hört sich das Ganze besser an, als es in Wirklichkeit ist. Das Note 3 und das LG G2 machen auch beachtliche Bilder, ohne großen Firlefanz. Das Note 3 bietet zudem am meisten Einstellungen und Möglichkeiten, direkt ins Bild mittels verschiedener Bildmodi und Filter einzugreifen. Beim Z1 sind die Szenen nur im manuellen Modus  (teilweise) zugänglich. Die Bilder beim LG G2 sehen einfach gut aus, auch an größeren Displays wie etwa am PC-Monitor. Das Xperia Z1 verlässt sich dabei zu sehr auf den Modus „Überlegene Automatik“.  Das nur vorweg geschickt, aber bitte nicht missverstehen: die Kamera ist gut!
 
 

Ich würde mir etwa eine Möglichkeit, direkt in den Einstellungen die Auflösung ändern zu können, wünschen. Das geht aber alles nur im manuellen Modus. An der Qualität der Bilder gibt es nur wenig zu Mäkeln: die f2.0-Blende gepaart mit einem 27 Millimeter Weitwinkel und als Sahnehäubchen der BIONZ-Bildsensor, der Aufnahmen automatisch nachbearbeitet: das funktioniert besser als bei der Vorgänger-Kamera.

Wer mehr Kontrolle will, sollte sich den manuellen Modus anschauen: hier kann man die Belichtung steuern, den Weißabgleich aus fünf verschiedenen Voreinstellungen oder aus einem der 17 verschiedenen Szene-Modi wählen. Darunter sind auch einige ausgefallene wie etwa: Gourmet (eine Art Makro für Produktfotografie), Strand, Schnee (beide, um mit besonders hellen Lichtverhältnissen bzw. Reflexionen umzugehen) oder eine Tier-Portrait-Szene. Das ist toll, aber warum platziert man diese nicht an exponierter Stelle, sondern versteckt sie regelrecht?

Erst im manuellen Modus kann man die voreingestellte Auflösung von 8.0 auf 20,7 Megapixel ändern. Der Grund: die höchste Auflösung steht nur im Modus 4:3 zur Verfügung, was beschnittene Bilder auf dem 16:9 Display bedeutet. Wer die höchste Auflösung wählt, verliert die Möglichkeit, auf die Szene-Modi zurückzugreifen. Wie man es also dreht und wendet: so ganz optimal und intuitiv ist das nicht. Zum Vergleich einmal das gleiche Motiv in 8 und 20.7 MP. Die Größe einer Aufnahme steigt dabei von rund 1.5 auf beinahe 5 Megabyte:

 

 

Ein Wermutstropfen bleibt zu erwähnen: beim Wechsel zwischen Haupt-und Frontkamera stürzt die Kamera-App gerne ab und ist erst nach einem kompletten Neustart verfügbar. Und nur am Rande: das Xperia Z1 verfügt über keine Neustart-Funktion ab Werk, d.h., ihr schaltet das Handy erst komplett ab, und schaltet es anschließend wieder ein.

Akku – fast ein Wunder!

Ein Wochenende von Samtag früh bis Sonntag Abend mit 30 % Akku zu überstehen hatte ich schon lange nicht mehr mit modernen Smartphones. Klar in dieser Zeit hatte das Z1 weniger zu tun als unter der Woche: weniger Telefonate, weniger Nachrichten, weniger eMails synchronisieren und so weiter. Unter der Woche reicht es sicher für 1,5 Tage, vorausgesetzt man spielt nicht mehrere Stunden. Da kommt auch der 3000 mAh-Akku an seine Grenzen. Mehr gibt es mit dem Stamina-Modus (eine Art Flugmodus-Modus, bei dem mobile Daten und WiFi bei ausgeschaltetem Display gekappt werden)  oder dem Energiesparmodus, der bei Sony Akkuschonmodus heißt.

Persönliches Fazit

Zu viel erwartet? Gut möglich. Auf jeden Fall habe ich mir mehr vom Z1 versprochen. Die Eckdaten klingen verlockend, und obwohl es sich beileibe keine wirklichen absoluten Schwächen erlaubt, legt es an den entscheidenden Stellen nicht genug zu. Beispiele: die Kamera ist definitiv besser als beim Vorgänger – aber ist sie auch besser als die der Konkurrenz? Eher nicht. Das Design wirkte noch vor einem halben Jahr frisch und unverbraucht. Jetzt legt das Xperia Z1 für mich an der ein oder anderen Stelle zu sehr zu und sprengt für mich die Dimensionen der Handlichkeit. Das HTC One (ein wenig kleiner) oder wiederum das LG G2 (sogar mit 0,2 Zoll größerem Display) sind deutlich kompakter, handlicher, praktischer.

Sehr gut schneidet das Sony-Mobil bei der Performance ab: da gibt es nicht viel zu meckern. Aber wird die Power im Alltag auch ausgenutzt? Sagen wir es so: als Gaming-Plattform eignet sich das 5.0-Zoll Smartphone auf jeden Fall, auch weil es viele Reserven für die Zukunft hat. Videos sehen auf dem Display erstaunlich gut aus, hier gefällt mir die Darstellung viel besser als beim Navigieren durch die Menüs, wo die Darstellung nach wie vor nicht optimal ist. Ich hatte oft den Eindruck, als ob ich beim Z1 durch ein Milchglas auf den Inhalt schauen muss. Es fehlt mir schlichtweg an Brillanz. Schwarzwert und Blickwinkelstabilität gehen auf jeden Fall in Ordnung, es bleibt mir aber nicht erspart zu erwähnen, dass die unmittelbare Konkurrenz das besser kann. Vor allem wenn man nicht stur kerzengerade auf sein Display starrt, sondern auch einmal von der Seite.

Großartig ist wiederum die Akkulaufzeit: damit hatte ich nicht gerechnet und stellt für mich die größte Überraschung dar. „Viel hilft viel“ – immerhin legt man im Vergleich zum Vorgänger um gut 700 mAh zu, was sich positiv bemerkbar macht. Die Kamera ist sehr gut und deutlich besser als beim Vorgänger, allerdings bietet die Konkurrenz vergleichbare Qualität. Hier setzt sich das Z1 in meinen Augen nicht deutlich genug ab, um es als Referenz-Gerät für Kamera-Fans zu  bezeichnen.

Insgesamt also ein durchwachsener Eindruck: das Sony Xperia Z1 ist ein hervorragendes Oberklasse-Smartphone, bei dem der Feinschliff für die Spitzenposition fehlt.

Geschrieben von Gary Madeo

Gary Madeo

Bloggt seit Jahren mit vielseitigen Interessen, kümmert sich um administrative und redaktionelle Inhalte. Sachlich und nüchtern, oder auch persönlich und polemisch – auf jeden Fall aber immer voll bei der Sache.

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