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System-Check: Samsung Bada's Stärken

Möchte man ein Flaggschiff-Handy testen, so steht die neue Software zwangsläufig mehr oder weniger im Mittelpunkt. Schließlich soll dies auch auf neuen bzw. zukünftigen Smartphones Verwendung finden. Als wir unser erstes Windows Phone testeten (HTC Radar) nahmen wir also auch Windows Phone Mango genauer unter die Lupe. Dabei wurde der Rahmen eines Blog-Tests ein wenig gesprengt. Damit das nicht wieder passiert und ihr von einer Textflut erschlagen werdet, habe ich entschlossen diesmal den Software-Part zum Großteil auszulagern und im eigentlichen Review auf die entsprechenden Artikel zu verweißen. Los geht’s mit Bada’s Stärken.

TouchWiz

Die Einen mögen es, die Anderen können es nicht ausstehen. Dennoch stechen bei dieser Oberfläche vor allem die praktischen Funktionen hervor, an das bunte Design muss man sich aber gewöhnen. Wer TouchWiz auf  Android kennt, der wird sich hier auch relativ schnell zu recht finden. Zum einen sieht es optisch sehr ähnlich aus, zum anderen gibt es beim ersten Start ein kleines Tutorial, welches die neuen Funktionen zeigt. Im Vergleich zu TouchWiz 4 auf dem Galaxy SII zum Beispiel, gibt es sogar ein paar praktische Neuerungen, allerdings Fehlen auch einige Funktionen, wie das Verschieben von Widgets durch zielgerichtetes Schwenken des Telefons.

Die Oberfläche ist im Grunde wie die meisten Artgenossen zum Beispiel bei Android oder Symbian aufgebaut. So landet man zunächst auf dem Widget Screen, auf  welchem diesmal, im Gegenzug zum ersten Bada, neben Widgets auch App-Verknüpfungen abgelegt werden können.  Dabei können bis zu Zehn Seiten angelegt werden, durch die man wie üblich horizontal navigiert. Neu ist allerdings ein vertikal scrollbarer Screen am linke Ende. Dort kann man vorinstallierte Widgets und die favorisierten Kontakte  nach Lust und Laune aktivieren oder wieder deaktivieren. So ganz überzeugt hat mich das Ganze aber nicht, denn der Grund warum speziell diese Widgets fix gebündelt sind, leuchtet mir nicht ganz ein. Aber man muss es ja nicht nutzen.

Tippt man auf die Statusleiste, ploppt ein Fenster mit Schnellzugriffen zu Wlan, Bluetooth, Vibration und automatisches Ausrichten auf. Weitere Toggles wie zum Beispiel GPS können aber nicht ergänzt werden. Apps, die diese Schalter ergänzen oder ersetzen, gibt es auch nicht.

Eine Ebene unter den Widget-Screens findet man man die Appliste, die wiederum horizontal durchgeblättert wird. Dort können nun auch Ordner angelegt werden, die man auch auf die Home-Screens kopieren kann. Allerdings sind sie ein wenig hässlich geraden, denn die auf einem Register gestapelten App-Icons sehen ein wenig billig aus. zieht man an einem solchen Stapel, erkennt man die Apps besser. Man kann aber auch wie üblich auf einen Ordner tippen um ihn zu öffnen.

Praktisch ist auch die Art und Weise wie man Apps auf die Start-Screens zieht. Hält man eine App gedrückt, taucht eine Minivorschau aller Startscreens auf, auf welche man die Apps ablegen kann.

Die Apps können übrigens frei angeordnet werden, eine Möglichkeit sie automatisch alphabetisch zu ordnen, gibt es allerdings nicht. Gerade wenn man sehr viele Apps hat und nicht alles in Ordner verstauen möchte, verliert man schnell den Überblick.

Multimedia

Die hier aufgeführten Stärken gelten für Wave 1-3, also erst ab 1GHz und mehr. Hier lässt Samsung seine Muskeln spielen, denn die Videoplayer entsprechen auch ungefähr denen, die Samsung auf ihren Galaxys verwendet. Eigentlich gibt es keinen Videocodec oder Container, mit welchem der Player nicht klar kommt. Divx, Xvid, mkv, avi, h264… bis zu einer Auflösung von 720p alles kein Problem. Das Interface ist auch sehr aufgeräumt und bietet neben den Steuerungsknöpfen der Videos auch noch Buttons zum Senden oder Streamen des Clips. Die Möglichkeit die Tonspur oder den Untertitel zu wechseln fehlt allerdings. Praktische Wischgesten zur Steuerung von Lautstärke oder Helligkeit, wie man sie von vielen Android-Playern kennt, gibt es leider auch nicht.

Der Musikplayer ist auch gut gelungen. Er bietet die wichtigsten Sortiermöglichkeiten wie Album, Interpret, Wiedergabelisten, Ordner… Super finde ich, dass man die entsprechenden Reiter frei verschieben kann. Wer zum Beispiel wie ich keine Wiedergabelisten nutzt kann den Eintrag einfach nach hinten schieben, wodurch er nicht immer sofort sichtbar ist. Optisch gelungen ist die neue Coverflow-Ansicht, die jetzt mehr der von Apple ähnelt. Bei Bada 1 wurden noch CDs statt Albencover abgebildet. Eine weitere Neuerung ist, dass der Palyer nun die in den mp3-tags gespeicherten Songtexte darstellt. Die bei mir mit dem PC-Programm LyricsFetcher eingepflegten  Lyrics wurden dabei sauber dargestellt. Allerdings funktioniert das Tool nicht mehr, und die mit Android-Apps geladenen Lyrics werden von einem Zeichenwust umsäumt. (wenn ihr eine Alternative findet, hinterlasst das gerne in den Kommentaren).

Insgesamt ist er aber auch mit seinem tollen Sound ein klasse Musikplayer, auch wenn Funktionen wie die aus Android bekannten Musikplayer-Widgets oder aus Windows Phone bekannten Anpinn-Möglichkeiten von Interpreten oder Alben auf den Startscreens vermisst werden.

Massenspeicher

Einfach anstecken, draufziehen und abstecken. So einfach bekommt man Dateien sonst nur mit Android auf das Gerät. Gerade wegen dem tollen Videoplayer ist das eine Funktion, auf die Fans der mobilen Unterhaltung nicht verzichten möchten. Zwar geht das beispielsweise bei Windows Phone mit Zune im falle von Videos, Musik und Bildern ähnlich schnell, aber wenn das Videoformat nicht unterstützt wird heißt es erstmal lange warten, bis die Umwandlung erfolgt ist.

Auch das Verwalten der Dateien im Handy funktioniert dank des aufgeräumten Dateimanagers super. Von dort aus lassen sich Dateien versenden, verschieben oder löschen. Im Gegensatz zu den meisten Android-Dateiverwaltungen werden hier System- oder Appverzeichnisse ausgeblendet, wodurch man besser den Überblick behält.

Ladezeiten der Sytem-Apps

Was mir besonders im Vergleich zu älteren Android-handys positiv aufgefallen ist, sind die Ladezeiten der Systemapps (ohne Splashscreen). SMS, Telefonbuch, Einstellungen, SocialHub, Memo, Eigene Dateien, Videos, Radio, Galerie, Uhr, AllShare (ja, diesmal nicht irgendwo in den Einstellungen versteckt), Protokolle, Kalender und Email laden meistens in weniger als einer Sekunde. Acuh beeindruckend ist, dass das System keine Probleme hat, diese dann im Hintergrund geöffnet zu halten. Erst wenn Browser oder andere Apps hinzukommen, bekommt das System Schwierigkeiten. Mehr darüber erfahrt ihr im nächsten Check (Bada’s Schwächen).

Geschrieben von Luca

Luca

App-und ROM-Entwickler der ersten Stunde. Die Samy Deluxe ROM für das mittlerweile altehrwürdige Samsung Galaxy S3 geht auf seine Kappe. Hat sich dann mit handyupdates.com "quasi" selbständig gemacht – hält aber weiterhin Kontakt zur Basis.

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