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VPN Test 2018: Acht Anbieter im Speed-Vergleich (Teil 1)

Welches VPN ist das Schnellste?

Jeder, der mit dem anonymisierten Zugang ins Internet liebäugelt, kennt das Problem: eine schier unüberschaubare Anzahl an VPN-Anbietern buhlt um eure Gunst.

Aber welches VPN-Angebot ist denn nun das schnellste, mit welchem leidet die gewohnte Surgeschwindigkeit am wenigsten? Meckert der Rest der Familie über lahmes WLAN, wenn ich Anbieter XY verwende? Funktionieren Netflix, die PS4 Downloads wie gewohnt reibungslos, ohne Verzögerungen oder Abbrüche?

Übersicht VPN Test

Genau diesen Fragen bin ich nachgegangen und habe mich fleißig ans Testen gemacht. Herausgekommen ist eine Übersicht, wie sich eine Auswahl der gängigsten VPN-Anbieter im Alltag schlägt. Mein Hintergedanke: Wohin man schaut, schlechte VPN-Angebote scheint es nicht zu geben. Fakt und Fiktion, ehrlicher Test oder geschickt gemachte Promo sind nicht immer sofort auf dem ersten Blick zu unterscheiden. Daher mein Aufruf: nimmt keinen Test, selbst diesen nicht, als bare Münze. Ihr müsst letztlich selbst den für euch passenden Anbieter finden.

VPN Test 2018: Acht Anbieter im Speed-Vergleich (Teil 1)

Eine gewisse Hilfestellung bietet dieser Artikel aus meiner Sicht indes schon: alle veröffentlichen Testergebnisse lassen sich prinzipiell in zwei Kategorien einteilen: einerseits unter realen Bedingungen eines Alltagsusers, wenn sie den VPN-Client lokal auf dem Windows-Rechner, dem Mac oder unter Android/iOS laufen lassen.

Andererseits wollte ich in diesem VPN Test herausfinden, wie sich die Dienste schlagen, wenn sie direkt auf dem Router als OpenVPN-Client laufen. Hierfür habe ich den Asus AC86U Router verwendet, der für VPN besonders geeignet sein soll. Direkt auf Routerebene eingebaut bieten den Vorteil, dass die diversen Geräte im Netztwerk nicht einzeln konfiguriert werden müssen. Sämtlicher Datenverkehr nach Außen läuft automatisch über VPN. So viel Komfort kostet allerdings Rechenkraft, die handelsübliche WLAN-Router an den Rand der Verzweiflung bringen können. Sie sind eigentlich nicht dafür gemacht und kommen mit der aufwändigen Verschlüsselung/Entschlüsselung ofmals nicht hinterher. Hier ist es also besonders wichtig zu schauen, welcher VPN-Anbieter schnelle Verbindungen ermöglicht. Bremst dieser von vornherein ab, braucht man über die Anschaffung eines geigneteren Routers erst gar nicht nachzudenken.

[alert-success]Übersicht: Welche VPN-Anbieter wurden getestet?

Für diesen Test habe ich folgende Anbieter berücksichtigt. Diesen stellten mir für den Vergleich einen entsprechenden Zugang zur Verfügung. Über mein Vorhaben habe ich sie in einer entsprechenden Email informiert.
CyberGhost
ExpressVPN
NordVPN
PureVPN
Perfect Privacy
SaferVPN
TigerVPN
VyprVPN
[/alert-success] Nicht alle Anbieter antworteten auf meine Anfrage, so dass ich nicht alle im Vorfeld ausgesuchten VPN-Dienstleister in diesen Test einschließen konnte. Ein Anbieter (PIA VPN) antwortete so:

We have already had Asus directly test the new RT-AC86U with our service, to very positive result. The AES acceleration definitely works. We have already been established as one of the most secure VPNs, being praised for both our server up-time and confirmed refusal to keep any logs.

Soll also heißen, dass man bei PIA offenbar keinen (weiteren) Vergleich benötigt. Das mag durchaus sein, hinterlässt aber einen zwiespältigen Eindruck. Außerhalb des Vergleiches habe ich die Dienste des Anbieters kurz getestet. Ganz so schnell, ganz so geschmeidig wie man sich darstellt, waren die Server dann doch nicht. Zumindest nicht, wenn man aus Deutschland zugreift.

Wie man einen VPN-Router einrichtet, erfahrt in diesem Beitrag

Wie wurde getestet?

  • MacOS Desktop-App bzw.
  • Windows 10 Client
  • Android App (Samsung Galaxy S8)
  • iOS App (Apple iPhone X)
  • VPN im Router als OpenVPN-Client konfiguriert
  • Server-Standort Deutschland (gerundet aus drei Zugriffen über einen Zeitraum von sieben Tagen). bzw. automatische Serverauswahl durch App
  • Maximaler Download/Upload ohne VPN: 150.000 kbit/s | 10000 kbit/s
  • Speedtest by Ooakla

1. Teil Mac-Clients

Mac-Clients: 1. Messung

[table id=13 responsive=scroll /] Die gute Nachricht zuerst: die Spannweite beim Upload ist sehr gering: zwischen 8,49 Mbps und 9,40 Mbps liegen die Ergebnisse bei aktiviertem VPN-Client. Deutlich größere Unterschiede gibt es hingegen beim Download und Ping. Schlußlicht ist hier TigerVPN mit gerade 32,36 Mbps. CyberGhost und VyprVPN liefern ebenfalls recht ernüchternde Ergebnisse. Hier ist ein deutlicher Abstand zur Spitzengruppe vorhanden: so liefert SaferVPN ordentliche 95,28 Mbps. Den besten Download erzielt NordVPN mit 149,55 Mbps. Beim Ping patzt NordVPN ein wenig: 31 Millisekunden reichen nicht, um die Ergebnisse bei der Download-Geschwindigkeit zu bestätigen. SaferVPN, Perfect Privacy und ExpressVPN liegen mit 12 bzw. 13 ms dicht beinander. Berücksichtigt man alle drei Kategorien, so erzielt ExpressVPN zwar nirgendwo den Spitzenplatz, kann aber überall ganz vorne mitmischen. Ebenfalls sehr ordentlich schneidet PureVPN ab, einzig beim Ping hätte man mehr herausholen können.

Mac-Clients: 2. Messung

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Die Wiederholung der Tests bestätigt in weiten Teilen den Eindruck vom Vortag: CyberGhost kann mit den anderen VPNs nicht mithalten. Bei TigerVPN muss man berücksichtigen, dass die Apps aktuell überarbeitet werden. So liefern der Windows Client oder die Implementierung im Router (hierzu später jeweils mehr) deutlich bessere Werte. Den besten Download liefert dieses Mal PureVPN mit 137,44 Mbps, gefolgt von ExpressVPN und SaferVPN. Insgesamt sind die Downloadwerte aber im Vergleich zur ersten Messung bei einigen Anbietern teils zurückgegangen. Deutlich verbessern konnte sich SaferVPN und VyprVPN. Die Ping-Antwortzeiten bei CyberGhost fielen in den Keller. Hierbei habe ich dreimal den Test wiederholt, den Mac sowie den Router zwischendurch neu gestartet. Geändert hat sich am Ergebnis allerdings nichts.

Mac-Clients: 3. Messung

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Zwischenfazit Mac Clients

Das Gesamtergebnis bei den Mac-Clients ist interessant: den besten Download liefert NordVPN mit durchschnittlich 132,25 Mbps, allerdings mit einer deutlichen Schwankung bei der zweiten Messung. Dahinter platziert sich ExpressVPN mit 129,53 Mbps, wobei alle Messungen zwischen 120 und 135 Mbps lagen. Gute, meist unauffällige Ergebnisse liefert SaferVPN, Perfect Privacy und PureVPN haben Ausreißer nach unten, die ein deutlich besseres Ergebnis verhindern.

Leider komplett enttäuschend sind hier TigerVPN sowie der bekannte und vielbeworbene CyberGhost Dienst. Dessen Apps bringt viele Einstellmöglichkeiten mit, die aber am Ende brotlose Kunst bleiben. Auch beim Upload liegt NordVPN mit 9,54 Mbps vorn, dahinter überraschend TigerVPN mit 9,31 Mbps. Auf dem letzten Platz liegt hier ExpressVPN, wobei der Abstand zwischen dem Erst- und Letztplatziertem am Ende bei genau 1 Mbps liegt. Bei den Pingzeiten lautet der Sieger ExpressVPN knapp vor TigerVPN und Perfect Privacy. Der Hinterbänkler hört auch bei den Server-Antwortzeiten einmal mehr auf den Namen CyberGhost.

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2. Teil Windows Clients

Windows-Clients: 1. Messung

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Ganz dicke Überraschung beim ersten Test unter Windows: TigerVPN holt sich beim Down- und Upload den Spitzenplatz und liegt auch beim Ping nur 1ms von Spitzenwert entfernt. Ebenfalls gut aufgelegt scheint Perfect Privacy zu sein: sehr ordentlich 120,42 Mbps bedeuten Platz 2 beim Download. Dahinter platzieren sich PureVPN (110,75 Mbps) und ExpresVPN (110,42) nahezu gleich auf. CyberGhost und SaferVPN können mit den anderen Anbietern nicht mithalten und patzen mit unter 70 Mbps – weniger als die Hälfte der möglichen Downloadgeschwindigkeit.

Windows-Clients: 2. und 3. Messung

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Zwischenfazit Windows-Clients

Der Sieger stand im Grunde bereits nach zwei Runden fest, und auch der kleine Patzer in letzten Testdurchlauf konnte daran nichts mehr ändern: TigerVPN holt sich den Sieg unter Windows. Dahinter platziert sich ExpressVPN mit einfacher Handhabung der App und soliden Ergebnissen, die im Durchschnitt bei 129,87 Mbps liegen.

Ebenfalls nicht von schlechten Eltern die Ergebnisse bei Perfect Privacy und PureVPN. Während letzterer das sehr gute Ergebnis der zweiten Messung (156,66 Mbps) nicht wiederholen kann, bieten die Schweizer konstanten Speed und eine stabile Verbindung mit deutlich geringeren Schwankungen als die Konkurrenz.

Zurückgefallen ist NordVPN: nur einmal kam man in den Bereich der unter MacOS erzielten Messwerte, wodurch am Ende nur noch Platz 5 herausspringt. SaferVPN konnte Durchschnittswerte abliefern: ein Drittel der maximal möglichen Geschwindigkeit büßt man mit dem VPN-Dienst ein.

CyberGhost stellte unter Windows zwar doppelt so schnelle Verbindungen her als unter MacOS, den vorletzten Platz mit immer noch sehr bescheidenen 66,85 Mbps konnte man jedoch nicht verbessern. Weit abgeschlagen mit lediglich 39,20 Mbps im Durchschnitt landeten die Schweizer von VyprVPN.

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3. Teil: Android VPN-Apps

Die erzielten Werte liegen bei allen Anbietern deutlich unter den Ergebnis der beiden Desktop-Clients. Als Testgerät kam ein Samsung Galaxy S8 im Einsatz. Verbunden war das Android-Smartphone über das 5 GHz WLAN-Netz des Asus RT-86U. Bei der Messung wurde es direkt neben den Router platziert, gemessen wurde mit Hilfe der Speedtest-App:

Speedtest.net
Preis: Kostenlos+

Eine Besonderheit liegt hier bei Perfect Privacy vor. Es gibt keine dezidierte App des Anbieters. Der VPN-Dienst lässt sich aber sehr einfach mit der OpenVPN-Client-App nutzen.

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Alle Anbieter kämpften mit Geschwindigkeitseinbrüchen und Schwankungen beim Download und beim Ping, der Upload hingegen funktioniert hingegen (laut Messung) hervorragend. Als reinen Android-Client kann ich keinen der Anbieter als uneingeschränkt empfehlenswert bezeichnen.

Es gibt dennoch deutliche Unterschiede: Am besten geschlagen haben sich NordVPN und PureVPN, die dicht beinander liegen, wobei ersterer hauchdünn die Nase vorn hat. Auf Platz drei landet ExpressVPN mit durchschnittlich 61,52 Mbps, gefolgt von SaferVPN mit 55,38 Mbps. TigerVPN kann die hervorragenden Ergebnisse der Windows-Messungen nicht wiederholen und rutscht abermals im Ranking nach hinten. Dort, ganz weit hinten abgeschlagen hat es sich leider CyberGhost bequem gemacht.
Beim Upload teilt sich NordVPN ebenfalls den Spitzenplatz, dieses Mal aber mit VyprVPN, das hiermit im Gegensatz zu der ansonsten eher durchschnittlichen Leistung ein echtes Ausrufezeichen setzen kann. Insgesamt liefern aber alle getesteten VPN-Anbieter gute Ergebnisse ab.

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Erstes Fazit VPN Test 2018

Zwischen den einzelnen VPN-Anbieter traten in Punkto Geschwindigkeit zum Teil deutliche Unterschiede auf. Eine Tendenz ist deutlich sichtbar: NordVPN und ExpressVPN liegen in allen Teildiziplinen auf den vorderen Plätzen, auch PureVPN verfügt über alle Messungen hinweg über schnelle und zuverlässige Server.

Perfect Privacy und auch SaferVPN liefern ordentliche Resultate ab und kommen für den Einsatz im Alltag durchaus in Frage.

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In allen Teilbereichen auf dem letzten Platz landet ziemlich enttäuschend CyberGhost. Eine Sonderstellung scheint TigerVPN einzunehmen: auf rasante Ergebnisse folgen ernüchternde Messungen im Wiederholungsfall oder beim Wechsel zwischen Windows- und Mac-Client. Offenbar spielt die Software eine nicht unerhebliche Rolle, so dass die Anbieter hier viel Potenzial liegen lassen. TigerVPN hat zeitnahe Updates in Aussicht gestellt.

So kann man beim Thema Upload überzeugen: mit durchschnittlich 10,15 Mbps liegt man auf Platz 2 in dieser Kategorie. Den Sieg holt sich hier ebenfalls NordVPN. Aber auch der letztplatzierte (ExpressVPN) gibt mit durchschnittlich 9,13 Mbps hier noch eine gute Figur ab.

Bei den Antwortzeiten lautet der Sieger Perfect Privacy. 15,57 ms sind ein sehr guter Wert, ExpressVPN mit 17,22 TigerVPN mit 17,55 ms sind dem Spitzenreiter aber dicht auf den Fersen. Nicht ganz überzeugen kann hier der Spitzenreiter NordVPN, der mit 28,78 Millisekunden auf Platz sechs landet.

Noch völlig unberücksichtigt, aber immens wichtig im Alltag, möchte ich auch auf das Thema Bedienung, Handhabung und Einstellungsmöglichkeiten der VPN-Software im zweiten Teil meines VPN Test 2018 zu sprechen kommen.

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