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"Updates are outdated"- keine Updates für HTC One X und One X+ mehr

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Die Hiobs-Botschaft, in Zukunft werde es keine HTC One X Updates auf Android 4.4 geben, ist nur die Speerspitze einer um sich greifenden Unart der Android-Hersteller kaum oder keine Updates für ihre Smartphones mehr anzubieten.

Ein Gespenst geht um in der Android-Welt“ – das Android-Update-Gespenst! Warum sich viele Hersteller scheinbar davor „fürchten“ und warum es für viele User mittlerweile zum Reizthema geworden ist, lässt sich zwar nicht durch einen Artikel abschließend klären, es zu unterlassen, darauf hinzuweisen sollte man allerdings auch nicht. Man muss zumindest versuchen zu beschreiben, was man nicht ändern kann.

Erst heute veröffentlicht XDA, das weltweite führende Sprachrohr der Android Community, einen besorgten Kommentar zu den wohl ausbleibenden Updates für die 2012er-Flaggschiffe HTC One X und HTC One X+. Beide Geräte, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zur technologischen Speerspitze gehörten und auch noch heute in dieser Hinsicht gut aufgestellt sind, werden kein Update auf die aktuelle Android 4.4 (KitKat)Version erhalten.

[divider]HTC -You are not alone![/divider]

Es wäre falsch, HTC allein den schwarzen Peter zuzuschieben, denn sie sind nicht die einzigen Hersteller von Android-Smartphones, die sich in Bezug auf Support und Updates nicht gerade mit Ruhm bekleckern. In diesem Zusammenhang drei Beispiele, um uns die Situation in Erinnerung zu rufen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Im Grunde ließe sie sich fast beliebig erweitern. Man denke etwa an Smartphones wie das Motorola Razr i, das Galaxy S3 oder das HTC One S.

1. Beispiel LG: Konzentration auf LG G2?

LG CES 2014

Das LG Optimus G kam in Deutschland im Februar 2013 auf den Markt, das Optimus G Pro hierzulande im Juli 2013. Beide Geräte sind zwar technisch über jeden Zweifel erhaben, bleiben aber bei Android 4.1.2 stehen. Es wird kein Knock On-Feature geben, und wie es aussieht, auch keine weiteren Updates mehr.

2. Beispiel: Enter the Samsung Update (Pleiten, Pech und Pannen-) Show!

Samsung Galaxy

Bleiben wir in Südkorea, doch wechseln wir zum größten Android-Hersteller überhaupt: im Grunde gehört ja Samsung beinahe dafür gelobt, dass es Updates für so „wahnsinnig“ alte Geräte wie das Note 2 (Release: Ende September 2012) oder das Galaxy S3 (Ende Mai 2012) anbietet, ganz so fehlerfrei lief das aber nicht ab – siehe hier!

Es ist begrüßenswert, wenn Smartphones, denen nicht mehr ganz so viel Aufmerksamkeit zuteil wird, mit relativ aktueller Software ausgestattet werden; aber die Begleitumstände sorgen für vielerlei Irritationen. Die Bereitstellung von Updates sollte ohne Unterbrechung innerhalb eines kleineren Zeitfensters vonstatten gehen.

3. Beispiel: Alcatel – auch die Kleinen patzen!

ALCATEL one touch

Bei den sog. kleineren Hersteller sind Updates noch viel rarer gesät: kleiner Markt, kleiner Kreis von Kunden, die von den Updates potenziell profitieren würden, ergo: eine „bescheidene“ Update-Versorgung. Immerhin könnte so eine Aktualisierung relativ problemlos ablaufen – leider nein! Beim Alcatel OneTouch 997D, nach langer Zeit endlich mit einem Update bedacht, war leider der Upgrade-Prozess auf Android 4.1.2 Jelly Bean von massiven Problemen begleitet und musste zeitweilig eingestellt werden. Von der Tatsache abgesehen, dass es allein vom Standpunkt der Sicherheit aus nicht zum Allerbesten bestellt ist, wenn eine OS-Version mit Stand Oktober 2012 über ein Jahr später erst ausgeliefert wird. Leider muss man sagen: immerhin hat Alcatel etwas getan!

[divider]Die Update-Unlust[/divider]

Branchenüblich sind im Ursprung 18 Monate Support mit Updates gewesen, was aber immer seltener wird. Die Liste der Hersteller, die sich an diese Zusage halten, wird immer kürzer. Für viele User, gerade solche mit technischem Interesse, die auch gerne bereit sind, überdurchschnittlich viel und häufig in neue Geräte zu investieren – sie kaufen sich wesentlich häufiger ein teures, neues Smartphone als Ottonormal-User – fühlen sich vor den Kopf gestoßen. Gefühlt werden Updates immer seltener, umgekehrt proportional zur Häufigkeit, wie neue Geräte auf den Markt platziert werden.  Man hat immer häufiger ein Smartphone, dass künstlich veraltet, während gleichzeitig stärkere Anreize geschaffen werden, sich ein neues Modell zu kaufen. Ein Modell, dass sich technisch mitunter nur marginal vom Vorgänger unterscheidet, dafür das ein oder andere neue (und leider exklusive) Software-Feature besitzt.

Die Nexus-Geräte sind das beste Beispiel für diesen Update-Nimbus, der aber zu versiegen droht: so wurde das weit verbreitete und beliebte Samsung Galaxy Nexus nicht mehr mit einem Update auf die neuste Android 4.4-Version bedacht, obwohl Google das neue OS gerade für ältere Modelle optimiert haben will. Wie hätte Googles Ansehen in der Community von solch einer Geste profitiert, die auch den ein oder anderen Update-faulen Hersteller zusätzlich unter Druck gesetzt hätte. Aber vielleicht will man eben genau das nicht.

[divider]Eine ganz böse Unterstellung![/divider]

Im Übrigen ist den Hersteller sicher auch ein gewisses Kalkül und eine kurzsichtige Risiko-Abwägung zu unterstellen, dass wir am besten mit den folgenden gegenüber gestellten Szenarien beschreiben. Wir gehen dabei von folgenden Grundannahmen aus:

  1. Durchschnittliche Nutzer (definiert als die übergroße Mehrheit) zeigen nur ein mäßiges Interesse an HighEnd-Smartphones und legen keinen allzu großen Wert auf regelmäßige Updates. Das Handy soll funktionieren. In zwei, drei Jahren wird ein neues Modell angeschafft.
  2. Versierte Nutzer: großes Interesse an neuer Technik und Software. Bereitschaft, häufiger und mehr in neue Geräte zu investieren.
  3. Updates sollen vermieden werden: sie kosten Zeit, Geld und verursachen einen nicht unerheblichen Aufwand

Welche der beiden Benutzergruppen ist nun den Herstellern lieber? Das ist keine leichte Frage, auch wenn man schnell dazu neigt, die Gruppe der Durchschnittsnutzer zu nennen: sie sind zahlenmäßig überlegen, sie sind sehr genügsam und stellen keine übermäßig hohen Ansprüche. Sie zeigen wenig Interesse an neuen Funktionen, sie beschweren sich nicht, hadern nicht mit ihrem Schicksal – ganz einfach, weil sie auch gar nicht wissen, dass sie im Grunde auf einer veralteten Software aufsitzen, die u.U. fehlerhaft und mit Sicherheitsrisiken behaftet ist.

Aber sollte man die zweite Gruppe wirklich außer Acht lassen? Sie sind verhältnismäßig klein, sie neigen leicht dazu, immer das Allerneuste haben zu wollen und beschweren sich gern. Sie entwickeln aber mitunter eine starke Markenbindung, sie sind in ihrem Umfeld als Multiplikatoren und Ratgeber tätig. Sie tragen Trends weiter, können aber auch so schnell wieder gehen, wie sie gekommen sind. Sie sind eine schwer kalkulierbare, kritische Masse. Mitunter. Eines ist aber trotz aller Beschwerden klar: sie geben viel Geld aus und werden es auch in Zukunft wieder tun.

Nehmen wir an, die Android-Hersteller würden tatsächlich häufiger, regelmäßiger und zeitnaher Updates ausliefern: der Großteil der Nutzer würde es kaum bemerken, honorieren und als kostbares Gut betrachten. Es soll Personen geben, die nicht wissen, dass man ein Handy (ja, sie haben ein Handy und kein Smartphone!) auch aktualisieren kann! Stellt euch vor, es gibt eine Freibier-Party und keiner geht hin.

Und die zweite Gruppe würde Jubeln, sich freuen und als kritische Masse wieder stabilisieren. Sie würden ruhig und gesetzter werden und mitunter keinen Grund darin sehen, ihr wenige Monate altes Smartphone so früh wieder gegen ein aktuelleres zu tauschen. Wäre es wirklich solch ein schreckliches Szenario, liebe Android-Hersteller?

Geschrieben von mrmad

mrmad

Bloggt seit Jahren mit vielseitigen Interessen, kümmert sich um administrative und redaktionelle Inhalte. Sachlich und nüchtern, oder auch persönlich und polemisch - auf jeden Fall aber immer voll bei der Sache.

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